Der Gebrauchtwagenmarkt im September 2026

Der September bringt neue Zahlen und neuen Schwung für den Gebrauchtwagenmarkt. Denn nach Informationen des Kraftfahrt-Bundesamtes wurde im September 533.447 Besitzumschreibungen abgewickelt. Das entspricht damit einem Zuwachs von 6,2 Prozent gegenüber dem August.

Jedoch zeigt sich im Vergleich mit dem Vorjahresmonat ein Rückgang von 4,8 Prozent.  Somit ist dies der dritte Monat in Folge der gegenüber den Vorjahreswerten negativ abschneidet. Dies spiegelt sich auch in den kumulierten Zahlen des Gebrauchtwagenmarktes im Jahr 2026 wider, der mit bisher 4.806.866 Einheiten 2,9 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum liegt.  

Wohin entwickelt sich der Markt derzeit? Was wir aus unseren Erhebungen für den jährlichen DAT Report wissen, ist: Die Menschen in Deutschland sind in sehr hohem Maße auf individuelle Mobilität angewiesen. Diese Mobilität ist mit Verbrennerfahrzeugen seit der Sperrung der Straße von Hormus für sehr viele Pkw-Halter zu einer finanziellen Herausforderung geworden – mit und ohne Tankrabatt. Aus dieser Not heraus wurden seit März 2026 oftmals – wenn eine Neuanschaffung anstand – gebrauchte BEV erworben

Bei all den Steigerungsraten bei den Besitzumschreibungen für BEV wird aber aus den Zahlen des KBA sehr deutlich, dass die häufigste Antriebsart bei Gebrauchtwagenkäufern nach wie vor der Benziner ist, gefolgt vom Diesel. Mit weitem Abstand dann die BEV.  

Was der Handel allerdings spürt, ist, dass die Anzahl der Inserate von BEV-Gebrauchtwagen mit der Explosion der Kraftstoffpreise ab März 2026 stark zurückgegangen ist. Viele dieser Gebrauchtwagen wurden schnell oder schneller abverkauft. In den Sommermonaten Juli und August ist die Zahl der Inserate aber wieder angewachsen. Das bedeutet: Wir hatten Phasen, in denen Bestände beim Handel knapp wurden (z. B. zwischen März, April und Mai vor allem bei drei Jahre alten bzw. klassischen Leasingrückläufern). Danach überstieg der Warenzufluss durch z. B. Leasingrückläufer wieder den Abverkauf, so dass das Angebot wieder anwuchs.

Und warum sind gebrauchte BEV attraktiv für Endverbraucher? Das liegt neben den Überlegungen rund um die Kraftstoffpreise auch oft daran, dass die Fahrzeuge, die vor zwei oder drei Jahren neu auf den Markt gekommen sind, heute technologisch interessanter sind als früher. Und das Angebot insgesamt ist wesentlich vielfältiger, was Modelle und auch Segmente betrifft. Zudem haben sich die Preise dieser Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt dahingehend entwickelt, dass sie für mehr Käufer attraktiver geworden sind.  

Wir wissen aus dem DAT Report, dass ein Gebrauchtwagenkäufer letztes Jahr im Schnitt knapp unter 20.000 Euro für einen Gebrauchtwagen ausgegeben hat. Wurde dieser beim Markenhandel erworben, investierten die Käufer um die 25.000 Euro. Das bedeutet: Liegen gebrauchte BEV in einem Preiskorridor von 20.000 bis 25.000 Euro, werden sie auch für Gebrauchtwagenkäufer interessant. Wir wissen, dass Gebrauchtwagenkäufer in der Regel nicht über eine eigene Garage, einen eigenen Stellplatz oder eine Lademöglichkeit verfügen. Dennoch entscheiden sich monatlich etwa 25.000 Privatpersonen für ein gebrauchtes Elektroauto. Über 500.000 entscheiden sich allerdings monatlich für einen Verbrenner-Gebrauchtwagen. Die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos ist vorhanden und auch spürbar. Der Verbrenner bleibt aber nach wie vor die häufigste Wahl.