Gebrauchtwagenmarkt im Februar 2018

Stark hatte das Gebrauchtwagenjahr 2018 angefangen, doch nun herrscht Flaute: Wir kommentieren die Situation des Markts zwischen Umweltprämien und möglichen Fahrverboten

Der Gebrauchtwagenmarkt hat nach dem rasanten Start ins neue Jahr eine Verschnaufpause eingelegt. Nach Informationen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im Februar 544.975 Besitzumschreibungen registriert. Das ist gegenüber dem starken Vormonat ein Rückgang um 9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind es 3,4 Prozent weniger. Kumuliert erreichte der Gebrauchtwagenmarkt in den ersten beiden Monaten 1.143.959 Einheiten. Dies bedeutet 1,2 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Für den Handel bleibt die Situation aus mehreren Gründen weiter angespannt. Die Umweltprämien der Automobilhersteller und Importeure sorgen zwar für steigende private Neuzulassungen, diese stehen aber in Konkurrenz zu jungen Gebrauchtwagen. Zusätzlich werden die Nachlässe Auswirkungen auf das Preisniveau der Gebrauchtwagen haben. Eine weitere Herausforderungen sind Standkosten und Standtage: Diesel-Gebrauchtwagen sind schwerer verkäuflich als vergleichbare Benziner, sie stehen mit zuletzt 102 Tagen weiterhin deutlich länger. Um den prozentualen Anteil dieser Fahrzeuge im Risikobestand niedrig zu halten, sind nicht nur schnelle Verwendungsentscheidungen, sondern auch alternative Kanäle gefragt. Für Gebrauchtwagenhändler im Ausland könnte Deutschland als Zukaufmarkt jetzt weiter an Attraktivität gewinnen.

Nicht gerade hilfreich in diesem Zusammenhang ist die in der Öffentlichkeit unterschiedlich diskutierte Interpretation des Urteils zu möglichen Fahrverboten. Das hilft keinem Dieselfahrer, keinem Händler und keinem, der sich in der Autokauf-Phase befindet. Durch den weiterhin hohen Bedarf an individueller Mobilität sind gerade die Autokaufplaner sehr sensibel bei der Suche nach passenden Angeboten auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Wir wissen aus dem aktuellen DAT-Report, dass die Informations- und Kaufphase bei jedem Gebrauchtwagenkäufer im Schnitt 30 Tage dauert und während dieser Zeit 1,7 Händlerkontakte anfallen. Das bedeutet: Zusätzlich zu allen Fragen rund um den Diesel muss der erste Eindruck bei den Berührungspunkten mit dem Automobilbetrieb sitzen. Und das muss allen Mitarbeitern bewusst sein. Viele Interessenten informieren sich beim Händler, bei dem sie schon Kunde sind. Daher spielt neben der Verkaufs- auch die Servicemannschaft eine wichtige Rolle. Knapp 80 Prozent gehen zusätzlich den Weg übers Internet und suchen nach passenden Angeboten. Insofern ist es essentiell wichtig, den bestehenden Kunden proaktiv auf seinen Mobilitätsbedarf  anzusprechen, die Kundendaten gepflegt zu halten und über geeignete Maßnahmen die Qualitätsversprechen des Betriebs dem Interessenten mitzuteilen.

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