Gebrauchtwagenmarkt im April 2026

Der Gebrauchtwagenmarkt hat nach einem rasanten Anstieg im März nun im April eine Pause eingelegt. 555.152 Besitzumschreibungen zählte das KBA, das sind 8,3 Prozent weniger als im März und 2,8 Prozent weniger als im April 2025.

Kumuliert haben im ersten Drittel des Jahres damit 2.164.819 Pkw den Besitzer gewechselt. Auch das trotz des starken Vormonats ein Rückgang um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Gebrauchtwagen-Monat April steht im Schatten des Vormonats März. Es war nicht, wie befürchtet, ein „schwarzer April“, aber man hört, dass manche Lieferketten wegen der international schwierigen Lage unterbrochen oder zumindest gestört sind. Die Situation an den Zapfsäulen bleibt jedenfalls angespannt.  

Eine Konsequenz daraus ist: Viele Endverbraucher interessieren sich für Elektromobilität – vor allem, wenn ein neues Fahrzeug angeschafft werden soll. Aber auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt herrscht eine gestiegene Nachfrage nach BEV. Hohe Nachfrage besteht vor allem nach günstigeren elektrischen Gebrauchtwagen.  Sehr gerne gekauft werden dort Fahrzeuge bis 25.000 Euro im Händler-VK – idealerweise mit Batteriezertifikat. Der Blick in die Börsen zeigt: Knapp jedes fünfte gebrauchte BEV bei Händlerinseraten hat ein solches Zertifikat. Man könnte auch sagen „nur jedes fünfte gebrauchte BEV“, wissen wir doch aus dem DAT Report, dass das Thema Vertrauen eine ganz große Rolle spielt. Käufer an den Börsen filtern nach Zertifikaten, und somit werden Fahrzeuge nicht sofort, sondern nur langsamer verkauft. Und wenn es dann zum Verkauf kommt, wird auf jeden Fall ein Zertifikat erstellt.

Und wenn man den BEV-GW-Markt insgesamt beobachtet, dann sieht man deutlich: Alles, was an E-Autos in den Jahren 2021 und 2022 noch während der Förderprämie neu zugelassen wurde, kam seit Jahresbeginn vermehrt auf den Markt, und nun – durch die gestiegene Nachfrage – gehen die Inserate zahlenmäßig nach unten. Diese Situation von sinkendem Angebot und steigender Nachfrage bedeutet, dass sich die Preise für gebrauchte E-Autos wahrscheinlich etwas stabilisieren werden. 

Wir werden vielleicht im Juni und Juli erste Impulse spüren, wenn die Prämie bei neuen BEV live gegangen ist und die Händler ihre jungen BEV-Gebrauchtwagen wieder abpreisen (müssen), um wettbewerbsfähig zu bleiben. Lange Lieferzeiten auf dem Neuwagenmarkt könnten diesem aber entgegenwirken. Konfliktpotenzial herrscht übrigens auch bei Fahrzeugen, die nicht gefördert werden. Der eine oder andere Hersteller könnte in Versuchung geraten, auch auf solche Fahrzeuge einen Nachlass zu geben – um mithalten zu können, wenn durch staatliche Eingriffe die Preise verändert werden.