DAT Barometer September 2026:
Schwerpunkt KBA

Quo vadis, gebrauchte Verbrenner?

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise 2026 haben bei vielen Kaufplanern dazu geführt, vermehrt über einen reinen batterieelektrischen Pkw nachzudenken – und einige haben dies auch in die Tat umgesetzt. Bei all diesen Entwicklungen und Steigerungsraten lohnt es sich allerdings, auf die Mengen- und Größenverhältnisse der Gebraucht- und Neuwagen zu blicken. Nur fünf Prozent aller Besitzumschreibungen seit Jahresbeginn sind rein batterieelektrisch, bei den Neuzulassungen sind es 26% – gewerbliche inbegriffen. Verbrenner bleiben aber immer noch die meistgesuchte Antriebsart bei Gebraucht- und Neuwagenkäufern.

Die wachsenden BEV-Zulassungszahlen zeigen, dass neben den hohen Kraftstoffpreisen allerdings auch die E-Prämie der Bundesregierung wirkt: Von allen BEV-Neuzulassungen waren im Mai, Juni und August über 50% privat. Dies ist u. a. auch darin begründet, dass der Privatanteil automatisch dann steigt, wenn der gewerbliche sinkt, und in der Tat halten sich viele Unternehmen sich mit ihren Firmenzulassungen zurück. 

Und was passiert beim Handel? Der hat mit etwas höheren Standzeiten bei Verbrennern zu kämpfen, und auch große BEV stehen länger als geplant, während sich die kleineren und günstigeren gebrauchten E-Autos schnell verkaufen. An den Fahrzeugwerten macht sich die BEV-Nachfrage ebenfalls bemerkbar: Die Werte der dreijährigen BEV-Gebrauchtwagen steigen leicht an, während die Verbrenner-Werte etwas zurückgehen – Diesel stärker als Benziner.

BEV-Gebrauchtwagen insgesamt noch unterrepräsentiert:

Gebrauchte BEV sind derzeit eines der meistdiskutierten Themen. Deren Bedeutung für den Markt wächst, in Stückzahlen und im Verhältnis zu den anderen Antriebsarten bleiben sie jedoch überschaubar. Bei den Besitzumschreibungen kommen BEV nur auf 5%. Benzin bleibt dort mit 55% die dominierende Antriebsart.

Diesel erreichen im Gebrauchtwagenmarkt 26%. Anders bei den Neuzulassungen: BEV kommen insgesamt auf einen Anteil von 26% und sind damit nach den sonstigen Antrieben (darunter sehr viele Mildhybride) die zweitstärkste Gruppe. Benziner mit 21% und Diesel mit 13% folgen auf den Plätzen.

Private und gewerbliche BEV-Zulassungen halten sich die Waage:

Lange galt, dass sich private und gewerbliche Zulassungen in einem Verhältnis von zwei Drittel zu einem Drittel aufteilen. So auch bei den BEV Anfang 2026. In den letzten Monaten hat sich hier ein Gleichgewicht eingestellt – und das unter dem Gesichtspunkt, dass die Anzahl aller neu zugelassenen BEV starken Schwankungen unterliegt. So waren es im Juni über 84.000 Einheiten, im August gut 15.000 weniger – und dennoch blieb der Privatanteil jeweils bei 53%. Mit ein Grund für den aktuellen Rückgang der BEV-Zulassungszahlen sind längere Lieferzeiten auf dem Neuwagenmarkt sowie eine Kaufzurückhaltung bei Endverbrauchern und Firmenkunden.

BEV-Besitzumschreibungen nicht mehr über den BEV-Neuzulassungen:

Der Markt für neue und gebrauchte BEV zeigte während des gesamten Jahres 2025 und bis in den Mai 2026 ein deutliches Bild: Es wurden Monat für Monat mehr gebrauchte als neue BEV von Privatpersonen erworben. Seit Mai hat sich das Blatt gewendet, und die privaten Neuzulassungen haben einen Schub gemacht, der mit über 44.000 Einheiten im Juni seinen Peak erreichte. Nun sind die Zahlen wieder gesunken, aber die ersten acht Monate des Jahres 2026 waren kumuliert die bislang stärksten Monate bei BEV seit ihrer Aufzeichnung durch das KBA und mit hohen Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

BEV-Gebrauchtwagen stehen kürzer:

Bei der Betrachtung der Standzeiten von Gebrauchtwagen fällt auf, dass insbesondere BEV-Gebrauchtwagen in den letzten zwei Monaten im Schnitt schneller verkauft werden konnten als Verbrenner – sicherlich auch bedingt durch die hohen Kraftstoffpreise. Rein mengenmäßig handelt es sich allerdings um relativ geringe Stückzahlen, die auch differenziert betrachtet werden müssen: Kleine BEV im Preisbereich von 20.000 bis 25.000 Euro wurden sehr viel schneller verkauft als hochpreisige Pkw größerer Segmente, was sich auf die Standzeiten auswirkt. Die Gesamtmenge an Verbrennern ist dagegen deutlich größer als bei BEV (81% aller Besitzumschreibungen sind klassische Verbrenner).

Restwerte von Verbrennern normalisieren sich:

Immer noch weit weg vom Vor-Corona-Niveau erzielen dreijährige Verbrenner derzeit um die 58% ihres ehemaligen Listenneupreises. Vor Corona waren es um die 52%. In dieser Region liegen in etwa die dreijährigen BEV, die aufgrund der deutlich geringeren Stückzahlen und der derzeitigen Nachfrage einen leichten Anstieg der Restwerte den vierten Monat in Folge verzeichnen können. Der Abstand von bislang im Schnitt zehn Prozentpunkten zwischen Verbrennern und BEV hat sich auf mittlerweile gut sechs Prozentpunkte verringert.

Methodik

Das DAT Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts.
Monatlich werden hierzu umfangreiche Auswertungen vorgenommen, darunter v. a. aus Datenbanken der DAT und des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Grundsätzliche Hinweise

Unter dem Namen „DAT Diesel-Barometer®“ wurde im April 2017 eine monatliche Online-Publikation der DAT ins Leben gerufen, um die Diskussion um den Diesel zu versachlichen. Gemäß dem Auftrag der DAT, als neutrale Instanz die Daten der Automobil­branche zu sammeln, anzureichern und diese wieder strukturiert dem Markt zur Verfügung zu stellen, konnte eine umfangreiche Wissens­plattform geschaffen werden. Diese soll unter dem Namen DAT Barometer auch weiterhin als Grundlage all denjenigen dienen, die sich in öffentlichen Diskussionen über Themen aus der Automobil­branche vorzugsweise auf Fakten als auf Meinungen stützen. Die unterschied­lichen Perspektiven (private Autokauf­planer, Pkw-Halter, Automobil­händler, Fuhrpark­verantwortliche) der einzelnen Veröffentlichungen zeigen hierbei das Spektrum des Marktes und dessen Sicht auf die individuelle Mobilität.

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