Diesel-Barometer Oktober 2019

Die DAT hat im aktuellen Diesel-Barometer® die Situation in den Fuhrparks analysiert.

  • Diesel-Anteil in Fuhrparks bei 86 Prozent
  • 8 Prozent der Diesel-Pkw haben einen Euro-5-Motor
  • 88 Prozent der Fuhrparkleiter haben Diesel-Bestellungen nicht reduziert
  • Bereitschaft, Pkw mit alternativen Antrieben zu beschaffen, deutlich gestiegen
  • Erwerb von E-Autos wird vor allem zur Verbesserung der CO2-Bilanz des Fuhrparks in Erwägung gezogen
  • „0,5%-Reglung“ für alternative Antriebsarten zeigt Wirkung
  • Automobilmarkt insgesamt auf Vorjahresniveau
     

Hier die Ergebnisse im Überblick:

- Diesel-Anteil in Fuhrparks bei 86%: Fuhrparks in Deutschland sind weiterhin in hohem Maße von Diesel-Pkw geprägt. Im Oktober 2019 betrug deren Diesel-Anteil 86%, dies ist ein leichter Anstieg um einen Prozentpunkt gegenüber der Befragung von September 2018.

- Euro-5-Diesel machen 8% der Fuhrparks aus: Fahrzeuge mit Dieselmotoren der Emissionsklasse Euro 5 liegen mit 8% aktuell nur noch im einstelligen Bereich. Vor einem Jahr fuhren noch 17% aller Diesel-Pkw in den Fuhrparks mit diesen Motoren.

- Einkaufskonditionen für Diesel-Pkw haben sich verbessert: Auf die Frage „Haben sich die Einkaufskonditionen für Diesel-Pkw in den letzten 6 Monaten verändert“, bestätigten 12%, die Konditionen hätten sich verbessert. 68% gaben zu Protokoll, sie seien gleich geblieben. Aus der Sicht von 17% der Befragten haben sie sich verschlechtert.

- Bedarf an neuen Diesel-Pkw weiter hoch: 88% der Fuhrparkleiter gaben an, die Bestellungen von neuen Diesel-Pkw nicht zu reduzieren. Dies ist eine leichte Steigerung um vier Prozentpunkte gegenüber der Befragung von vor einem Jahr. Auch bei denjenigen, die sich ihren Dienstwagen selbst aussuchen können, herrscht ein hoher Zuspruch zum Diesel: 76% der Fuhrparkleiter bestätigten, dass weiterhin für diese Personen Diesel bestellt wurden und werden. Dies ist eine deutliche Steigerung um 13 Prozentpunkte gegenüber der Befragung im September 2018.

- Alternative Antriebe im Fokus: Um 10 Prozentpunkte auf 59% gestiegen ist die Anzahl der Fuhrparkleiter, die mittelfristig vermehrt Pkw mit alternativen Antrieben in der Pkw-Flotte planen. Dieses Thema wurde erstmals im April 2019 abgefragt. Damals zogen 49% der Fuhrparkleiter dies in Erwägung.

- Verbesserung der C02-Bilanz als Hauptgrund für E-Autos im Fuhrpark: Wenn es speziell um E-Autos geht, so steht als Grund für deren Beschaffung vor allem die CO2-Bilanz des gesamten Fuhrparks im Vordergrund, gefolgt von politischen/steuerlichen Rahmenbedingungen. Die CO2-Thematik ist somit klar an die Spitze gerückt. Immerhin 12% der Fuhrparkleiter ziehen aktuell die Anschaffung von E-Autos gar nicht in Erwägung.

- „0,5-%-Regelung“ zeigt Wirkung: Von den befragten Fuhrparkleitern bestätigten 63%, dass aufgrund dieser steuerlichen Vergünstigung mehr Nachfrage von Dienstwagenberechtigten nach alternativen Antriebsarten in den Unternehmen herrscht. Diese Zahl lag im April 2019 noch bei 37%. Bei dieser Regelung geht es um einen vergünstigten Steuersatz (0,5% des Pkw-Bruttolistenpreises) für den Dienstwagenfahrer bei Anschaffung eines Pkw mit alternativen Antriebsarten. Voraussetzung: Der Pkw hat mindestens 40 km Reichweite rein elektrisch oder einen Ausstoß von max. 50 Gramm CO2/km nach WLTP. Dass aus den Anfragen der Dienstwagenberechtigten auch tatsächlich Bestellungen ausgelöst wurden, bestätigten 41% der Befragten.

- Automobilmarkt insgesamt auf Vorjahresniveau: Der Automobilmarkt ist im September saisonbedingt etwas rückläufig, liegt insgesamt aber deutlich über den Septemberzahlen des Vorjahres. Neuzulassungen stiegen um 22, Besitzumschreibungen um drei Prozent. Kumuliert konnte der Neuwagenmarkt das Vorjahresergebnis um 2,5% übertreffen (seit Jahresbeginn wurden 2.740.158 Pkw neu zugelassen), der Gebrauchtwagenmarkt liegt mit 5.471.826 Besitzumschreibungen +0,1% über dem Vorjahresniveau.

Dr. Martin Endlein, Leiter Unternehmenskommunikation: „In Firmenfuhrparks ist die Haltedauer der Fahrzeuge in der Regel kürzer als beim privaten Endverbraucher. Das zeigt sich deutlich am gesunkenen Anteil der Euro-5-Diesel, der aktuell nur noch 8% der Diesel-Pkw in den Flotten ausmacht. Aufgrund der Lieferfähigkeit moderner Diesel-Pkw und durch den weiterhin hohen Mobilitätsbedarf in dieser Sparte wurden auch die Bestellungen von Diesel-Pkw nicht reduziert. Im Bereich der Elektromobilität ist das Thema CO2 an die Spitze gerückt, wenn es um Gründe für die Beschaffung solcher Fahrzeuge geht. Aus Sicht der Dienstwagenberechtigten sind aber sicherlich auch die steuerlichen Vorteile ausschlaggebend, die Anschaffung eines E-Autos in Erwägung zu ziehen.“

Weitere Infos und Grafiken: https://dieselbarometer.dat.de/

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