Gebrauchtwagenmarkt im Juni 2022

Mit 474.229 Besitzumschreibungen war auch im Juni 2022 kein Aufschwung bemerkbar.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2021 betrug der Rückgang 24,8 Prozent, und auch im direkten Vergleich zum schwachen Vormonat Mai 2022 lagen die Stückzahlen auf dem Gebrauchtwagenmarkt 2,7 Prozent im Minus. Die Halbjahresbilanz fällt somit bitter aus: 2.875.043 Besitzumschreibungen registrierte das KBA in Flensburg, das sind 14,6 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2021.

Derzeit bewegt sich der Gebrauchtwagenmarkt kaum – wenn überhaupt – dann weiter im Rückwärtsgang – zumindest was die Anzahl betrifft. Die Besitzumschreibungszahlen kamen seit Jahresbeginn nur einmal im März knapp über die 500.000er-Grenze, ansonsten lagen sie stets darunter. Zum Vergleich: Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 waren es bis auf Februar und Juni immer deutlich über 600.000 Einheiten. In Summe liegt das erste Gebrauchtwagen-Halbjahr 2022 damit 20 Prozent unter dem ersten Gebrauchtwagen-Halbjahr 2019.
Die Gründe hierfür setzen sich aus den vorangegangenen Monaten fort: Die Preise bleiben auf so hohem Niveau, dass derzeit nur diejenigen Personen einen Gebrauchtwagen kaufen, die unbedingt müssen. Die Standtage beim Handel sind wieder deutlich angestiegen, während die Preise aber weiterhin nicht gesenkt wurden – immerhin sind diese seit März auch nicht mehr merklich gestiegen. Aktuell im fünften Monat in Folge bleiben die Preise auf ihrem Niveau – ganz oben bei den dreijährigen Gebrauchtwagen liegen die großen SUV mit 72,8 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises. 
Mit dem Beginn der Sommerferien und der derzeitigen Situation an den Flughäfen rechnen wir damit, dass die Bedeutung des eigenen Automobils als Reisemittel in den Urlaub weiter hoch bleibt bzw. steigen wird. Und da auf dem Neuwagenmarkt weiter sehr wenige Fahrzeuge zugelassen werden, bleibt der Mangel an jungen Gebrauchtwagen ein vorherrschendes Thema. Dies wird befeuert durch die Modellpolitik der Hersteller und Importeure, denn durch das Ausdünnen der Neuwagenpalette, die Reduzierung von Verkaufsfördermaßnahmen und den zusätzlich sehr langen Lieferzeiten bleiben Gebrauchtwagen weiterhin die attraktivere Variante beim Autokauf – vor allem für Privatpersonen.