Gebrauchtwagenmarkt im Juli 2018

Markt für gebrauchte Fahrzeuge bleibt zu Beginn der zweiten Jahreshälfte stabil

Der Automobilmarkt in Deutschland zeigt sich trotz der sommerlichen Temperaturen und der Urlaubszeit im Juli erstaunlich stabil. Betrachtet man die aktuellen KBA-Zahlen, so konnten 624.121 Gebrauchtwagen verkauft werden. Das sind immerhin 1,1 Prozent mehr als im Vormonat und ebenfalls 1,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Kumuliert wechselten somit seit Jahresbeginn 4.258.823 gebrauchte Pkw ihren Besitzer. Dies sind 1,7 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Zusätzliche Impulse bei jungen Gebrauchten scheint die derzeit eingeschränkte Verfügbarkeit von Neufahrzeugen zu haben. Diese ist aufgrund von Verzögerungen bei den ab September 2018 verpflichtend vorgeschriebenen Abgastests nach dem WLTP-Standard derzeit deutlich spürbar. Speziell von Mai auf Juni 2018 haben die gebrauchten Euro-6-Diesel-Pkw einen Sprung von 63.888 auf  68.710 Einheiten gemacht. Und auch von Euro-5-Diesel-Pkw wurden 60.417 Einheiten beim KBA registriert. Diese Fahrzeuge werden also gehandelt, insgesamt 362.020 Einheiten seit Jahresbeginn. Wie viele dieser Pkw bereits das Land verlassen haben, lässt sich auf Basis der uns vorliegenden Zahlen nur sehr schwer feststellen. Tatsache ist jedoch, dass die Rückläufer mit dieser Motorisierung immer weniger werden.

Die Abwärtsspirale der Gebrauchtfahrzeugpreise, insbesondere bei jüngeren Diesel-Fahrzeugen, scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Für einen dreijährigen Diesel-Gebrauchtwagen liegt der Händler-VK bei 52,9 Prozent des ehemaligen Listenneupreises, und wenn wir – wie im DAT Diesel-Barometer – die Transaktionsmeldungen aus dem Handel seit Jahresbeginn in einer Kurve darstellen, zeigt sich eine gewisse Stabilisierung des Marktes. Dies bedeutet aber nicht, dass für viele Händler regional, fabrikatsbezogen und vor allem bei älteren Fahrzeugen die Diesel-Welt bereits wieder in Ordnung wäre. Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Schere der Fahrzeugwerte zwischen Benzin- und Diesel-Gebrauchtwagen nicht weiter auseinandergegangen ist.

Interessant sind in diesem Zusammenhang Feststellungen zahlreicher Händler, deren Kunden sich nach dem Kauf eines Benziners vor einem oder zwei Jahren aktuell wieder ihren Diesel zurückwünschen. Da das Emissionsproblem als technisch gelöst eingestuft werden kann und auch hinsichtlich der Effizienz noch keine wirkliche Alternative zum Diesel in Sicht ist, sind wir davon überzeugt, dass der Selbstzünder noch auf längere Sicht eine wichtige Antriebsart bleiben wird.

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