Gebrauchtwagenmarkt im März 2026
Betrachtet man das erste Quartal, so wechselten 1.609.667 Gebrauchte den Besitzer, dies ist ein leichter Rückgang zum ersten Quartal 2025.
Der Automobilmarkt insgesamt überrascht zum Ende des ersten Quartals mit positiven Zahlen. Die Neuzulassungen zeigen ein deutliches Plus im März gegenüber dem Vorjahr, und auch bei den Besitzumschreibungen ist eine Frühjahrsbelebung spürbar. Aber wie viele dieser Kaufentscheidungen wurden getroffen, bevor die Straße von Hormus am 1. März gesperrt wurde? Unser Automobilmarkt ist ja generell ein Spiegel von zeitversetzten Kaufentscheidungen.
Der Direktor der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, warnte jüngst vor einem „schwarzen April“ und bezog sich auf eine kommende europaweite Energiekrise, sollte diese wichtige Handelsroute im Nahen Osten weiter geschlossen bleiben. Die Frage ist: Was hat das mit dem Gebrauchtwagenmarkt oder dem Automobilmarkt insgesamt hierzulande zu tun?
Zunächst wird ein Thema sehr deutlich: Ohne individuelle Mobilität geht es nicht in Deutschland. Über 80 Prozent der privaten Pkw-Halter sind, so haben wir es im aktuellen DAT Report ermittelt, jeden Tag auf ihr Auto angewiesen. Besonders die Strecke vom Wohnort zur Arbeit hat am stärksten zugenommen im Vergleich zum Vorjahr. Und da die Kraftstoffpreise mittlerweile absurd hohe Preise angenommen haben, bleiben den durchschnittlichen privaten Pkw-Haltern, die eben keine Tankkarte besitzen, nur wenige Optionen: weniger fahren, langsamer fahren oder andere Verkehrsmittel nutzen. Oder elektrisch fahren.
Wir hören in den Gesprächen mit Händlern und Plattformbetreibern, dass das Interesse an elektrifizierten Antrieben steigt. Eigenheimbesitzer, die sich Gedanken über ihre Heizung machen, denken in diesem Zuge über Photovoltaik und E-Mobilität nach. Oft sicherlich auch über ein neues E-Auto. Aber wie sieht es beim Gebrauchtwagenkäufer aus? Der in der Regel keine eigene Garage besitzt, zur Miete wohnt, für seinen letzten Gebrauchtwagen je nach Kaufdatum 18.000 Euro oder weniger ausgegeben hat. Auch der ist in hohem Maße aufs Auto angewiesen, kann sich aber spontan kein E-Auto leisten – vermutlich häufig auch kein gebrauchtes. Somit dürften Aussagen, die gestiegene Verkäufe an E-Autos im Zusammenhang mit den hohen Spritpreisen sehen, kritisch hinterfragt werden.
