Der Gebrauchtwagenmarkt im Mai 2020

Erste Zeichen der Erholung bei den Stückzahlen, aber düstere Vorzeichen für gebrauchte Elektrofahrzeuge.

(Quelle: Autohaus von der Weppen, Stuttgart)

Der Mai zeigt erste Spuren der Erholung – auf weiter niedrigem Niveau. Ausgedrückt in KBA-Zahlen bedeutet dies: 549.050 Besitzumschreibungen sind 55,8 Prozent mehr als im April, aber immer noch 13,7 Prozent unter dem Mai 2019. Kumuliert wechselten in den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 2.562.304 Gebrauchtwagen den Besitzer. Auch das weiterhin ein Minus, in diesem Fall von 16,1 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Die Ereignisse überschlagen sich in diesen Tagen. Die nun beschlossene Kaufprämie hat mit Sicherheit in der Branche für eine Überraschung gesorgt. Sie ist allerdings hinter den Erwartungen mit ihrem sehr fokussierten Blick auf elektrifizierte Fahrzeuge (und da sprechen wir nicht nur von BEVs, sondern auch von PHEVs und FCEVs) zurückgeblieben. Eine Förderung umweltfreundlicher reiner Verbrennerfahrzeuge blieb aus.

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hat die neue Prämie deutliche Auswirkungen auf das Wertniveau von gebrauchten elektrifizierten Fahrzeugen. Wenn für ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug mit einem ehemaligen Listenneupreis von etwas über 20.000 Euro nun eine Prämie und ein Bonus in Höhe von über 9.000 Euro mitgenommen werden kann, bleibt das nicht ohne Folgen für den Gebrauchten, der neben diesem Fahrzeug steht.

Kann man den Entscheidungen der Politik etwas Positives abgewinnen? Nun ja. Die Förderung betrifft nur einen Teil der Fahrzeuge, d.h. sie beeinflusst die Restwerte der klassischen Verbrenner nicht.

Zum Abschluss noch zwei Anmerkungen: 1) Ein Abrutschen der Werte während des Lockdowns und darüber hinaus blieb bisher aus. Die Fahrzeuge wurden weder verschenkt noch nennenswert abgepreist. Der Handel war allerdings deutlich gebremst durch das Abwarten der Interessenten bezüglich einer Kaufprämie. Wenn dennoch Fahrzeuge verkauft wurden, dann auf einem ordentlichen Preisniveau. Vor allem junge Gebrauchtfahrzeuge konnten sich hier als Alternative zu nicht lieferbaren Neuwagen positionieren. 2) Die Absenkung der Mehrwertsteuer für einen Zeitraum von sechs Monaten sorgt für viel, nein: sehr viel Arbeit. Offen bleibt die Frage, inwieweit sich das auf das tatsächliche Preisniveau aller Fahrzeuge auswirkt.

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