DAT passt Restwertprognosen für neue E-Autos an

Die DAT passt ab Januar 2020 ihre Restwertprognosen für E-Autos und Plug-in-Hybride an.

Martin Weiss, Leiter DAT-Fahrzeugbewertung

Die Anpassung der Restwerte erfolgt vor dem Hintergrund der bereits vorhandenen und von der Politik sowie den Herstellern angekündigten höheren Förderprämien für elektrifizierte Fahrzeuge. Diese plakativen Nachlässe haben direkten Einfluss auf das Wertverhalten dieser Pkw.

„Die Hersteller können die von der EU vorgegebenen neuen Grenzwerte für CO2 nur dann erreichen, wenn sie einen höheren Anteil von elektrifizierten Fahrzeugen in den Markt bringen. Insbesondere dann, wenn sie auch weiterhin größere Fahrzeuge mit Verbrennermotor im Angebot haben möchten“, erläutert Martin Weiss, Leiter der DAT-Fahrzeugbewertung.

Für den Kauf eines neuen Elektroautos sind Prämien von bis zu 6.000 Euro angekündigt worden. Derzeit befindet sich die angepasste Förderrichtlinie noch in Prüfung durch die EU-Kommission. Wegen dieser noch unklaren Ausgangslage beobachtet die DAT aktuell eine starke Kaufzurückhaltung bei E-Autos.

Bereits umgesetzt ist jedoch eine sehr attraktive Förderung von rein elektrischen Dienstwagen und Plug-in-Hybriden mit aktuell mindestens 40 km elektrischer Reichweite. Für sie müssen die dienstwagenberechtigten Fahrer nur 0,5 Prozent des Listenneupreises versteuern.

Keinerlei Anreize sind dagegen bislang für elektrifizierte Gebrauchtwagen zu beobachten.

„Bisher gab es im Markt nur ein geringes Volumen an vollelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Daher haben wir Restwerte auf hohem Niveau beobachtet. Wir erwarten für das kommende Jahr jedoch einen spürbaren Anstieg des Volumens an neuen Elektrofahrzeugen und besonders Plug-in-Hybriden“ ergänzt Martin Weiss. „Zum einen wächst die Modellvielfalt an. Zum anderen machen die 0,5-Prozent-Regelung und die gestiegenen Nachlässe in Form von Prämien die Neuwagen attraktiver. Letztere allerdings haben zugleich direkten Einfluss auf das Restwertverhalten, da sie das Gesamt-Wertniveau beeinflussen. Daher werden wir eine Anpassung von aktuell bis zu drei Prozent vom Listenneupreis vornehmen. Sollte sich der Markt anders entwickeln, wird die DAT die Prognosewerte entsprechend anpassen“, resümiert Martin Weiss.

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