Gebrauchtwagenmarkt im November 2018

Kurz vor Jahreswechsel liegt der GW-Markt nur leicht unter Vorjahr, aber fehlende Erträge belasten den Handel.

Die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen, dass der Gebrauchtwagenmarkt kumuliert von Januar bis November mit -0,8 Prozent leicht unter dem Vorjahr liegt. Konkret bedeutet dies 608.093 Besitzumschreibungen im November, das sind -5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat Oktober und -3,8 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Bis November 2018 wurden demnach 6.721.828 Gebrauchtwageneinheiten vom KBA gezählt.

Die KBA-Auswertung nach Diesel und Benzin liegt immer erst zur Monatsmitte vor, aber bislang erreichten die Benzin-Gebrauchtwagen einen Anteil von 67 Prozent, Diesel-Pkw machten an allen Besitzumschreibungen 32 Prozent aus – ein Prozentpunkt unter dem Vorjahr.

Hat der Gebrauchtwagenmarkt sein Ziel erreicht? In Zahlen? Ja. Beim Ertrag? Eher nein. Fast zwei Drittel der Händler (59%) bilden Rückstellungen für drohende Verluste, 18% nehmen derzeit keine Diesel-Pkw in Zahlung. Insgesamt stehen gebrauchte Diesel-Pkw aktuell 102 Tage bei leicht gestiegenen Standkosten von 30 Euro pro Tag und Pkw. 61% der Händler vermarkten ihre Diesel-Gebrauchtwagen zunehmend über andere Kanäle (z. B. Auktionen), 32% werden häufiger von Händlern aus dem Ausland kontaktiert, die dann gebrauchte Diesel-Pkw abkaufen möchten. Bei der Entwicklung der Gebrauchtfahrzeugwerte sind die Benzin- und Diesel-Pkw weiter, wie erwartet, beide leicht gesunken. Große Abweichungen vom Durchschnittswert gibt es natürlich je nach Standort.

Viel Zeit investiert der Handel auch in die Beratung der immer noch verunsicherten Kunden: Fast alle Händler (93%) bestätigten dies, denn es mehren sich auch die Fragen nach den unterschiedlichen Euro-6-Normen. Betrachtet man nur die verkauften Diesel-Gebrauchtwagen nach ihren Schadstoffnormen, so waren im Oktober am stärksten die Euro-6-Diesel gefragt. Mit 69.620 Einheiten lagen sie deutlich über den Euro-5-Gebrauchtwagen, die mit 48.545 Einheiten kontinuierlich zurückgegangen sind. Auf Basis unserer Befragungen für das DAT Diesel-Barometer machen diese Fahrzeuge beim Autohandel aktuell nur noch 22% des Gebrauchtwagenbestandes aus. Von allen noch zu erwarteten Leasing- und Finanzrückläufern sind es nur noch 23% Euro-5-Diesel.

Wegen der Umweltprämien gaben 60% der Händler an, sie hätten v.a. mehr neue Benziner verkauft. Die Anzahl derer, die mehr neue Pkw mit alternativen Antrieben verkaufen konnte, hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. Dadurch rückt die CO2-Richtlinie, die ab 2020 gilt, weiter in die Ferne.

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