Mut zur Verantwortung

DAT Expert Partner Marcel Frank vom Ingenieurbüro für Fahrzeug- und Verkehrstechnik Dipl.-Ing. Dirk Zager GmbH

DAT Expert Partner Marcel Frank von der Dirk Zager GmbH

Schon früh faszinierte Marcel Frank die Technik von Fahrzeugen. Das Schrauben an Motorrollern und Mofas als Schüler ebnete für ihn den Weg in die Kfz-Branche. Sein Mut und seine Leidenschaft, seine Disziplin und seine Fachkompetenz haben ihn früh in eine Führungsrolle gebracht. Heute ist er als 30-Jähriger bereits seit vier Jahren Geschäftsführer des Ingenieurbüros für Fahrzeug- und Verkehrstechnik Dipl.-Ing. Dirk Zager GmbH im Bergischen Land.

Mit der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in einer freien Werkstatt begann seine Karriere ganz klassisch. Ein Prüfingenieur, der die Werkstatt damals betreut hat, warb ihn nach der Ausbildung ab, was für Marcel Frank den Schritt in die Sachverständigen branche bedeutete. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Sachverständigen und startete im Anschluss ein duales Studium an der TH Köln − eigentlich mit dem Ziel, Prüfingenieur zu werden. Im Unternehmen wurde er jedoch häufig für die Erstellung von Gutachten eingesetzt, sodass ihm nach dem Grundstudium klar war, dass er nicht als Prüfingenieur, sondern als Gutachter bzw. Sachverständiger arbeiten möchte. „Das hat mir persönlich einfach mehr Spaß gemacht“, erzählt Marcel Frank. Der Wechsel ins Ingenieurbüro Zager und seine berufsbegleitende Weiterbildung zum Kraftfahrzeugtechnikermeister ebneten Marcel Frank den Weg. Damit war der Grundstein gelegt für eine Karriere, die ihn schneller als gedacht in die Rolle des Unternehmers führte. Bereits mit 26 Jahren unterschrieb er den Vertrag und übernahm das Ingenieurbüro Zager, das er heute als Geschäftsführer leitet – ein Unternehmen mit gutem Ruf und guten Kontakten. „Allein hätte ich ein solches Fundament nie so schnell aufbauen können“, sagt er rückblickend.

Vom Kollegen zum Vorgesetzten

Die Übernahme bedeutete mehr als den Wechsel eines Namens im Handelsregister. „Man übernimmt nicht nur Kunden und Mitarbeiter, sondern vor allem Menschen, Prozesse und Strukturen.“ Gerade die Mitarbeiterführung erwies sich als große Herausforderung: Vom Kollegen zum Vorgesetzten, vom jüngsten Mitarbeiter zum Chef von zehn Angestellten. Dass er das Team und seine Arbeitsweise bereits kannte, half ihm enorm. Dank seines früheren Engagements und der gegenseitigen Wertschätzung ist die Integration gelungen. „Das Verständnis und der Respekt waren nicht nur einseitig – die Mitarbeiter kannten mich gut. Wäre ich von außen gekommen, hätte es wahrscheinlich nicht so gut funktioniert“, ist sich Marcel Frank sicher.

Austausch mit Gleichgesinnten

Der Übergang verlangte Fingerspitzengefühl. Lob, Motivation, unterschiedliche Arbeitsstile – Themen, mit denen er sich durch Fachbücher, Podcasts und Gespräche mit Jungunternehmern und auch „erfahrenen Geschäftsführern“, von denen er lernen konnte, vertraut machte. Vor allem der Austausch mit Gleichgesinnten war ihm wichtig. Und auch Dirk Zager, der das Unternehmen gegründet hat, steht ihm nach wie vor als Berater zur Seite. Die beiden diskutieren regelmäßig über viele fachliche und strategische Themen, und Franks Entscheidungen profitieren von Zagers Perspektive – auch wenn die Verantwortung nun allein bei ihm liegt. Nach der Übernahme stellte Marcel Frank die Weichen für die Zukunft: Er modernisierte Prozesse mit neuer Software, richtete das Unternehmen auf Elektro- und Sonderfahrzeuge aus und startete eigene Initiativen im Bereich Social-Media-Marketing und Employer Branding. Digitalisierung sieht er als zentrales Dauerthema, kennt jedoch auch deren Grenzen: „Nicht jede Neuerung passt sofort zu den Menschen und Abläufen, die seit Jahrzehnten gewachsen sind.“ Umso wichtiger ist ihm der persönliche Kontakt zu Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Diese Haltung spiegelt sich auch in seinem Wechsel zur DAT wider: Als DAT Expert Partner nutzt er den regelmäßigen Austausch auf Tagungen sowie die Zusammenarbeit mit der Expert Partner Organisation, um Impulse für die Weiterentwicklung seines Unternehmens zu erhalten.

Loslassen lernen

Die Rolle als Geschäftsführer brachte einen fundamentalen Perspektivwechsel: Heute ist er nicht mehr nur für einzelne Gutachten verantwortlich, sondern für das gesamte Unternehmen – von der Strategie über Finanzen bis hin zur Zukunftssicherung, zum Beispiel bei Personalfragen, wenn Mitarbeiter in Rente gehen. Etwas schwer fällt ihm noch das Loslassen operativer Aufgaben, die ihm Freude bereiten. „Aber man muss lernen, Verantwortung abzugeben, sonst bleibt keine Zeit für die strategischen Belange“, blickt Marcel Frank realistisch auf seine Funktion.

Mut, Disziplin und Durchhaltevermögen

Marcel Frank sieht die Weiterführung des Unternehmens als große Chance und weiß, dass es auch ein Kraftakt ist. „Gerade am Anfang ist es ein 24/7- Job. Viele sehen das nicht, aber ohne harte Arbeit funktioniert eine nachhaltige Betriebsführung nicht.“ Dabei setzt er auf langfristige Qualität statt kurzfristigen Gewinn. Er möchte neue Geschäftsfelder erschließen, das Ingenieurbüro weiter digitalisieren und es damit nachhaltig für die kommenden Jahre aufstellen. Sein Rat an junge Menschen, die eine Unternehmensnachfolge in Betracht ziehen: Es helfe, ein Unternehmen und seine Mitarbeiter vor einer Übernahme gut zu kennen, wichtig sei betriebswirtschaftliches Denken – und trotz aller Risiken den Mut aufzubringen, den Schritt zu wagen. „Hätte ich mich nicht getraut, wäre ich heute nicht hier. Mut zahlt sich immer aus“, bringt Marcel Frank seine erfolgreiche Entwicklung auf den Punkt.