Gebrauchtwagenmarkt im Mai 2024

Im Mai zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 529.062 Besitz­um­schrei­bungen. Das sind 9,0 Prozent weniger als im April, der durch eine spürbare Belebung gekenn­zeichnet war.

Immerhin wuchs der Markt aktuell aber gegenüber Mai 2023 um 4,6 Prozent. Seit Jahresbeginn wechselten somit 2.736.650 Gebrauchtwagen den Besitzer – eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 10,8 Prozent.

Der Markt für Gebrauchtwagen zeigt sich in den ersten fünf Monaten des Jahres als Garant für Mobilität. Wer ein Fahrzeug sucht, weil er z. B. ein bestehendes ersetzen möchte, der wird vor allem auf dem Gebrauchtwagenmarkt fündig. Fast elf Prozent Steigerung gegenüber Vorjahreszeitraum spricht eine deutliche Sprache. Vergleicht man das allerdings mit den ersten fünf Monaten des Jahres 2019, fehlen aktuell noch über 300.000 Einheiten. 

Der Markt zeigt derzeit allerdings eine interessante Entwicklung in Bezug auf die Verkaufspreise vom Handel an Endverbraucher. Der zu Beginn des Jahres starke Rückgang der Preise – die in den Jahren zuvor durch ein unnatürliches Hoch gekennzeichnet waren – hat sich abgeschwächt. Der Preisrückgang setzt sich also fort, aber eben nicht mehr mit einem so steilen Gefälle wie zu Beginn des Jahres. Um den Markt Anfang 2024 anzuschieben, mussten die Fahrzeuge preislich attraktiver werden. Hieran zeigt sich deutlich die elementare Charakteristik von Angebot und Nachfrage. Derzeit herrscht wieder ein Überangebot an Gebrauchtwagen, das auf zögerndes Autokaufverhalten trifft. In der Folge preisen die Händler ihre Fahrzeuge ab. Nicht mehr dramatisch, aber dennoch kontinuierlich. Das führt dazu, dass viele Endverbraucher, die ihren Autokauf aufgrund hoher Preise verschoben hatten, immer häufiger in die heiße Phase der Kaufplanung einsteigen. Das konnten wir auch in unserem letzten DAT Barometer feststellen. Jetzt realisieren die Menschen ihren Autokauf, und wenn sie einen Gebrauchtwagen suchen, dann in Form eines Benziners. Das gilt für die Hälfte aller GW-Autokaufplaner. Ein BEV als Gebrauchtwagen kommt nur für neun Prozent infrage. Der BEV-Markt ist noch klein, und er kommt nur schwer in Fahrt – das gilt bei den Neuwagen gleichermaßen.

Der Gebrauchtwagenmarkt dreht somit von seiner unnatürlichen Hochphase in Richtung Normalität. Bis die Fahrzeugwerte wieder das Vorkrisenniveau erreichen, dauert es zwar noch etwas, aber der Weg ist eingeschlagen.