Gebrauchtwagenmarkt im Dezember 2020

Der Dezember bot ab der zweiten Hälfte durch den erneuten Lockdown im Grunde wenig Chancen auf Geschäft, aber Beratung per Telefon, Videocall und auch zahlreiche für den Dezember vereinbarten Auslieferungen hielten den „GW-Motor“ am Laufen.

Die Nachfrage nach Gebrauchtwagen stieg im Dezember nochmals stark an. Nach Informationen des KBA wechselten 526.305 Fahrzeuge den Besitzer, das waren zwar 12,1 Prozent weniger als im November, aber dennoch 5,3 Prozent über dem noch Pandemie-freien Dezember 2019. Insgesamt schloss 2020 mit 7.021.204 Besitzumschreibungen knapp unter Vorjahr ab (-2,4 Prozent), das GW-Geschäft hat sich somit erneut als krisensicher gezeigt. Denn: Während der Neuwagenmarkt mit 2,92 Mio. Einheiten (-19 Prozent gegenüber 2019) das zweitschlechtesten Ergebnis seit der Wiedervereinigung einfuhr, hat sich der Gebrauchtwagenmarkt trotz der Corona-Situation nahezu erholt.

Der Dezember bot ab der zweiten Hälfte durch den erneuten Lockdown im Grunde wenig Chancen auf Geschäft, aber Beratung per Telefon, Videocall und auch zahlreiche für den Dezember vereinbarten Auslieferungen hielten den „GW-Motor“ am Laufen. Die Fahrzeuge mussten ohnehin zur Wahrung des Mehrwertsteuervorteils bis zum Jahresende ausgeliefert werden. Somit war der Lockdown ab Mitte Dezember glücklicherweise keine Vollbremsung wie im März.

Was sich auf Basis unserer Analysen gezeigt hat, ist, dass die Fahrzeugwerte für den Dezember erneut sehr stabil waren. Seit der extrem hohen Nachfrage nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 haben sich seit Juli die Werte für dreijährige Gebrauchtwagen zwischen 52 und 56 Prozent des ehemaligen Listenneupreises je nach Antriebsart eingependelt. Normalerweise sanken in den vergangenen Jahren diese Werte stets zum Jahresende leicht ab. Und auch bei den Standzeiten konnte der Handel aufatmen. Zumindest bei denen im Dezember noch verkauften Gebrauchtwagen lagen die Standzeiten stets unter 80 Tagen, damit einhergehend waren niedrigere Standkosten, was ebenfalls den Handel entlastet.

Für die erste Jahreshälfte 2021 bleiben die Vorzeichen vorsichtig optimistisch, da die Aussicht auf den Impfstoff in Kombination mit bereits Genesenen und den mittlerweile zum Alltag gehörenden Abstands- und Hygieneregeln die Pandemie beherrschbarer wird als noch zu Beginn des Jahres 2020.


Wir blicken allerdings mit gemischten Gefühlen auf die alternativen Antriebe, denn speziell die gut 200.000 neu in den Markt gekommenen Plug-In-Hybride und die knapp 200.000 rein batteriebetriebenen Pkw werden noch einiges an Kopfschmerzen verursachen. Nicht nur, dass sie aufgrund der Prämien beim Endverbraucher ein Gefühl dauerhaft günstiger Neuwagen erzeugen, sondern irgendwann muss auch jemand diese Fahrzeuge wieder auf dem Gebrauchtwagenmarkt kaufen wollen. Das wird 2021 noch nicht passieren, aber es wird kommen.

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