Unfallschäden: Freie Werkstattwahl rückläufig, dafür offen gegenüber digitaler Schaden-Doku
- Nur etwas mehr als die Hälfte aller Unfallschäden wurden repariert (57 %)
- Rückgang freier Werkstattwahl und wachsende Bindung an Partnerwerkstätten bei Vollkasko-Versicherten
- Mehr Pkw-Halter trauen sich digitale Schadendokumentation zu
Ostfildern, 2. September 2026
Jeder fünfte private Pkw-Halter war im vergangenen Jahr mit einem Unfallschaden konfrontiert. Genauer betrachtet bedeutet das, dass 78 % aller privaten Pkw-Halter unfallfrei unterwegs waren, während 22 % einen Unfall, d.h. eine Beschädigung der Karosserie, wie z. B. auch Kratzer oder Parkrempler, hatten.
Auffällig dabei ist, dass von denen, die einen Unfall hatten, nur etwas mehr als die Hälfte (57 %) den Schaden tatsächlich reparieren ließen. Somit fuhren 43 % von ihnen mit einem unreparierten Schaden weiter.
Die bei der repräsentativen Befragung für den DAT Report erhobene Quote unreparierter Unfallschäden könnte ein Indiz dafür sein, dass Pkw-Halter in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehr genau abwägen, wofür sie ihr Geld ausgeben.
Rückgang freier Werkstattwahl und wachsende Bindung an Partnerwerkstätten
Wenn es zu einem Schadenfall und zu einer Meldung an die Kfz-Versicherung kommt, steht schnell die Frage der Werkstattwahl im Raum. Insbesondere bei einer Vollkaskoversicherung kann es dazu führen, dass die freie Werkstattwahl auf Seiten der Kunden eingeschränkt wird. Ein beispielsweise günstigerer Tarif zwingt den Pkw-Halter dann, eine bestimmte Werkstatt aufzusuchen.
Immer mehr Pkw-Halter entscheiden sich für entsprechende Tarife und müssen im Schadenfall von der Versicherung vorgegebene Partnerwerkstätten aufsuchen.
Die Befragung für den DAT Report unterstreicht diesen Trend: Der Anteil der Fahrzeughalter mit freier Werkstattwahl sank innerhalb eines Jahres von 63 % auf 58 %. Demgegenüber gaben 35 % an, an Vorgaben gebunden zu sein. Im Jahr davor lag dieser Wert noch bei 29 % und war damit sechs Prozentpunkte geringer.
Pkw-Halter trauen sich digitale Schadendokumentation zu
Beim Blick auf den Prozess der Schadenabwicklung zeigen die Ergebnisse der Befragung, dass eine digitale Schadendokumentation weiter in den Vordergrund rückt.
Kommt es zu einem Unfallschaden, kann die Dokumentation je nach Versicherung an den Pkw-Halter übertragen werden. Dieser rückt damit an den Beginn des Schadenprozesses.
Die Frage, inwieweit sich Pkw-Halter imstande sehen, eine erste Schadenmeldung an die Versicherung zu senden, beantworteten knapp zwei Drittel (62 %) positiv mit „Ja“, 20 % verneinten, und 18% waren sich nicht sicher.
„Autofahrer sind zunehmend bereit, den Schadenprozess über die digitale Dokumentation selbst in die Hand zu nehmen. Das Smartphone wird damit weiter elementarer Bestandteil des Schadenprozesses und findet zunehmend Akzeptanz in allen Altersklassen der Pkw-Halter- Gleichzeitig zeigt sich, dass Pkw-Halter für günstigere Versicherungstarife Einschränkungen bei der freien Werkstattwahl in Kauf nehmen. Dies unterstreicht, dass Kostenersparnis und digitale Eigenregie den modernen Umgang mit Fahrzeugschäden prägen“, kommentieren die Autoren des DAT Reports, Uta Heller und Dr. Martin Endlein.



