Werkstattverhalten: Pkw-Halter verändern Verhalten gegenüber Wartung und Reparatur
- Pkw-Halter haben Verhalten gegenüber Wartung und Reparatur verändert
- Mehrheit der Pkw-Halter beschränkte Werkstattbesuch auf einen pro Jahr
- Hohe Werkstatttreue: 90% der Pkw-Halter geht stets in die gleiche Werkstatt
Ostfildern, 01. Oktober 2026
Für viele Pkw-Halter ist das Auto absolut notwendig, um die Mobilität im Alltag sicherzustellen. Gleichzeitig haben viele auch Angst, sich ihr Auto bald nicht mehr leisten zu können. Was das für Werterhalt, Werkstatt und Pflege bedeutet, zeigen die repräsentativ erhobenen Daten für den DAT Report 2026.
Wenn es um ihr Auto geht, dann haben Pkw-Halter einen hohen Qualitätsanspruch, sind aber gleichzeitig zunehmend kostensensibel. Das führt vor allem dazu, dass sie die Leistung ihrer Werkstatt kritisch hinterfragen. Ihr hoher Anspruch spiegelt sich vor allem darin wider, dass für 90% der Pkw-Halter der technische und optische Zustand des eigenen Fahrzeugs eine wichtige Rolle spielt. Mehr als die Hälfte der Pkw-Halter (59%) unterstrich dabei jedoch auch ihre kritische Sicht auf die Kosten. Sie bestätigten, dass sie sich durchaus den Einbau gebrauchter Teile vorstellen könnten, um Reparaturkosten zu senken. Bemerkenswert ist, dass über 40% der Halter daran zweifelten, ob alle von einer Werkstatt durchgeführten Arbeiten tatsächlich notwendig waren. Ein Viertel fühlte sich bei Werkstattbesuchen oftmals nicht optimal beraten und 55% sind zunehmend mit der Entwicklung der Werkstattkosten unzufrieden.
Verändertes Werkstattverhalten
Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich, dass Pkw-Halter ihr aktuelles Verhalten in Bezug auf Wartung und Reparatur im Vergleich zu vor zwei bis drei Jahren verändert haben. Dies bejahte mehr als die Hälfte der Befragten (58%). Von ihnen ließ ein Großteil nur noch das Nötigste an ihrem Pkw machen (43%). Immerhin ein Drittel gab sogar an, vermehrt selbst Arbeiten am eigenen Pkw vorzunehmen oder Hilfe bei Bekannten zu suchen.
Auch die Suche nach günstigeren Werkstätten statt zur Stammwerkstatt zu gehen, bestätigte ein Viertel der Pkw-Halter. Kostenvoranschläge von mehreren Werkstätten einzuholen oder gar nach Nachlässen auf die Werkstattrechnung zu fragen, war bei einem Viertel der Befragten gängige Praxis.
Weiter hohe Werkstatttreue
Die große Mehrheit der Pkw-Halter beschränkte außerdem ihren Werkstattbesuch auf einen einzigen pro Jahr. Immerhin gingen 90% von ihnen stets in die gleiche Werkstatt und wechselten nicht zwischen verschiedenen Betrieben. Die hohe Treue geht in vielen Fällen sicherlich mit einer hohen Zufriedenheit einher. Dennoch stieg auch die Zahl der Kunden, die Unmut bezüglich ihrer Werkstatt äußerten.
„Die abwartende und nach neuen Wegen suchende Haltung bei Wartung und Reparatur könnte den Beginn einer risikoreichen Entwicklung bedeuten. Bereits jetzt ist das in Berichten der Prüforganisationen zu erkennen. Sie stießen zuletzt besonders häufig auf Mängel an den Fahrzeugen. Die Werkstatttreue bleibt dabei insgesamt hoch. Vielleicht ist sie auf die Bequemlichkeit der Kunden zurückzuführen, auf eine gewisse Frustration nach dem Motto ‚es ist ja überall teuer‘ oder aber auch Gründe wie die geschickte Lage der Werkstatt, Erreichbarkeit mit ÖPNV, ohne auf einen Werkstattwagen zurückgreifen zu müssen. All das könnten Punkte sein, die darauf Einfluss nehmen“, kommentieren die Autoren des DAT Reports, Uta Heller und Dr. Martin Endlein.


