Thema des Monats: Finanzierung und Leasing

Das Thema des Monats behandelt einen wichtigen Schritt beim Kauf von Neuwagen: Finanzierung und Leasing.

  • Ausgabebereitschaft wird auch von Finanzierungquote geprägt
  • Die meisten Neuwagen wurden 2020 finanziert
  • Finanzierungsanteil unterscheidet sich nach Pkw-Segmenten
  • Anteil der Vollfinanzier nimmt zu
  • Finanzierungsanteil unterscheidet sich nach Altersgruppen
  • Leasing im privaten Neuwagenkauf etabliert
  • Gründe für Autoleasing vielfältig
     

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) veröffentlicht einmal im Jahr mit dem DAT-Report exakte und repräsentative Fakten über die automobilen Befindlichkeiten in Deutschland.

Im regelmäßig erscheinenden „Thema des Monats“ werden dabei unterschiedliche Aspekte aus dem DAT-Report 2021 herausgegriffen.

Das Thema des Monats August behandelt einen wichtigen Schritt beim Kauf von Neuwagen: Finanzierung und Leasing. Eine ausführliche Analyse findet sich auf report.dat.de und natürlich im DAT-Report 2021 – dort mit allen Grafiken zu den einzelnen Fakten.

Finanzierung elementar im Kaufentscheidungsprozess

  1. Ausgabebereitschaft wird auch von Finanzierungquote geprägt: Die Ausgabebereitschaft für einen Neuwagen war im Jahr 2020 so hoch wie noch nie. Im Schnitt gaben Neuwagenkäufer 36.340 Euro für ihren Pkw und damit fast 8% mehr als im Vorjahr aus. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie oder der SUV-Trend nehmen beispielsweise Einfluss. Aber auch das Finanzierungsverhalten ist ein wichtiger Faktor. Während die Zinsen weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau sind, ist die Bereitschaft, Produkte zu finanzieren weiterhin hoch. Daher spielt bei einem ganz oder teilweise finanzierten Pkw der Kaufpreis eine deutlich niedrigere Rolle als beim Kauf ohne Finanzierung aus eigenen Mitteln.
     
  2. Die meisten Neuwagen wurden 2020 finanziert: Auf die Frage an alle privaten Neuwagenkäufer, ob ihr Wagen ganz oder teilweise durch einen Kredit einer Bank oder durch einen Händler finanziert wurde, waren die Antworten recht eindeutig. Die überwiegende Mehrheit (62%) hatte ihren Neuwagen finanziert. Eine Vollfinanzierung nahmen 12%, eine Teilfinanzierung 50% der privaten Neuwagenkäufer in Anspruch. Nur noch 16% stemmten komplett aus eigenen Mitteln den Kauf, und die Leasingquote lag bei 22%.
     
  3. Finanzierungsanteil unterscheidet sich nach Pkw-Segmenten: Liegt der durchschnittliche Finanzierungsanteil (ganz/teilweise finanziert) bei 62%, variiert dieser in den unterschiedlichen Pkw-Segmenten. Kleinst- und Kleinwagen weisen mit 71 und 75% eine wesentlich höhere Quote auf. Die in Deutschland am häufigsten vertretene Kompaktklasse sowie die Geländewagen/SUV liegt mit 67% nur knapp über dem Durchschnitt. Die Segmente Mittel- und Obere-Mittelklasse verzeichnen dagegen mit 45 und 33% einen unterdurchschnittlichen Anteil.
  4. Anteil der Vollfinanzierer nimmt zu: Betrachtet man die privaten Neuwagenkäufer, die ihren Pkw voll finanziert haben – also den kompletten Betrag durch einen Kredit bei einer Bank oder über ihren Händler finanziert haben - fällt auf, dass deren Anteil deutlich zugenommen hat. Die Angebote der Banken und Hersteller waren so verlockend, so dass 2020 bereits 12% der Neuwagenkäufer diese wählten. Der Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentpunkte vergrößert (2019: 8%), im Zeitraum von fünf Jahren sogar verdreifacht (2016: 4%).
  5. Finanzierungsanteil unterscheidet sich nach Altersgruppen: Die Altersgruppe mit dem höchsten Finanzierungsanteil waren 2020 die 30 bis 39 Jährigen. Mit 77% griffen mehr als drei Viertel dieser Altersgruppe bei der Finanzierung auf Kredite zurück. Während die Altersgruppe der bis 29 Jährigen und die der 40 bis 49 Jährigen dem Durchschnitt entsprach (61% und 63%) sank der Finanzierungsanteil bei den 50 bis 59 Jährigen auf 58% und bei den über 60 Jährigen sogar unter 43%.

Trend zu mehr Privatleasing

  • Leasing im privaten Neuwagenkauf etabliert: Die Bedeutung des privaten Neuwagenleasings hat sich zwischenzeitlich gut entwickelt. Der Leasinganteil betrug 2020 22%. Der Fünf-Jahres-Trend zeigt die deutlichste Entwicklung zwischen 2018 und 2019, als die Quote von 14% um acht Prozentpunkte auf 22% anstieg. Vor allem durch interessante Leasingangebote für E-Autos könnte diese Form der Finanzierung in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Denn diese Nutzungsform bietet dem Endverbraucher den Vorteil, auf ein E-Auto umzusteigen, ohne das Risiko eines großen Wertverlustes (Batterie/Technik) einzugehen.
  • Gründe für Autoleasing vielfältig: Fragt man diejenigen, die ihren Neuwagen geleast haben nach den Gründen, so steht ganz oben das Statement „bequeme, kalkulierbare Art, das Fahrzeug zu nutzen“ (78%). Auch der Faktor „nicht Besitz, sondern (nur) Nutzung“ wurde von 67% der Befragten genannt. Die Frage des Wertverlustes und dessen mögliche Vermeidung spielte für 50% der Befragten eine Rolle. Aufgrund niedriger Raten haben sich immerhin 37% der Befragten für ein Leasingmodell entschieden. Zudem wurde auch von 19% der Leasingnehmer aufgrund der attraktiven Rate eine andere Antriebsart (Diesel-, Benzin-, Batterieantrieb etc.) gewählt als ursprünglich geplant.

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Über den DAT-Report

Der DAT-Report der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) erscheint jährlich seit 1974 und gilt seitdem als verlässliche, neutrale Quelle für exakte, repräsentative Fakten über die automobilen Befindlichkeiten in Deutschland. Diese umfangreiche und in Deutschland einzigartige Studie gilt seit über vier Jahrzehnten als wichtiges Instrument zur strategischen Planung in der Automobilwirtschaft.

Basis für den DAT-Report ist stets eine repräsentative Befragung von Endverbrauchern, die von einem Marktforschungsinstitut im Auftrag der DAT vorgenommen wird. Der aktuelle DAT-Report 2021 betrachtet das Autojahr 2020. Er umfasst 84 Seiten, 118 Grafiken und entsprechende Kommentierungen.

Ab dem 10. Februar wurde der neue DAT-Report der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Studie ist kostenpflichtig. Alle Informationen zu den Bestellmodalitäten finden sich unter report.dat.de

Für den DAT-Report 2021 wurden im Auftrag der DAT durch das Marktforschungsinstitut GfK insgesamt 4.547 Personen zum Autokauf und zum Werkstattverhalten befragt. Für den Pkw-Kauf waren es 2.550 Personen (Befragung via CAPI durch Face-to-Face-Interviews; 1.278 private Neuwagenkäufer, 1.727 Gebrauchtwagenkäufer); Bedingung: Der Pkw-Kauf musste im Zeitraum März bis Oktober 2020 stattgefunden haben. Der Befragungszeitraum dauerte von Juli bis Oktober 2020. Für den Reparatur- und Wartungsbereich sowie das Werkstattverhalten wurden 1.997 Autofahrer/Pkw-Halter befragt (Befragung via CAWI/Access-Panel). Der Befragungszeitraum dauerte von September bis Oktober 2020.

Via Twitter (@datgmbh) werden u. a. regelmäßig Zahlen aus dem DAT-Report unter dem Hashtag #datreport oder #datreport2021 publiziert. Einmal im Monat erscheint der kostenfreie Newsletter mit weiteren Infos aus dem DAT-Report, dem DAT-Barometer oder zu Sonderthemen. Anmeldung unter dat.de/newsletter

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