Automarke beim Autokauf - Bedeutung Wahrnehmung und die Sicht auf chinesische Marken
- Markentreue bleibt bei Neuwagenkäufern mit 56% stark
- Hohe Wahrnehmung von chinesischen Marken gepaart mit zögerlichem Kaufinteresse
- Frauen zeigen größere Offenheit gegenüber chinesischen Marken
Ostfildern, 4. Mai 2026 – Die Wahl der Automarke spielt beim Fahrzeugkauf eine zentrale Rolle. Wie wichtig sie beim Autokauf tatsächlich ist und welche Rolle chinesische Marken für Endkunden inzwischen spielen, zeigt die aktuelle Befragung für den DAT Report 2026. Zentrale Botschaft aus den Ergebnissen ist, dass Markenbindung nach wie vor stark bleibt und neue Wettbewerber aus China zwischenzeitlich die Marktstruktur und Wahrnehmung mitgestalten.
Markenbindung bleibt stark
Die Ergebnisse des DAT Reports zeigen, die Markenloyalität ist bei Endkunden nach wie vor ausgeprägt. 44 Prozent der Neuwagenkäufer schätzen sich selbst als äußerst markentreu ein. Sie gaben an, ausschließlich eine Marke zu präferieren. Bei der tatsächlichen Kaufentscheidung zeigt sich die Markentreue dann sogar noch stärker, denn 56 Prozent entschieden sich erneut für ihre bisherige Marke. Dies deutet darauf hin, dass beim tatsächlichen Kauf oftmals auf Vertrautes und Bestehendes zurückgegriffen wird und Endverbraucher bereits Bekanntem treu bleiben.
Bei Gebrauchtwagenkäufern ist die Markenbindung etwas geringer: 35% der Gebrauchtwagenkäufer gaben an, bei ihrer bisherigen Marke zu bleiben. Beim tatsächlichen Kauf waren es dann 39 Prozent. Bedeutsam in diesem Kontext ist: 55% der Gebraucht- und 63% der Neuwagenkäufer haben sich für die aktuelle Pkw-Marke entschieden, weil sie vor dem Kauf bereits positive Erfahrungen mit ihr gemacht hatten.

Wenig Erfahrung, jedoch hohe Wahrnehmung chinesischer Marken
Chinesische Automobilhersteller gewinnen zunehmend an Sichtbarkeit auf dem deutschen Markt. Sie profitieren von finanzieller Stärke, wachsender Markenbekanntheit und dem Ausbau ihrer Vertriebsnetze. Gleichzeitig investieren sie kontinuierlich in Kooperationen und Marktentwicklung. Erste Nutzungserfahrungen (z. B. Probefahrten) liegen bei Pkw-Haltern und Neuwagenkäufern allerdings noch im niedrigen zweistelligen Bereich. Dagegen ist die Wahrnehmung weit höher und unterscheidet sich auch deutlich zwischen den beiden Gruppen: 65 Prozent der Neuwagenkäufer nahmen chinesische Fahrzeuge im Straßenverkehr wahr, gegenüber 40 Prozent der allgemeinen Pkw-Halter.
Auch die generelle Wahrnehmung in Presse oder Werbung liegt mit fast 80 Prozent bei den Neuwagenkäufern weit höher als bei den Pkw-Haltern (36%). Grund dafür ist vermutlich die höhere Aufmerksamkeit auf verschiedene Marken im Kaufentscheidungsprozess. Wenn es um die Kaufbereitschaft geht, so liegen alle Werte allerdings weit unter der Wahrnehmung. Hierbei ist auffällig, dass sich Halter (29%) viel eher einen Kauf vorstellen können als die Neuwagenkäufer. Sie erteilten mit nur 5% Zustimmung chinesischen Marken eher eine klare Absage. Interessant ist der Blick auf die Pkw-Halter der Generation Z (bis 29 Jahre): Für bereits 35% von ihnen käme der Kauf einer chinesischen Marke infrage.
Der durchschnittliche Pkw-Halter zeigt damit weit weniger Vorbehalte bei Qualität und Zuverlässigkeit oder auch der Verarbeitung persönlicher Daten. Neuwagenkäufer hingegen sahen diese Aspekte wesentlich kritischer.

Frauen zeigen größere Offenheit gegenüber chinesischen Marken
Auffällig ist die differenzierte Haltung nach Geschlecht: Frauen stehen chinesischen Fahrzeugen vergleichsweise offen gegenüber. Unter den Neuwagenkäuferinnen begrüßen 47 Prozent den zunehmenden Wettbewerb – ein Wert, der acht Prozentpunkte über dem der Männer liegt. Diese Offenheit wird vor allem mit der Erwartung größerer Auswahl und möglicher Preisvorteile begründet.
„Für Endverbraucher bleibt die Marke wichtig, ist aber nur ein Faktor unter vielen. Kriterien wie Qualität, Zuverlässigkeit, Sicherheitsausstattung und Service gewinnen an Gewicht. Für Hersteller und Handel bedeutet das: Transparente Kommunikation über Technik, Sicherheit und After-Sales-Leistungen sind entscheidend, um Vertrauen in ihre Marke aufzubauen“, kommentieren Uta Heller und Dr. Martin Endlein, die Autoren des DAT Reports.
