Vom puren Luxus zur notwendigen Ausstattung

Die DAT hat den Ausstattungsgrad von Klimaanlagen in Pkw analysiert. Dieses Merkmal ist ein Paradebeispiel für die Entwicklung einer Ausstattungsoption im Auto vom Luxus- zum Massenprodukt. Aktuell sind 95 Prozent aller Pkw damit ausgestattet.

Klimaanlage im Auto: Ursprünglich Ausstattungsmerkmal für die Oberklasse

Bereits in den Fünfzigerjahren wurden die ersten Auto-Klimaanlagen in amerikanischen Fahrzeugen verbaut. Europäische Autos kamen einige Jahre danach in den Genuss der kühlenden Technik, allerdings zunächst für viele Jahre nur in der Oberklasse. Der Grund dafür war einfach: eine Klimaanlage war teuer und kostete Motorkraft. Anfang der Achtzigerjahre wurde selbst bei deutschen Premiumherstellern in der Bordliteratur der Fahrzeuge noch explizit auf die wenigen Vertragswerkstätten hingewiesen, die einen Klimaservice anbieten konnten. 

Beitrag zur Verkehrssicherheit

Doch zu Beginn Neunzigerjahren machte die Klimaanlage Karriere. Inzwischen war sie auch in der oberen Mittelklasse selbstverständlich, galt aber immer noch als luxuriös. Das änderte sich mit der intensiveren aerodynamischen Gestaltung der Fahrzeuge. Die Fensterflächen wuchsen, und die Neigungswinkel der Scheiben schrumpften. Diese modernen Autos heizten sich in der Sonne schnell auf und galten bald als unverkäuflich ohne Klimaanlage. Zur schnellen Marktdurchdringung von Autoklimaanlagen haben auch zahlreiche Studien beigetragen, die den Nutzen einer Klimaanlage für die Verkehrssicherheit nachweisen. Wer gut temperiert unterwegs ist, fährt aufmerksamer und bleibt länger fit. Es dauerte nur noch wenige Jahre bis die Klimaanlage auch im Kleinwagen zu einem selbstverständlichen Ausstattungsposten wurde. Eine Weile lief das Geschäft mit der Nachrüstung von Klimaanlagen auf Hochtouren. Heute sind 95 Prozent aller Pkw in Deutschland mit einer Klimaanlage ausgestattet.

Klimaanlage: Ein Thema für die Fachwerkstatt

Ein Wermutstropfen bei den Klimaanlagen war lange Zeit das Kältemittel. Das ursprünglich eingesetzte R-12 ist stark klimaschädlich, und dessen Einsatz wurde ab 2015 verboten. Deutlich besser war das Kältemittel R-134a, das noch heute in vielen Fahrzeugen seinen Dienst tut. Es wurde begleitet von heftigen Diskussionen durch das nochmals umweltfreundlichere, allerdings brennbare Kältemittel R-1234yf ersetzt. Manche Fahrzeughersteller sind auch auf R-774, besser bekannt als CO2, ausgewichen. Je nach Fahrzeugtyp und Einsatz des Autos ist früher oder später bei jeder Klimaanlage ein Klimaservice erforderlich. Das trifft auf Verbrenner ebenso zu wie auf Elektroautos. Die flexiblen Leitungen im Fahrzeug und die Kupplungspunkte können technisch nicht so dicht sein wie die feste Installation in einem Kühlschrank.