Gebrauchtwagenmarkt im September

Zahlen des Automobilmarkts zeigen deutlich, welche Auswirkungen die WLTP-Aktivitäten aus den Vormonaten haben

Die Zahlen des Automobilmarkts im September zeigen deutlich, welche Auswirkungen die WLTP-Aktivitäten aus den Vormonaten haben. Die Neuwagenzahlen sind erwartungsgemäß eingebrochen: Minus 36,7 Prozent gegenüber Vormonat und Minus 30,5 Prozent gegenüber Vorjahresmonat. Immerhin liegt der Neuwagenmarkt aufgrund der starken Vormonate kumuliert noch 2,4 Prozent im Plus. Der Gebrauchtwagenmarkt ist zwar auch rückläufig, aber längst nicht so deutlich: 575.990 Besitzumschreibungen im September bedeuten Minus 9,1 Prozent gegenüber Vormonat und Minus 2,0 Prozent gegenüber Vorjahresmonat. Seit Anfang des Jahres wurden 5.468.346 Gebrauchtwagen verkauft, das sind – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum – nur 1,5 Prozent weniger. Damit zeigt sich erneut, dass der GW-Markt trotz attraktiver Neuwagenprämien und Vorzieheffekten nicht solch starken Schwankungen unterliegt.

Hinzu kommt: Seit Jahresbeginn ist laut KBA die Nachfrage nach Diesel-Gebrauchtwagen mit rund 200.000 Einheiten pro Monat relativ stabil. Auffällig hierbei: Erstmals wurden im August die Euro-6-Diesel mengen- und anteilsmäßig am häufigsten gehandelt (71.636 Einheiten; 36 Prozent), am wenigsten die gebrauchten Euro-5-Diesel (58.630 Einheiten; 29 Prozent).

Dass der Diesel weiterhin gefragt ist, zeigt sich im aktuellen DAT Diesel-Barometer. Für den Weg zur Arbeit werden von den befragten Kaufplanern im Schnitt täglich 37 km zurückgelegt, Dieselfahrer kommen auf 45 km, Benzinfahrer auf 33 km. Neben dem generellen Bedarf an Diesel-Pkw ist auch die Attraktivität des Selbstzünders gestiegen. Seit der Befragung im Juni würden mehr Endverbraucher einen Diesel der neuesten Generation Euro 6d-TEMP in Betracht ziehen (35 Prozent; unter den Dieselfahrern 59 Prozent). Sollten Fahrverbote vom Tisch sein, würden sich 32 Prozent aller Befragten und 56 Prozent aller befragten Dieselfahrer (wieder) für einen Diesel entscheiden. Konkret gefragt nach der Motorart beim nächsten Autokauf würden sich aktuell 15 Prozent (März: 11 Prozent) für einen Diesel entscheiden (Diesel-Fahrer zu 40 Prozent [März: 29 Prozent]). Ihren Pkw-Kauf haben nur 34 Prozent verschoben, 58 Prozent tun das nicht. Sollte eine technische Nachrüstung möglich sein, würden sich Dieselfahrer zu 38 Prozent finanziell daran beteiligen (Juni: 41 Prozent). Top-1-Grund bleibt die Umgehung der Fahrverbote. Was die Gebrauchtwagenwerte betrifft, so verlaufen Benzin und Diesel-Pkw parallel ohne Einbrüche. Der Handel hatte im August wieder etwas längere Standzeiten: Gebrauchte Diesel-Pkw stehen 103, Benziner 80 Tage bis zum Verkauf.

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