Elektromobilität - zwischen hohen Kraftstoffpreisen und Förderprämie

Thema des Monats Juni

Thema des Monats Juni 2026 - Elektromobilität: Zwischen hohen Kraftstoffpreisen und Förderprämie
  • Erfahrung mit E-Autos fördert Umstieg
  • Bedenken der Pkw-Halter gegenüber E-Mobilität betrifft meist Nutzung
  • E-Prämie zeigt geringe Wirkung auf den Autokaufplan


Ostfildern, 2. Juni 2026 In Deutsch­land steht die Elektro­mobili­tät weiter im Fokus der Pkw-Halter und Auto­käufer – doch der Weg zum E-Fahrzeug (BEV) ist unter­schied­lich lang. Die Befra­gung für den DAT Report 2026 bestätigt, dass die persön­liche Erfahr­ung mit einem E-Fahr­zeug für den Um­stieg eine wichtige Rolle spielt.

Erfahrung mit E-Autos fördert Umstieg

Rund 40% der Pkw-Halter können sich laut DAT Report 2026 ein rein batterie­elektri­sches Auto vor­stellen. Nach dem Rück­gang in den beiden Vor­jahren zeigte sich, dass das Inter­esse wieder an­steigt, den­noch lehn­ten etwa ein Drittel (34%) den Um­stieg eindeutig ab. Anders die Situa­tion bei den Pkw-Haltern, die bereits ein E-Fahrzeug gefahren sind. Von ihnen hat mehr als die Hälfte (51%) bestätigt, dass sie sich einen Umstieg vor­stellen können. Nur 17% und damit exakt die Hälfte des gener­ellen Durch­schnitts lehn­ten einen Um­stieg ab oder ver­nein­ten den Schritt. Für jeman­den der bereits BEV-Erfahr­ung gesam­melt hat, relati­vieren sich also offen­bar viele Vorbe­halte.

Bedenken der Pkw-Halter gegenüber der E-Mobilität

Erst­mals wurden für den DAT Report die Bedenken der Pkw-Halter ermit­telt und den echten Erfahr­ungen von BEV-Besitzern gegen­über­gestellt. Die Beden­ken drehten sich oft um Themen, die die Nutzung betreffen: Rund zwei Drittel (67%) aller Pkw-Halter gaben an, sie hätten Angst, mit einem BEV liegen zu bleiben. Befürchtungen sind auch mit dem Akku verbun­den, denn fast zwei Drittel (65%) sagten, sie hätten Angst vor plötz­lich auf­treten­den Batterie­bränden. Auch finanzielle Aspekte spielten eine Rolle – hierbei insbe­sondere die Befürch­tung, dass Repara­turen bei E-Autos sehr teuer sein könnten (70%). Bezüglich des Wieder­verkaufs­werts eines BEV aufgrund der kon­tinuier­lichen Weiter­ent­wick­lung und der Ängste zur Batterie­halt­barkeit haben 72% der Pkw-Halter klare Vorbe­halte.

Gemischt ist das Stimmungs­bild bei den BEV-Besitzern, die im Schnitt seit knapp drei Jahren ein E-Auto fahren. Fast drei Viertel (74%) bestätigten, dass die Witterung ihre Reich­weite spürbar beein­flussen würde. Der Groß­teil (67%) fand es ärger­lich, dass an den Ladesäulen weiterhin eine Preis-Intransparenz herrsche. Begeis­tert von der Techno­logie ihrer Fahr­zeuge zeigten sich jeweils rund 80% der Befragten, und schätzten die ruhige und leise Fahrt.

E-Prämie zeigt geringe Wirkung auf den Autokaufplan

In diesem Kontext interessant ist das Verhalten derer, die sich aktiv im Kaufprozess befinden. Etwa die Hälfte all dieser Autokaufplaner beurteilt derzeit die Kaufentscheidung bezogen auf die Antriebs­art insge­samt als schwierig. Jedoch sind für diejenigen, die einen Autokauf planen, besonders die gestiegenen Kraftstoffpreise relevant, weniger die Förderprämie. Die Kraftstoffpreise haben bei knapp 60% der Neu- und bei etwas über 40% der Gebrauchtwagenkaufplaner für eine intensivere Beschäftigung mit Elektro­mo­bili­tät als bisher geführt. 80% aller Autokaufplaner konnten der Förder­prämie mindes­tens einen positiven Aspekt abge­winnen, 75% nannten mindes­tens einen kritischen. 

Der am häufigsten genannte positive Punkt war die soziale Kom­po­nente, gefolgt von der Aussage, die Prämie mache BEV finanziell attraktiv. Der häufigste Kritik­punkt war, dass keine Gebraucht­wagen gefördert werden, dicht gefolgt davon, dass hohe staat­liche Mittel für eine kleine Käufer­gruppe (private BEV-NW-Käufer) ein­ge­setzt werden. Mit etwas Abstand folgten die ver­passte Chance, Lade­strom zu vergünstigen, und die befürch­tete komplexe Beantragung.

„Elektromobilität hat ihren festen Platz innerhalb der Antriebsarten. Um diesen Weg aber noch gezielter zu beschreiten, braucht es einerseits mehr tatsächliche E-Erfahrung, andererseits vor allem Transparenz bei den Preisen an der Ladesäule und generell eine gute Ladeinfrastruktur. Die Lösung liegt aus unserer Sicht darin, Probefahrten mit einem E-Auto zu vereinfachen, damit der Umstieg nicht zum Abwarten wird, sondern zur persönlichen Perspektive", kommentieren Uta Heller und Dr. Martin Endlein, die Autoren des DAT Reports.