Gebrauchtwagenmarkt im Dezember 2019

Der Gebrauchtwagenmarkt hat eine Punktlandung hingelegt und liegt fast genau auf Vorjahresniveau.

Der Gebrauchtwagenmarkt hat eine Punktlandung hingelegt. Mit exakt 3.026 Einheiten mehr als im Vorjahr wechselten im Gebrauchtwagenjahr 2019 7.195.437 Fahrzeuge den Besitzer. Damit liegt der Markt rechnerisch mit 0% Veränderung auf Vorjahresniveau. Alleine im Dezember 2019 konnten knapp 500.000 Einheiten abgesetzt werden (499.968), das sind gegenüber November 14,8 Prozent weniger, aber im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 6,2 Prozent.

Nach einigen Jahren, die von der Dieselkrise bestimmt wurden, hat sich dieses Thema 2019 deutlich abgeflacht. Viele Diesel mit alten Abgasnormen sind inzwischen in ausländische Märkte verkauft worden. Der hiesige Handel findet hauptsächlich mit modernen Euro-6-Dieseln statt, die aktuell nicht von Fahrverboten bedroht sind. Dies zeigt sich sowohl bei stabileren Restwerten als auch bei einer geringeren Anzahl an Standtagen. Die Standtage sind wieder auf das Niveau von 2016 gefallen. Gebrauchte Diesel-Pkw aller Abgasnormen standen im Dezember 89 Tage und gebrauchte Benziner 84 Tage.

Früher oder später wird die aktuelle CO2-Thematik zu der Frage nicht nur nach klassischem Verbrenner oder elektrifiziertem Antrieb führen. Es wird auch eine Abwägung zwischen den unterschiedlichen Verbrennern geben. Nach dem Abflauen der emotional geführten Diskussion der vergangenen Jahre könnte nach einer sachlichen Neubewertung dem Diesel zukünftig wieder mehr Wertschätzung entgegengebracht werden. Sowohl mit seinen gegenüber dem Benziner geringeren CO2-Emissionen punktet der Diesel als auch mit geringerem Verbrauch und niedrigeren Kraftstoffkosten. So wird der Diesel für alle eine Alternative sein, deren Fahrprofile oder mangelnde örtliche Infrastruktur weiterhin nicht zu elektrifizierten Antrieben passen.

Beim Ausblick auf das Jahr 2020 sehen wir, dass zahlreiche Veränderungen und Einflüsse das Neu- und Gebrauchtwagengeschäft prägen. Getrieben werden diese unter anderen von politischen Rahmenbedingungen. Das bedeutet: Die Hersteller pushen gemeinsam mit der Regierung die alternativen Antriebe, um diese Ziele zu erreichen. Begleitet wird dies durch steigende Prämien für elektrifizierte Fahrzeuge, die wiederum einen Einfluss auf das Preisniveau von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen haben. Problematisch hierbei ist, dass für Gebrauchtwagen, die älter als acht Monate sind, derzeit noch keine monetären Anreize geplant sind. Das heißt, die Käufer müssen durch die reinen Produkteigenschaften vom Kauf überzeigt werden.

Umrahmt wird dieses Szenario von einer stagnierenden bis leicht rückläufigen Wirtschaftskraft in Deutschland, befeuert durch die unklare Lage rund um den Brexit und die amerikanische Handelspolitik speziell gegenüber China.

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