Gebrauchtwagenmarkt im Februar 2019

Die Vorzeichen für den Automarkt im Februar waren mit 557.733 Besitzumschreibungen gut. Beim Diesel entspannt sich die Situation etwas.

Die Vorzeichen für den Automarkt im Februar waren gut. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) registrierte 557.733 Besitzumschreibungen, das sind zwar 7,2 Prozent weniger als im Januar 2019, aber im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar immerhin ein Zuwachs von 2,3 Prozent. Kumuliert wechselten in den ersten beiden Monaten 1.158.861 Gebrauchtwagen ihren Besitzer, was insgesamt ebenfalls ein Plus von 1,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum ausmacht. Das Jahr ist noch zu jung, um von einer Trendwende auf dem Diesel-Markt zu sprechen, zumal die exakte Aufschlüsselung des KBA nach Antriebsarten auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch nicht vorliegt. Aber: Bei den Neuzulassungen zieht der Flottenmarkt wieder an und sorgt für mehr Diesel-Neuwagen auf den Straßen. Immerhin wuchs im Februar der Anteil der gewerblichen Zulassungen um +5,3 Prozent auf 64,7 Prozent aller neu zugelassenen Pkw.

Damit befindet sich der Markt insgesamt in einer leichten Belebungsphase. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei auch den günstigen und älteren Gebrauchtwagen, denn nach Analysen des aktuellen DAT-Reports wurden 49 Prozent aller Gebrauchtwagen im Jahr 2018 in einer Preisklasse bis unter 10.000 Euro erworben. Unter 5.000 Euro waren es sogar 17 Prozent aller Besitzumschreibungen. Das bedeutet, es gibt in Deutschland weiterhin auch einen Markt für günstige Fahrzeuge. Hier spielen auch die Euro-1-4-Diesel-Pkw eine wichtige Rolle. Immerhin über 933 Tausend solcher Pkw wurden 2017 gehandelt, 2018 waren es noch über 816 Tausend Einheiten.

Dieser Trend wird begünstigt durch die weiter angespannte Wohnsituation. Wer in einem Ballungszentrum Arbeit, aber keine Wohnung gefunden hat, ist auf einen Wohnort außerhalb und damit in der Regel auf ein Automobil angewiesen. Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes leben bereits seit rund zehn Jahren 69 Prozent der Menschen in Deutschland in Städten unter 100.000 Einwohnern leben, 41 Prozent sogar in Städten unter 20.000 Einwohnern.

Was in diesen Tagen in Genf an neuen Elektromobilen gezeigt wird, ist für diejenigen, die pro Jahr rund 20.000 Kilometer zurücklegen (das ist laut DAT-Report die durchschnittliche Jahresfahrleistung eines Diesel-Pkw-Halters), noch keine Alternative. Selbst wer, wie ein durchschnittlicher Fahrer eines Benzin-Pkw, nur 12.170 Kilometer pro Jahr zurücklegt und in einer Mietwohnung ohne Lademöglichkeit für ein E-Auto wohnt, tut sich schwer mit dem Umstieg. Daher ist die Entscheidung für oder gegen einen Diesel – und auch die Entscheidung, den eigenen „alten“ Diesel-Pkw zu behalten – in sehr hohem Maße vom eigenen Fahrverhalten und vom Wohnort abhängig.

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