Diesel-Barometer August 2019

Die DAT hat im aktuellen Diesel-Barometer die Sicht der Endverbraucher auf den Diesel analysiert.

  • Nachfrage im Juli nach neuen und gebrauchten Diesel- und Benzinfahrzeugen gestiegen
  • Gebrauchte Diesel mit Emissionsklasse Euro 6 erreichen Höchstmarke
  • Absicht, einen Diesel-Pkw zu kaufen, leicht gestiegen
  • Mediale Berichterstattung über Diesel-Pkw ist in der Wahrnehmung leicht positiver geworden
  • Weiterhin deutlicher Einfluss der Diesel-Diskussion auf den Zeitpunkt des Autokaufs
  • Nachrüstung von Diesel-Pkw erfährt deutlich gestiegenen Zuspruch
  • Diesel-Pkw stehen beim Handel wieder etwas länger, bevor sie verkauft werden
  • Fahrzeugwerte gebrauchter Diesel-Pkw sinken weiter leicht

 

Hier die acht wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

  1. Gestiegene Nachfrage im Juli: Im Juli konnte der gesamte Automarkt in Deutschland (darunter auch die gewerblichen Zulassungen) wieder kräftig zulegen. Gebrauchte Benziner und Diesel erreichten jeweils einen Jahresbestwert, die Neuwagennachfrage beider Antriebsarten stieg ebenfalls – besonders neue Diesel lagen über Vormonat und über dem Vorjahresmonat. Kumuliert liegen alle Diesel-Besitzumschreibungen mit 1,369 Mio. Einheiten leicht unter dem Vorjahreswert von 1,378 Mio. Einheiten. Alle Diesel-Neuzulassungen erreichten von Januar bis Juli eine Summe von 718.698 Einheiten. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es mit 693.536 etwas weniger.
  2. Euro-6-Diesel erreichten neue Bestmarke: In der Betrachtung nach Emissionsklassen wechselten 84.672 Gebrauchtwagen mit Euro-6-Diesel im Juli ihren Besitzer. Dies ist eine neue Höchstmarke seit Einführung der Euro-6-Motoren. Im Juli verteilten sich die Emissionsklassen bei den Diesel-Gebrauchtwagen zu 39% auf Euro 6, zu 34% auf Euro 5 und zu 27% auf die die Klassen Euro 4 und niedriger.
  3. Absicht, einen Diesel zu kaufen, leicht gestiegen: Beim anstehenden Autokauf würden sich 17% aller Befragten für einen Diesel entscheiden. Dieser Wert liegt einen Prozentpunkt über dem Vorjahr und hat sich seit dem Tiefpunkt im März 2018 (11%) stetig wieder nach oben entwickelt. Bei Dieselfahrern ist der Zuspruch mit 44% deutlich größer. Auch hier lag der Tiefpunkt mit 29% im März 2018. Seitdem stiegen die Werte wieder an. Wichtig hierbei ist: Unter allen Befragten gab etwa die Hälfte an, einen Neuwagen kaufen zu wollen, ein Drittel plant den Erwerb eines Gebrauchten. Innerhalb beider Käufergruppen variieren die tatsächlichen Anteile von Diesel und Benzin deutlich.
  4. Wahrnehmung einer veränderten medialen Berichterstattung: Auf die Frage „Hat sich die Art der medialen Berichterstattung über den Diesel Ihrer Meinung nach in den letzten 3 Monaten verändert?“ antworteten 14,1% mit „ja, positiver“. Vor gut einem Jahr lag dieser Wert bei 7,8%. Eine negativere Berichterstattung registrierten 32% (Juni 2018: 38,8%). Gut die Hälfte aller Befragten sah keine Veränderung (49%; Juni 2018: 49,1%).
  5. Diesel-Diskussion hat weiter Einfluss auf den Zeitpunkt des Autokaufs: Die anhaltende Diskussion um den Diesel sorgt aktuell bei 40% der Befragten dafür, dass sie den geplanten Autokauf verschoben haben. Hauptgrund bleiben die drohenden Fahrverbote, was immerhin 85% derjenigen, die den Autokauf verschoben haben, angaben. Etwas über die Hälfte (54%) zeigte sich dagegen unbeirrt und gab an, den Kauf nicht zu verschieben.
  6. Nachrüstung rückt stark in den Fokus: Während bei den letzten Befragungen etwa 40% angaben, dass sie sich an einer technischen Nachrüstung ihres eigenen Dieselfahrzeugs finanziell beteiligen würden, stiegt dieser Wert aktuell auf 62%. Das ist ein neuer Rekord. Wichtigster Grund ist der Werterhalt des eigenen Pkw, gefolgt von der möglichen Umgehung von Fahrverboten. Die generelle Bereitschaft zur Nachrüstung wurde ebenfalls erstmals abgefragt („Ich würde mich dazu bereit erklären, dass mein Diesel technisch nachgerüstet wird.“). Hier lag die Bestätigung sogar noch höher (67%).
  7. Standtage von Diesel-Gebrauchtwagen beim Handel wieder leicht gestiegen: Beim Automobilhandel stehen Diesel-Gebrauchtwagen derzeit 93 Tage, Benziner 80. Diesel-Pkw stehen damit im Bundesdurchschnitt zwei Tage länger als im Vormonat. Bei den Benzinern sind die 80 Standtage seit Jahresbeginn ein Bestwert.
  8. Gebrauchtfahrzeugwerte entwickeln sich weiter leicht fallend: Bei der Wertentwicklung verlaufen die Kurven der dreijährigen Diesel-Gebrauchtwagen parallel zu den Werten der Benziner weiter leicht fallend. Diesel-Pkw erzielen aktuell noch 52,3% vom ehemaligen Listenneupreis, Benziner liegen mit 56,9% deutlich darüber.

Weitere Infos und Grafiken: https://dieselbarometer.dat.de/

Weiterempfehlen auf