Gebrauchtwagenmarkt im März 2021

Der März hat gezeigt, dass Autokauf auch unter Corona-Bedingungen funktioniert. Erschwert, aber es klappt. Jeden Tag.

Die für den Automobilhandel wichtige Frühjahrsbelebung entwickelt sich – zumindest auf dem Gebrauchtwagenmarkt – spürbar: 672.432 Besitzumschreibungen registrierte des KBA für den März 2021, das sind immerhin 44,8 Prozent mehr als im Februar 2021 und 45,4 Prozent mehr als im März 2020. Im Vergleich zum März 2019 (also vor Corona) sind es sogar +7,8 Prozent. Kumuliert kommt das erste Quartal damit auf 1.583.639 Einheiten Gebrauchtwagen. Damit liegt der GW-Markt 2021 knapp fünf Prozent (4,6 Prozent) unter dem Q1 2020.

Der März hat also gezeigt, dass Autokauf auch unter Corona-Bedingungen funktioniert. Erschwert, aber es klappt. Jeden Tag. Zulassungsstellen arbeiten – ebenfalls erschwert, aber jeden Tag. Hinzu kommt: Die individuelle Mobilität hierzulande genießt weiterhin einen sehr hohen Stellenwert – sogar wegen der Ansteckungsgefahr höher als zuvor. Andererseits schätzen die Menschen die Kompetenz des Handels. Er ist es, der die Komplexität der Fahrzeuge und die Vielfalt des Angebots passgenau für die Bedürfnisse der Menschen auf den Punkt bringt. Dies lesen wir in den Zahlen des aktuellen DAT-Reports 2021.

So ist der Händler als Anlaufstelle für Informationen wichtiger geworden. Beratungen vor Ort, telefonisch oder per Video-Chat fallen darunter, aber auch die Händlerwebseiten wurden von den Autokäufern als relevanter für den Autokauf bewertet als im Vorjahr (Steigerung von 22 Prozent auf jetzt 35 Prozent). Trotz Corona bleibt auch die Probefahrt ein wesentlicher Einflussfaktor: Nicht nur was die Umwandlungsrate betrifft (97 Prozent haben dort gekauft, wo sie ihre Probefahrt durchgeführt haben), sondern auch als Info-Quelle generell (Platz 1 bei den Offline-Infoquellen!). 

Es wurden zudem auch eher höherwertigere und jüngere Fahrzeuge erworben. Das ist eine klassische  Domäne des markengebundenen Automobilhandels. Aber auch die Bereitschaft, erneut einen Gebrauchtwagen zu kaufen, ist hoch: 81 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer hatten zuvor auch davor schon einen Gebrauchtwagen gekauft. 19 Prozent sind von einem Neuwagen auf einen Gebrauchtwagen umgestiegen.

Was derzeit schwierig ist, sind die Standzeiten. Diese sind tatsächlich seit Jahresbeginn wieder deutlich gestiegen. Wichtig ist natürlich an dieser Kennzahl immer, wie viel Prozent des Bestandes als Risikobestand gelten. Für diese Fahrzeuge gilt dann „Liquidität vor Rentabilität“. 

Ob wir übrigens ein Revival der Printmedien erleben, bleibt eher fraglich. Immerhin: Die Käufer nahmen sie sich Corona-bedingt mehr Zeit zum Lesen von Testberichten in gedruckten Medien. Deren Bedeutung wuchs von 5 auf 15 Prozent. Auch die Pkw-Anzeigen in Printmedien sind – auf niedrigem Niveau – von 6 auf 9 Prozent gestiegen.

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