DAT Diesel-Barometer® September 2018

DAT Diesel-Barometer zeigt gestiegene Akzeptanz von Diesel-Pkw

  • Stabile Nachfrage nach gebrauchten DieselPkw
  • Erstmals mehr gebrauchte Euro6-Diesel-Pkw verkauft als Euro 4 und niedriger
  • Dieselfahrer pendeln 45 km pro Tag, Benzinfahrer nur 33 km
  • Über ein Drittel würde Euro6d-temp-Pkw kaufen
  • DieselKaufabsicht als „wahrscheinlichste Motorart“ deutlich gestiegen
  • Ein Drittel der Autokaufplaner zögert den Kauf hinaus, v.a. wegen der Diskussion um Fahrverbote
  • Knapp 40 Prozent würden sich finanziell an einer technischen Nachrüstung beteiligen
  • Gebrauchtfahrzeugwerte verlaufen saisonal üblich
  • Diesel und Benzin-Gebrauchtwagen stehen beim Handel wieder etwas länger

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat das aktuelle DAT Diesel-Barometer® veröffentlicht. Themenschwerpunkt ist eine repräsentative Befragung von Autokaufplanern durch das Marktforschungsinstitut GfK sowie eine Analyse der KBA- und DAT-Datenbanken.

Hier die Ergebnisse im Überblick:

  1. Diesel-Gebrauchtwagen weiter gefragt: Im August wurden laut KBA-Informationen 200.208 Diesel-Gebrauchtwagen gehandelt, das sind knapp 6% mehr als im August 2017. Im Vergleich zum Juli 2018 (205.438 Einheiten) liegt der Wert rund 2,6% darunter. Gebrauchte Benziner sind ebenfalls weiter sehr gefragt.
     
  2. Gebrauchte Euro-6-Diesel an der Spitze: Erstmals wurden mehr Euro-6-Dieselgebrauchtwagen verkauft als Euro-1-bis-4-Diesel-Pkw. Den geringsten Anteil an den Besitzumschreibungen im August hatten die Euro-5-Dieselgebrauchtwagen.
     
  3. Dieselfahrer legen 45 km pro Tag zurück: Von allen Befragten nutzen 67% ihren Pkw für den Arbeitsweg. Im Schnitt werden 37 km pro Tag zurückgelegt, Dieselfahrer liegen mit 45 km deutlich darüber, Benzinfahrer mit 33 km deutlich darunter.
     
  4. Moderne Euro-6d-TEMP-Diesel-Pkw bleiben attraktiv: 35% aller Befragten würden sich für einen modernen Euro-6d-TEMP-Diesel entscheiden. Generell wäre die Akzeptanz eines Diesel-Pkw deutlich höher, wenn Fahrverbote vom Tisch wären.
     
  5. Akzeptanz von Diesel-Pkw gestiegen: Auf die Frage, was die wahrscheinlichste Motorart beim nächsten Kauf sein wird, haben 15% aller Befragten den Diesel angegeben. Im Vergleich zu den Antworten vor einem halben Jahr ist das eine Steigerung um 4 Prozentpunkte. Unter den Dieselfahrern würden sich 40% wieder für einen Diesel entscheiden – eine deutliche Steigerung um 11 Prozentpunkte.
     
  6. Ein Drittel der Kaufplaner zögert: 34% derjenigen, die aktuell einen Fahrzeugkauf planen, zögern die Kaufentscheidung hinaus. Hauptgrund ist die Diskussion um Fahrverbote.
     
  7. Knapp 40% würden sich an technischer Nachrüstung finanziell beteiligen: „Ich wäre bereit, mich an einer technischen Nachrüstung meines aktuellen Diesels finanziell zu beteiligen, wenn ich damit Fahrverbote umgehen kann.“ Dieser Aussage stimmten 38% aller befragten Dieselfahrer zu. Hauptgrund sind Fahrverbote, gefolgt von Werterhalt und der Tatsache, sich nicht von seinem Fahrzeug trennen zu müssen.
     
  8. Keine Einbrüche bei Gebrauchtfahrzeugwerten: Die Entwicklung der Werte von dreijährigen Gebrauchtwagen zeigt keine außergewöhnlichen Auffälligkeiten. Mit 52,5% des ehemaligen Listenneupreises im August 2018 bleiben die Werte zwar unter Vorjahr, aber sie zeigen keine weitere Abweichung nach unten. Wegen der in manchen Regionen allerdings weiter stark angespannten Diesel-Situation sind regional hohe Abweichungen bei den Gebrauchtwagen-Verkaufspreisen je nach Fabrikat möglich. Die hier dargestellten Werte zeigen den markenübergreifenden Bundesdurchschnitt. Benziner verlaufen parallel zu den Dieseln, die Schere geht nicht weiter auseinander.
     
  9. Gebrauchtwagen stehen fünf Tage länger beim Handel als im Vormonat: Mit 103 Tagen bei Diesel- und 80 Tagen bei Benzingebrauchtwagen hat der Automobilhandel wieder mit etwas längeren Standzeiten zu kämpfen. Dort ist die Situation weiterhin angespannt.


Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer: „Die aktuelle Befragung von Endverbrauchern vor der Kaufentscheidung zeigt: Pkw mit Dieselmotor haben wieder an Attraktivität gewonnen, und die Wogen glätten sich langsam. Nun hört man aus dem Verkehrsministerium, dass neben neuen Wechselprämien auch ernsthaft über eine technische Nachrüstung von Euro-5-Dieseln diskutiert wird. Der Plan ist, die Halter an den Kosten zu beteiligen. Dazu wären 38% sogar bereit - offen bleibt allerdings in welcher Höhe. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidungen nicht zu noch mehr Verwirrung, sondern zu mehr Rationalität und einer langfristigen Lösung führen.“

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