Gebrauchtwagenmarkt im Januar 2026
Ein wirklich schwacher Start ins neue Autojahr. Zum Vergleich: Im Januar 2019 wechselten 601.128 Gebrauchtwagen den Besitzer, ein Rückgang von 16 Prozent.
Eine halbe Million Menschen haben sich im Januar einen Gebrauchtwagen gekauft. Das sind eine halbe Million erfüllter Mobilitätsträume – passend zum Budget der Käufer. Das sind aber immer noch 100.000 Personen weniger als in den Vor-Corona-Jahren.
Hinzu kommt: Wenn wir davon ausgehen, dass die wirtschaftliche Situation der Gebrauchtwagenkäufer in diesem Jahr ähnlich wie im letzten Jahr ist, dann werden wir solche Zahlen auch nicht wieder erleben. Und: Viele werden ihre Fahrzeuge beim freien Handel gekauft haben. Warum? Weil dieser zwar in Teilen ältere Pkw mit höherer Laufleistung und mehr Vorbesitzern im Sortiment hat(te), aber diese offensichtlich besser zu den Budgetvorstellungen der Käufer gepasst haben.
In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dies: Der freie Handel hat vergangenes Jahr 38 Prozent Marktanteil an allen Besitzumschreibungen und damit erstmals in der Geschichte des DAT Reports mehr als der Markenhandel (36 Prozent).
Das Geld der Menschen sitzt nicht mehr so locker wie früher. Deutschland befindet sich weiterhin in einer Phase ohne wirtschaftlichen Aufschwung inklusive weiter hohen Kosten. Hierzu eine Zahl, die nicht aus dem DAT Report, sondern vom Statistischen Bundesamt stammt, aber zu denken gibt: Fast ein Drittel aller Haushalte wäre aufgrund der eigenen finanziellen Situation nicht in der Lage, größere, unerwartet anfallende Ausgaben aus eigenen Finanzmitteln zu bestreiten. Das bedeutet: Keine finanziellen Reserven.
Und wer wie über 80 Prozent der Pkw-Halter jeden Tag aufs Auto angewiesen ist, der hat gar keine andere Wahl, als sich nach günstigen Gebrauchtwagen umzuschauen.
Ob genau dieses Käuferklientel dann darauf gewartet hat, sich mit einer staatlichen Prämie ein neues Elektroauto zu kaufen, lassen wir an dieser Stelle einmal unkommentiert.
