Gebrauchtwagenmarkt im Januar 2022

Einen Jahresauftakt unter positiven Vorzeichen gelang dem Gebrauchtwagenmarkt.

Der Januar konnte den Schwung aus dem Dezember mitnehmen: Laut KBA wechselten im ersten Monat des neuen Jahres 471.804 Gebrauchtwagen den Besitzer. Das sind 0,1 Prozent mehr als im Dezember 2021 und 5,6 Prozent mehr als im Januar 2021. Allerdings Stand der Vorjahresmonat unter besonderen Vorzeichen, denn damals herrschte in Deutschland noch Lockdown. Vergleichszahlen mit dieser Zeit sind daher stets kritisch zu betrachten.

Der Bedarf an Mobilität ist weiterhin hoch, die Zahlen aus dem Handel rund um gebrauchte Elektrofahrzeuge sind dagegen noch überschaubar. Im Gesamtjahr 2021 wechselten laut KBA knapp 47.500 rein batterieelektrische Pkw den Besitzer. Bei den Plug-In-Hybriden waren es etwas mehr als 51.000 Einheiten. Verglichen mit allen 6,7 Mio. Besitzumschreibungen machen diese Gebrauchtwagen mit elektrifizierten Antrieben etwa 1,4 Prozent aus. Die Akzeptanz dieser Fahrzeuge als Gebrauchtwagen ist – je nach Alter – ebenfalls überschaubar. Aus einer Erhebung aus dem Frühjahr 2021 konnte ermittelt werden, dass über zwei Drittel (69 Prozent) aller Endverbraucher, die sich in einem Kaufprozess befinden, sich eher für ein neues Elektrofahrzeug entscheiden würden – wenn es ein solches Fahrzeug werden sollte. Bis zu einem Alter von 12 Monaten käme ein gebrauchtes E-Auto noch für 30 Prozent infrage. Sobald der Wagen aber diese Altersgrenze überschreitet, liegt die Akzeptanz nur noch im einstelligen Prozentbereich.

Aus Sicht der Käufer bzw. Kaufinteressenten sind gebrauchte E-Fahrzeuge somit zunächst wenig attraktiv. Und das macht sich bei den Transaktionspreisen beim Handel bemerkbar. Im Vergleich zu Verbrennerfahrzeugen liegen die Werte gebrauchter E-Autos deutlich niedriger. Dreijährige BEV liegen im Schnitt zehn Prozentpunkte (in Abhängigkeit vom damaligen Listenpreis) unter denen von Verbrennern. Im letzten Quartal des Jahres 2021 haben sich deren Werte aber nach einem Sinkflug wieder stabilisiert. Der Handel konnte also stabilere Preise durchsetzen als noch im Vorjahr. 

Einen großen Einfluss auf die Werte von gebrauchten BEV haben aber hier auch das Preisgefüge und die Prämiensituation auf dem Neufahrzeugmarkt. Spannend bleibt die zukünftige Entwicklung mit deutlich zunehmendem Marktvolumen, viel mehr Wettbewerb und eine noch ungewissen Prämiensituation. 
Wohin entwickelt sich also der Markt? 67 Prozent aller Pkw-Halter – das konnten wir im aktuellen DAT-Report 2022 feststellen – warten auf einen weiteren Technologiesprung. Sie steigen aktuell noch nicht auf ein batterieelektrisches Fahrzeug um. Fragt man generell nach dem Umstieg, so könnten es sich 46 Prozent durchaus vorstellen. Ein konkretes Datum liegt für die meisten aber noch in fünf Jahren oder später.