Thema des Monats: Schadenabwicklung von Pkw-Haltern

Die meisten Pkw-Fahrer hatten in ihrem Autofahrerleben schon einmal damit zu tun.

Die DAT veröffentlicht einmal im Jahr mit dem DAT-Report exakte und repräsentative Fakten über die automobilen Befindlichkeiten in Deutschland.Im regelmäßig erscheinenden „Thema des Monats“ werden dabei unterschiedliche Aspekte aus dem DAT-Report 2021 herausgegriffen.
Das Thema des Monats September behandelt die Schadenabwicklung. Auch wenn die Anzahl der Unfälle eher rückläufig ist, so hatten die meisten Pkw-Fahrer in ihrem Autofahrerleben schon einmal damit zu tun. Eine ausführliche Analyse findet sich auf report.dat.de und natürlich im DAT-Report 2021 – dort mit allen Grafiken zu den einzelnen Fakten.


Im DAT-Report wird der Begriff „Unfallreparatur“ folgendermaßen präzisiert: „Durch äußere Einwirkung auf den Pkw (Verkehrsunfall, Park-Rempler, Steinschlag oder Hagel) muss an der Karosserie, am Lack oder Glas etwas repariert werden.“

 

  • Gut ein Fünftel mit Unfallschaden am eigenen Auto: Die Frage, ob im vergangenen Jahr an ihrem Wagen ein Unfallschaden vorlag, verneinte die überwiegende Mehrheit (83%) der Pkw-Halter. Die verbleibenden 17% hatten dagegen einen „Unfallschaden“. Dieser Wert variiert deutlich in den verschiedenen Altersgruppen. In der Altersgruppe bis 29 Jahre waren es mit 26% über ein Viertel, in der Altersgruppe über 60 Jahre nur 15%. Den geringsten Wert wies die Altersgruppe 50 bis 59 Jahre mit nur 13% aus. Ob für diesen Schaden eine entsprechende Reparatur beauftragt wird, hängt von der Schwere des Unfalls, der Schadenfreiheitsklasse, der Einstellung des Pkw-Halters zu seinem Fahrzeug oder auch von finanziellen Umständen ab. Unter allen Pkw-Haltern ließen 8% den Schaden nicht reparieren, 9% dagegen beauftragten eine Unfallreparatur. Dieses ausgeglichene Verhältnis setzt sich in den verschiedenen Altersgruppen nahezu identisch fort.
     
  • Durchschnittliche Schadensumme 2020 gestiegen: Mit 2.438 Euro lag die Schadensumme knapp 400 Euro über dem Vorjahr. Damit bleibt sie im Korridor der vergangenen Jahre und oszilliert zwischen 2.000 und 2.500 Euro.Die Schadenhöhen gruppierten sich dabei folgendermaßen: 38% im Bereich der Bagatellschäden bis unter 1.000 Euro, 13% zwischen 1.000 Euro und 2.000 Euro, 12% zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Zu großen Fahrzeugbeschädigungen mit einer Schadenhöhe von mehr als 3.000 Euro kam es bei 18% der Pkw-Halter. Weitere 20% konnten oder wollten allerdings nicht sagen, wie hoch die Schadensumme tatsächlich war. Das veränderte Fahrverhalten durch Corona (geringere Jahresfahrleistung u. a. auch durch Homeoffice oder Kurzarbeit) kann im Bereich der Schadensummen eine Rolle gespielt haben, sodass z. B. insgesamt weniger Bagatellschäden entstanden und bei den verbleibenden Interaktionen größere Schadensummen anfielen. Was die Bezahlung der Unfallschäden betrifft, gaben 68% der befragten Pkw-Halter an, der Schaden sei ganz oder teilweise von der Versicherung übernommen worden. Dies ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr von vier Prozentpunkten. 32% hatten ihren Angaben zufolge den Schaden komplett selbst bezahlt (2019: 28%). Der Anteil der Selbstzahler ist damit in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Noch 2017 lag er bei 20%.
     
  • Werkstatt Anlaufstelle Nr. 1 nach Unfallschaden: Die wichtigste Anlaufstelle ist für 65% aller Pkw-Halter die eigene Werkstatt. Damit wird das Vertrauen in die eigene Werkstatt erneut bestätigt und das mit einem Zuwachs von acht Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Eine noch deutlichere Steigerung gegenüber 2019 konnten die Sachverständigen mit 41% verzeichnen, im Vorjahr kamen sie auf 27%. Das kann damit zusammenhängen, dass die Schadensummen 2020 deutlich über 2019 lagen, aber auch mit der Tatsache, dass die persönliche Ansprache während der Corona-Pandemie wichtiger geworden ist. Die gegnerische Versicherung hätten 27% als erstes konsultiert (2019: 21%), der Rechtsanwalt wäre wie im Vorjahr für 22% aller Befragten der erste Ansprechpartner im Schadenfall.
     
  • Für Mehrheit Fotodokumentation beim Unfall denkbar: Da das Handy zwischenzeitlich ein allgegenwärtiger Begleiter ist, liegt der Self-Service des Endverbrauchers, d. h. dieser erstellt im Falle eines Unfalls Schadenbilder, aus denen die Versicherung den Schadenumfang feststellt, nahe. Die Frage, ob die Pkw-Halter schon einmal eine solche Schadendokumentation gemacht haben, die zur Regulierung eines Schadens beigetrug, bejahten allerdings nur 19%.Höher fallen die Werte aus, wenn man nach der grundlegenden Einschätzung zu diesem Thema fragt – also ob der Pkw-Halter in der Lage wäre, nach einem Unfall eine aussagekräftige Dokumentation der Beschädigung vorzunehmen und einer Versicherung zu senden. 56% aller Befragten sahen sich in der Lage dies zu tun, 21% verneinten es, und 23% konnten dazu keine Antwort geben. Nach Altersgruppen aufgeteilt, ergibt sich ein interessantes Bild. Diejenigen, die sich am ehesten in der Lage sahen, den Self-Service im Schadenfall vorzunehmen, war die Gruppe der 30- bis 49-Jährigen (60%). Die Unter-30- und Über-50-Jährigen lagen bei den Antworten gleichauf (55%). Der Einsatz des Endverbrauchers im Schadensfall ist auch für die Schadensbranche zunehmend ein Thema. Es gibt bereits Softwarelösungen zur Analyse von Unfall- und Verschleißschäden, mit dem der Pkw-Halter in einem geführten Prozess in die Lage versetzt wird, Schäden fotografisch zu erfassen. Durch den digitalen Sachverstand kann der physische zwar nicht ersetzt werden, aber die Abwicklungsprozesse können verbessert und effizienter gestaltet werden. 

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Über den DAT-Report
Der DAT-Report der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) erscheint jährlich seit 1974 und gilt seitdem als verlässliche, neutrale Quelle für exakte, repräsentative Fakten über die automobilen Befindlichkeiten in Deutschland. Diese umfangreiche und in Deutschland einzigartige Studie gilt seit über vier Jahrzehnten als wichtiges Instrument zur strategischen Planung in der Automobilwirtschaft.

Basis für den DAT-Report ist stets eine repräsentative Befragung von Endverbrauchern, die von einem Marktforschungsinstitut im Auftrag der DAT vorgenommen wird. Der aktuelle DAT-Report 2021 betrachtet das Autojahr 2020. Er umfasst 84 Seiten, 118 Grafiken und entsprechende Kommentierungen.

Ab dem 10. Februar 2021 wurde der neue DAT-Report der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Studie ist kostenpflichtig. Alle Informationen zu den Bestellmodalitäten finden sich unter report.dat.de

Für den DAT-Report 2021 wurden im Auftrag der DAT durch das Marktforschungsinstitut GfK insgesamt 4.547 Personen zum Autokauf und zum Werkstattverhalten befragt. Für den Pkw-Kauf waren es 2.550 Personen (Befragung via CAPI durch Face-to-Face-Interviews; 1.278 private Neuwagenkäufer, 1.727 Gebrauchtwagenkäufer); Bedingung: Der Pkw-Kauf musste im Zeitraum März bis Oktober 2020 stattgefunden haben. Der Befragungszeitraum dauerte von Juli bis Oktober 2020. Für den Reparatur- und Wartungsbereich sowie das Werkstattverhalten wurden 1.997 Autofahrer/Pkw-Halter befragt (Befragung via CAWI/Access-Panel). Der Befragungszeitraum dauerte von September bis Oktober 2020.

Via Twitter (@datgmbh) werden u. a. regelmäßig Zahlen aus dem DAT-Report unter dem Hashtag #datreport oder #datreport2021 publiziert. Einmal im Monat erscheint der kostenfreie Newsletter mit weiteren Infos aus dem DAT-Report, dem DAT-Barometer oder zu Sonderthemen. Anmeldung unter dat.de/newsletter

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