Gebrauchtwagenmarkt im Mai

Feier- und Urlaubstage sorgen für rückläufige Zahlen.

Der Mai hat mit seinen Feier- und Urlaubstagen leicht rückläufige Zahlen auf dem Automarkt hinterlassen. Nach Informationen des KBA verzeichnete der Gebrauchtwagenmarkt 612.843 Einheiten, das sind 4,1 Prozent weniger als vor einem Jahr, und er liegt mit Minus 1,1 Prozent in etwa auf dem Level von April 2018. Betrachtet man den kumulierten Zeitraum seit Januar 2018, so wechselten insgesamt 3.017.662 Gebrauchtwagen den Besitzer. Auch das bedeutet mit Minus 2,1 Prozent einen Wert knapp unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Wenn man den allerdings Gebrauchtwagenmarkt der vergangenen zehn Jahre analysiert, so ist die aktuelle Situation keinesfalls negativ zu beurteilen. Die kumulierten Besitzumschreibungen von Januar bis Mai lagen von 2009 bis 2014 stets unter der Drei-Millionen-Grenze. Seit 2015 lagen sie darüber. Insofern zeigt sich der Gebrauchtwagenmarkt auch im aktuellen Jahr 2018 trotz der Urlaubstage und zahlreichen Verschiebungen hin zum privaten Neuwagenkauf noch äußerst stabil.

Man bedenke: Laut KBA liegt der Privatanteil bei den Neuzulassungen bei aktuell 38,8 Prozent – ein Wachstum um 1,1 Prozent. Dies ist mit Sicherheit den attraktiven Prämien der Hersteller und den weiter niedrigen Zinsen auf dem Geldmarkt geschuldet.

Bei der Analyse der Diesel-Besitzumschreibungen nach Emissionsklassen ist auffällig, dass im April (die Mai-Zahlen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor) vor allem die Fahrzeuge der Klassen Euro 4 und kleiner mit etwa 70 Tausend Einheiten an der Spitze lagen. Das sind 37 Prozent aller Diesel-Besitzumschreibungen im April. Danach folgten bereits die modernsten Euro-6- mit 62,6 Tausend – das sind 33 Prozent aller Diesel-Besitzumschreibungen – und dann die Euro-5-Pkw mit 58,2 Tausend Einheiten, was 30 Prozent der Diesel-Besitzumschreibungen ausmacht.

Dies zeigt, dass trotz der generellen Vorbehalte beim Kauf von Diesel-Gebrauchtwagen nach wie vor zahlreiche Personen auf bezahlbare Mobilität angewiesen sind und daher auf einen älteren Diesel-Pkw zurückgreifen.

Was die Besitzumschreibungen nach Segmenten betrifft, so sind die obere Mittelklasse, die Großraum-Vans und die SUVs nach wie vor deutlich von Diesel-Pkw geprägt. In insgesamt 8 von 11 Segmenten liegt der Diesel-Anteil bei Gebrauchtwagen prozentual höher als in den vergleichbaren Neuwagen-Segmenten. Die Standtage beim Handel sind im Vergleich zu den vergangenen Monaten etwas gesunken und liegen bundesweit bei derzeit 100 Tagen, Benziner kommen auf 81 Tage.

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