DAT Barometer Mai 2026:
Schwerpunkt Pkw-Kaufplaner

Hohe Komplexität macht Kaufentscheidung schwieriger

Wer sich aktuell in der Phase eines Autokaufs befindet, muss viele Entscheidungen treffen:

  • Was kann ich mir leisten?
  • Was muss ich finanzieren?
  • Wird es ein Neu- oder ein Gebrauchtwagen?
  • Wird es ein Verbrenner, oder fahre ich teil- oder sogar vollelektrisch

Speziell die letzt­genannte Ent­schei­dung ist oft stark davon abhängig, ob eine private Lade­möglich­keit vorhanden ist, ob es bezahlbare BEV auf dem Markt gibt und wie sich die Kraft­stoff­preise entwickeln. Das treibt die Menschen um – sogar noch mehr als die für Mai angekündigte staatliche Förderprämie. Wie genau die Kauf­planer darüber denken, das war Thema im letzten Barometer.

Das aktuelle DAT Barometer betrachtet die anstehenden Kauf­ent­scheidungen End­ver­brau­cher im All­gemeinen sowie den gesamten Markt. Dieser hat in den ersten vier Monaten des Jahres zugelegt: die Neu­zu­lassungen etwas stärker als die Besitz­um­schrei­bungen, zahlenmäßig bleibt aber der Gebraucht­wagen­markt für die große Mehr­heit die erste Anlauf­stelle.

Wie geht es also in den nächsten Monaten weiter? Wer einen Neu­wagen sucht und sich das leisten kann (oder will), der zieht oft ein BEV in Erwägung. Ist ein Gebraucht­wagen geplant, dann werden eher bezahl­bare Benziner gesucht – so könnte man grob die Situation zusammen­fassen.

Hinzu kommt: Die Menschen schauen extrem auf die Kosten – nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Unterhalt. Fast 80% sagen, das ist wichtiger als früher.

Und die weiter hohen Kraft­stoff­preise an den Säulen befördern die Beschäf­tigung mit E-Mobilität. Immerhin jeder Fünfte, der den Kauf eines neuen Pkw im Blick hat, möchte weg vom Verbrenner – egal ob mit Prämie oder nicht.

Pkw-Kaufentscheider tendieren häufiger zum Neuwagen:

Eine Pkw-Anschaffung ist für End­ver­brau­cher nicht nur aus finanzieller Sicht eine große Ent­scheidung. Bei der Frage, ob Neu- oder Gebraucht­wagen, sind die Tendenzen klar. Wie im Vor­jahr bevorzugen 52% die Anschaffung eines Neu­wagens, während 34% einen Gebraucht­wagen wählen würden.

Wenn es um die Finanzierung geht, liegen beide Käufer­gruppen recht eng beieinander: Für jeweils 57% der Neu- wie auch Gebraucht­wagen­kauf­planer sind die Ersparnisse das finanzielle Mittel der Wahl. Gleichzeitig greifen etwas mehr Gebraucht­wagen­kauf­planer (35%) zu Teil- oder Voll­finan­zierung als die Neu­wagen­kauf­planer (29%).

Ganz anders beim Leasing. Das bleibt bei Gebraucht­wagen­kauf­planern im einstelligen Bereich.

Hohe Reparaturkosten Top-Anschaffungsgrund bei Gebrauchtwagenkaufplanern:

Fragt man nach den Haupt­gründen für den Auto­kauf, zeigen sich einige Unter­schiede. Ist ein Gebraucht­wagen geplant, so sticht mit 36% Zustimmung das Thema der hohen Repara­tur­kosten hervor. Darauf folgen mit beacht­lichem Abstand die neue Familien-/Berufs­situation (25%) und die Tatsache, dass der Kauf schon im Vor­jahr vorgesehen war (24%).

Ein anderes und insgesamt aus­ge­gli­che­neres Bild zeigt sich, wenn die Anschaffung eines Neu­wagens ansteht. In dieser Käufer­gruppe liegen „Kauf war schon im Vor­jahr vorgesehen“ (25%), „hohen Repara­tur­kosten“ (24%) und „guter Ver­kaufs­preis für jetzigen Pkw“ (24%) eng beieinander an der Spitze.

Neu- und Gebrauchtwagenkaufplaner legen unterschiedlichen Fokus bei der Motorwahl:

Laut DAT Barometer planen aktuell 36% der Neu­wagen­kauf­planer und damit die Mehr­heit den Kauf eines batterie­elek­tri­schen Pkw

Diese Motorart kommt dagegen nur bei 8% der Gebraucht­wagen­kauf­planer in Frage. In dieser Käufer­gruppe steht der Benziner unge­schla­gen an der Spitze, denn fast die Hälfte (48%) plant diese Anschaffung.

Am ähnlichsten sind sich die beiden Gruppen in ihrer Ein­schätzung der PHEV, die die zweit­wahr­schein­lichste Motor­art darstellt (NW: 24%, GW: 19%). Den Diesel­antrieb wählen dagegen nur 7% der Neu­wagen­kauf­planer, unter den Gebraucht­wagen­käu­fern sind es immerhin 14%.

Kostengünstiger Unterhalt im Kaufentscheidungsprozess enorm wichtig:

Egal ob die Anschaffung eines Neu- oder Gebraucht­wa­gens geplant ist, in vielen Punkten sind sich die Kauf­planer sehr einig.

Möglicherweise geprägt von den hohen Sprit­preisen, stimmen laut dem aktuellen DAT Barometer fast 80% der Aussage zu, dass ein kosten­güns­tiger Unter­halt ihnen wichtiger ist als früher (NW: 77%, GW: 76%). Mehr als die Hälfte ist der Ansicht, dass aktuell bezahl­bare BEV auf dem Neu­wagen­markt fehlen (NW: 58%, GW: 61%).

Unterschiede zeigen sich bei der Frage nach dem schlechten Gewissen bei der Neu­anschaffung eines Verbrenners. Dieser Aussage stimmen 39% der Neu­wagen­kauf­planer und 27% der eher preis­sensiblen Gebraucht­wagen­planer zu.

Fahrzeugwerte sinken weiter:

Bei der Betrachtung der Händler­ver­kaufs­werte von drei­jährigen Gebraucht­wagen wird im Jahr 2026 generell eine sinkende Tendenz deutlich. Stets bezogen auf den ehe­maligen Listen­neu­preis zeigt die Aus­wer­tung der DAT Daten­bank, dass die Werte für Benziner und Diesel zwi­schen­zeit­lich sehr eng bei­ei­nan­der liegen (April 2026: Benzin 60,0%, Diesel 59,3%).

Mit deutlichem Abstand darunter halten sich die Rest­werte der drei­jäh­ri­gen BEV mit 50,2% ihres ehe­ma­li­gen Listen­neu­preises. Inwie­weit die geplante E-Prämie, die noch im Mai rück­wir­kend für ab Januar neu zugelassene BEV beantragt werden kann, diese Werte beein­flussen wird, bleibt abzu­warten.

Methodik

Das DAT Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär-/sekundärspezifischen Automarkt-Daten.

Für die Befragung privater Pkw-Kaufplaner (März 2026) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.031 Online-Interviews (CAWI)
über die GfK NIQ im Zeitraum 20.03.–28.03.2026 durchgeführt. Die Datengewichtung erfolgte nach KBA-Pkw-Bestand (Marke u. Motorart).

Grundsätzliche Hinweise

Unter dem Namen „DAT Diesel-Barometer®“ wurde im April 2017 eine monatliche Online-Publikation der DAT ins Leben gerufen, um die Diskussion um den Diesel zu versachlichen. Gemäß dem Auftrag der DAT, als neutrale Instanz die Daten der Automobil­branche zu sammeln, anzureichern und diese wieder strukturiert dem Markt zur Verfügung zu stellen, konnte eine umfangreiche Wissens­plattform geschaffen werden. Diese soll unter dem Namen DAT Barometer auch weiterhin als Grundlage all denjenigen dienen, die sich in öffentlichen Diskussionen über Themen aus der Automobil­branche vorzugsweise auf Fakten als auf Meinungen stützen. Die unterschied­lichen Perspektiven (private Autokauf­planer, Pkw-Halter, Automobil­händler, Fuhrpark­verantwortliche) der einzelnen Veröffentlichungen zeigen hierbei das Spektrum des Marktes und dessen Sicht auf die individuelle Mobilität.

Sämtliche im DAT Barometer enthaltenen Angaben sind urheber­rechtlich geschützt. Nachdruck und foto­mechanische/digitale Wieder­gabe, auch auszugs­weise, nur mit Quellen­angabe „Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT)“. Kommerzielle Nutzung, auch auszugs­weise, nur nach vorheriger Zustimmung der DAT.

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