Generation Z im Fokus: ihre Sicht auf Auto und Kaufprozess

Thema des Monats April

Thema des Monats April 2026 - Generation Z im Fokus: ihre Sicht auf Auto und Kaufprozess
  • Informationsquellen: Trotz Onlineaffinität persönlicher Austausch wichtig
  • Kaufverhalten: Vollständiger Online-Kaufprozess oft vorstellbar
  • Elektromobilität: Etwas mehr Erfahrung und deutlich weniger skeptisch


Ostfildern, 7. April 2026 Die Generation Z (1995-2010 Geborene) rückt zunehmend in den Fokus der Automobil­branche. Sie ist die erste Generation echter „Digital Natives“ und mit Smartphones und Social Media aufgewachsen. Mit ihr ist eine Zielgruppe herangereift, deren Perspektiven und Erwartungen auch den Autokaufprozess prägen.

Im Thema des Monats wirft die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) auf Basis der Daten des aktuellen DAT Reports 2026 einen genaueren Blick auf die Sichtweise der Gebraucht­wagen­käufer und Pkw-Halter bis 29 Jahre und beleuchtet zentrale Aspekte ihrer Beziehung zum Auto und zum Autokauf.

Informationsquellen: Trotz Onlineaffinität persönlicher Austausch wichtig

Dass die onlineaffine Generation Z sich im Pkw-Kaufprozess haupt­sächlich online informiert, ist erwartbar. Laut DAT Report 2026 zeigt sich an der Spitze: 93% der Gebrauchtwagenkäufer in der Altersgruppe bis 29 Jahre informieren sich über Online­verkaufs­platt­formen. Auch unter allen Gebraucht­wagen­käufern ist das die Top-Nennung, liegt hier aber mit 84% neun Prozentpunkte darunter. Es folgen in beiden Zielgruppen die klassischen Such­maschinen (58% und 52%). Auf dem dritten Platz kommen bei den bis 29-jährigen Foren, Blogs und Social Media mit 41%. Der Durchs­chnitt vereint mit 31% zehn Prozentpunkte weniger auf sich. 

Überdurchschnittlich wichtig waren für die bis 29-Jährigen im Infor­mations­prozess jedoch auch die offline Gespräche mit dem privaten Umfeld (73%, Gesamt 67%). Auffällig ist: Bei Händler oder Werkstatt hat sich diese Generation hingegen deutlich seltener informiert (16%). Denn betrachtet man den Wert für alle Gebraucht­wagen­käufer, liegt dieser nahezu doppelt so hoch (30%).

Kaufverhalten: Vollständiger Online-Kaufprozess oft vorstellbar

Die jüngeren Käufer unter 30 Jahren haben sich nicht nur häufiger online informiert, sondern ihr Fahrzeug tat­säch­lich auch häufiger über eine Online-Plattform gefunden und dann offline gekauft (44%). Der Durch­schnitts­wert über alle Gebraucht­wagen­käufer hinweg liegt deutlich niedriger bei 36%.

Die unter 30-Jährigen können sich auch viel häufiger einen vollständig digitalen, rechtssicheren Prozess beim Gebraucht­wagen­kauf inklusive Bezahlung vorstellen. Sie sind dem­gegen­über viel auf­ge­schlossener und bereit, den Kauf­prozess komplett online durchzuführen.

Für den DAT Report wurden außerdem alle privaten Autokäufer erstmals gefragt, inwieweit sie alternative Fort­bewegungs­mittel zum Autokauf in Erwägung gezogen hatten. Ähnlich wie im allgemeinen Durch­schnitt (97%) sagte bei den unter 30-Jährigen die große Mehrheit (94%) der Gebraucht­wagen­käufer zunächst, dass der Kauf alternativ­los war.

Alternativen zum Auto spielten dabei im Kauf­prozess eine geringe Rolle. Auto-Abo, E-Bike oder Motorroller wurden nahezu gar nicht in die Über­legungen einbezogen. Erkennbar häufiger sah die junge Generation nur Car-Sharing (2%) und den öffentlichen Nahverkehr (5%) als mögliche Alternativen zum Gebraucht­wagen­kauf.

Elektromobilität: Etwas mehr Erfahrung und deutlich weniger skeptisch

In diesem Zusammenhang lohnt ein Blick auf die Erfahrungen der jungen Generation mit Elektromobilität. Ein BEV sind bisher 30% aller Pkw-Halter gefahren. Betrachtet man nur die Altersgruppe der unter 30-Jährigen zeigt sich ein leicht höherer Wert von 34%.

In Sachen Einstellung zu Elektromobilität weist diese Zielgruppe aber Unterschiede auf: Während Punkte wie „Perfektes Alltagsauto“ oder „Antriebsart der Zukunft“ auf Durchschnittsniveau liegen, ist die junge Zielgruppe gegenüber BEV deutlich weniger skeptisch. Nur 58% stimmen der Aussage zu „BEV sind zu teuer in der Anschaffung“. Unter allen Pkw-Haltern sind es 80%. Deutlich geringer schätzen sie zudem „die Batterie ist großer Unsicherheitsfaktor“ ein (59% zu 72%).

Und auch die Aussage: „Solange ich zuhause nicht laden kann, kommt ein E-Auto für mich nicht infrage“ bestätigten „nur“ 64% der jungen Generation, im Gesamtdurchschnitt über alle Pkw-Halter hinweg liegt der Wert bei 72%.

„Die Onlineaffinität der unter 30-Jährigen im Informations- und Kaufprozess geht aus unseren Umfragen deutlich hervor. Für den Handel ein klares Signal, die Onlinestrategie weiterhin stärker auf die jungen Menschen auszurichten“, kommentieren Uta Heller und Dr. Martin Endlein, die Autoren des DAT Reports.