Gebrauchtwagenmarkt im Juli 2026

Die Besitzumschreibungszahlen im Sommermonat Juli waren mit 577.139 Einheiten 4,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn wechselten nach Informationen des KBA somit 3.770.984 Mio. Gebrauchtwagen den Besitzer. Auch das ein Rückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt ist das der dritte Rückgang in Folge.

Der Gebrauchtwagenmarkt rückt bei der Diskussion rund um den Automobilmarkt oftmals in den Hintergrund. Dabei ist er der wesentlich größere Marktplatz für individuelle Mobilität der End­ver­braucher. Immerhin haben sich im Juli fast 580.000 Personen für einen Gebraucht­wagen entschieden. Im Gegensatz dazu waren es im Juli knapp 99.000 Neu­wagen, die von Privat­personen zugelassen wurden.  

Die Frage ist, wie sich die Menschen künftig ihre so dringend benötigte Mobilität überhaupt noch leisten sollen. „Teuer ist das neue Normal“ – so oder so ähnlich könnte man die Situation der End­ver­braucher hierzulande zusammen­fassen. Als Folge des Chip­mangels vor ein paar Jahren gibt es immer noch weniger handels­fähige Fahrzeuge im Markt, wodurch die GW-Notierungen auf höherem Niveau liegen als 2019.

Wenn wir ausnahmsweise einmal nicht in die Datenbanken der DAT, sondern nach Wiesbaden zum Statistischen Bundesamt blicken, dann sieht man die Preisentwicklung schwarz auf weiß: Dieselkraftstoff: + 30%, Superbenzin: +17%, gestiegen sind auch Kraft­fahr­zeug­ver­siche­rung sowie die Miete für Garage und Stellplatz. Hinzu kommen Verteuerungen bei vielen weiteren Dingen des täglichen Lebens: Schwimm­bad­besuche, Schreib­materialien zum Schul­anfang oder Urlaubs­reisen. Apropos Urlaub: Ein Fünftel der Wohn­be­völ­kerung kann sich nach eigener Einschätzung keine einwöchige Urlaubs­reise leisten.  

Wir blicken gespannt auf die derzeit laufende Befragung bei den Gebraucht- und Neu­wagen­käufern für den neuen DAT Report 2027. Im vergangenen Jahr lag der Gebraucht­wagen­preis im Schnitt bei 18.310 Euro, beim Marken­handel bezahlten die Käufer 25.350 Euro. Die Frage wird sein, wie sich diese Preise entwickeln. Geht die Schere weiter auseinander zwischen den Menschen, die sich einen (zunehmend elektrifizierten) Neuwagen leisten können und denjenigen, die eigentlich einen Gebraucht­wagen suchen, aber aus Geldnöten ihren bestehenden, 9,5 Jahre alten Pkw weiter­fahren? Und: Hat insbesondere der Marken­handel für diese große Gruppe der Auto­käufer die passenden, d. h. günstigen Gebraucht­wagen im Sortiment?  

Wir bei der DAT beobachten dies sehr genau und sehen schon jetzt, dass etwa Diesel­fahrzeuge an Wert verlieren, während kleine und kompakte gebrauchte BEV im Wert zulegen.