Gebrauchtwagenmarkt im August 2021

Der Gebrauchtwagenmarkt tritt auf der Stelle, er macht keine großen Sprünge, sondern zeigt sich krisenfest.

Im Sommermonat August wurden beim KBA 579.443 Besitzumschreibungen registriert. Dieser saisonübliche Rückgang gegenüber dem Vormonat betrug 2021 immerhin 6,5 Prozent. Vergleicht man den August 2021 mit dem Vorjahresmonat, so wechselten sogar acht Prozent weniger Gebrauchtwagen den Besitzer. Addiert man alle Besitzumschreibungen von Januar bis August, so kommt der GW-Markt auf 4.565.302 Einheiten. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur ein Rückgang von 0,3 Prozent – und gleichzeitig ein Zeichen für einen sehr stabilen Markt.

Der Gebrauchtwagenmarkt tritt auf der Stelle, er macht keine großen Sprünge, sondern zeigt sich – positiv gesprochen – solide und krisenfest. Vermutlich wären die Zahlen sogar noch besser, wenn es mehr vor allem junge Fahrzeuge gäbe. Neulich war im FOCUS die Schlagzeile zu lesen „Autos sind das neue Klopapier“. Aber ganz so knapp ist die Ware dann doch nicht wie damals das Klopapier zu Zeiten des Lockdowns.

Derzeit auffällig sind die sehr stabilen und weiter sogar leicht steigenden Fahrzeugpreise. Seit Mitte des Jahres weisen die Kurven in allen Fahrzeugsegmenten nach oben. Der Vorteil hierbei ist: Der Handel kann nicht nur höhere Preise durchsetzen, er ist auch in der Lage, den einen oder anderen Langsteher zu verkaufen. Während die durchschnittliche Standzeit ja nur ein Faktor unter vielen ist, sollte jeder Automobilbetrieb den Risikobestand im Blick haben. Oftmals sind es bei den Markenhändler die Fremdmarken, die etwas länger stehen als die Pkw der eigenen Marke.

Die Frage, die sich also stellt, lautet etwa: „Wer kauft einen gebrauchten Renault beim VW-Händler? Und: Wer kauft einen gebrauchten VW beim Renault-Händler?“ Bedeutsam hierbei ist das so genannte Markenhändlerbewusstsein. Dieses steht für die Verbindung zwischen der Marke des gekauften Gebrauchtwagens und der Marke, die der Händler „vertritt“.

Allen Gebrauchtwagenkäufern wurden im DAT-Report 2021 hierzu folgende Frage gestellt: „Wenn Sie einen Gebrauchtwagen bei einem Markenhändler kaufen würden, würden Sie dann lieber bei einem Händler kaufen, der die von Ihnen gewünschte Automarke auch als Neuwagen vertritt? Oder wäre Ihnen das gleichgültig?“ Anschließend wurde überprüft, von welcher Marke der Gebrauchtwagen war und welche Marke der Händler tatsächlich vertrat, bei dem das Fahrzeug erworben wurde. Das Ergebnis war: 24 Prozent hätten auch bei einem Markenhändler einer anderen Marke gekauft bzw. gaben an, es sei ihnen gleichgültig. Tatsächlich haben aber nur 4 Prozent eine so genannte Fremdmarke gekauft – also ein Fahrzeug einer Marke, die der Händler nicht vertrat.

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