DAT Diesel-Barometer® Juli 2018

Aktuelles DAT Diesel-Barometer zeigt Wahrnehmung
der Berichterstattung in den Medien

  • 88 Prozent verfolgen die Berichterstattung in den Medien
  • 12 Prozent der Dieselfahrer haben positivere Berichte wahrgenommen
  • Schlagzeilen zu Fahrverboten am stärksten in Erinnerung
  • Dieselzukunft aus Verbrauchersicht hat sich nicht verschlechtert
  • Fast die Hälfte der Kaufplaner glaubt, dass nicht Fahrverbote, sondern andere Faktoren für die Verbesserung der Luftqualität eine Rolle spielen

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) stellt im aktuellen DAT Diesel-Barometer® neben Auswertungen der aktuellen Zahlen des KBA und eigener Datenbanken die Reaktion der Autokaufplaner auf die Diesel-Diskussion in den Medien als Schwerpunktthema vor.

Hierzu wurde im Auftrag der DAT von der GfK eine repräsentative Befragung von Autokaufplanern durchgeführt.

Hier alle Ergebnisse des aktuellen DAT Diesel-Barometers im Überblick:

  • DieselGebrauchtwagen und Diesel-Neuwagen im Juni stärker gefragtals im Mai: Eine Analyse der Zahlen des KBA zeigt, dass im Juni deutlich mehr gebrauchte und neue DieselPkw verkauft wurden. Nach 197 Tausend Besitzumschreibungen im Mai stiegen die Gebrauchtwagenverkäufe im Juni auf 202 Tausend Einheiten. Die Diesel-Neuzulassungen stiegen von 95 Tausend auf 107 Tausend. Dennoch liegt der Diesel-Gebrauchtwagenmarkt kumuliert weiterhin etwa 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
  • Gebrauchtfahrzeugwerte von Diesel und Benzin-Pkw zeigen keine dramatischen Einbrüche: Die dreijährigen BenzinGebrauchtwagen erzielen aktuell noch 57,6 Prozent des ehemaligen Listenneupreises, Diesel-Gebrauchtwagen erreichen noch 52,9 Prozent. Damit scheint im bundesweiten Durchschnitt der starke Abwärtstrend der Diesel-Gebrauchtfahrzeugwerte gestoppt zu sein.
  • Wahrnehmung der DieselDiskussion in den Medien deutlich gestiegen: Innerhalb eines Jahres stiegt die Wahrnehmung der Autokaufplaner in den Medien deutlich von 75 auf 88 Prozent. Der Anteil derer, die lediglich davon gehört haben, sank im gleichen Zeitraum von 21 auf 10 Prozent. Unwissend zeigten sich aktuell nur 2 Prozent der Befragten.
  • Dieselfahrer deutlich sensibler für Berichterstattungen: In den vergangenen drei Monaten haben 12 Prozent der Dieselfahrer eine positivere Berichterstattung in Bezug auf den Diesel wahrgenommen. Der Durchschnittswert liegt bei 9 Prozent. Als „gleich geblieben“ haben 48 Prozent aller Befragten und 46 Prozent der Dieselfahrer die Berichterstattung eingeordnet. 40 Prozent aller Befragten gaben an, die Berichterstattung sei negativer geworden, Dieselfahrer sahen dies zu 39 Prozent so.
  • Fahrverbote bleibt das beherrschende Thema: Gefragt nach unterschiedlichen Themen wurde von den Verbrauchern vor allem das Inkrafttreten von Fahrverboten genannt. Dass diese aktuell nur sehr wenige Streckenabschnitte betreffen, wurde von 65 Prozent aller Befragten und von 72 Prozent der Dieselfahrer registriert. Berichte zu ungenauen bzw. fehlerhaften Feinstaubmessungen wurden von 66 Prozent der Dieselfahrer wahrgenommen, und auch bei den weiteren Themen wie die deutlich gesunkenen Emissionen moderner Diesel lagen die Dieselfahrer in der Wahrnehmung stets über dem Durchschnitt. Gleichauf informiert lagen beide Gruppen bei der Headline, dass BOSCH die DieselDiskussion für beendet erklärt hat.
  • Aussicht auf DieselZukunft nicht verschlechtert: Vor einem Jahr gaben 64 Prozent aller befragten Verbraucher an, dass die Bedeutung des Dieselmotors im Vergleich zum Benzin abnehmen würde. Ein Jahr später liegt dieser Wert bei 65 Prozent und damit nur einen Punkt über dem Vorjahr. Der Anteil derer, die sich unschlüssig sind, stieg leicht von 12 auf 14 Prozent.
  • Auswirkung von Fahrverboten auf Luftqualität wird kritisch gesehen: Knapp die Hälfte aller Befragten (45 Prozent) vermutet, dass Fahrverbote kaum Einfluss auf die Luftqualität in Innenstädten haben werden, da andere Faktoren eine Rolle spielen würden. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 35 Prozent. Deutlich gesunken von 19 auf 15 Prozent ist der Anteil derer, die eine wesentliche Verbesserung der Luftqualität durch Fahrverbote annehmen.
  • DieselAnteil in Bundesländern variiert regional stark: Während bundesweit 32 Prozent aller Neuzulassungen und 32 Prozent aller Besitzumschreibungen einen Dieselmotor aufweisen, liegt der Anteil von DieselPkw bei den Gebrauchtwagenverkäufen in neun Bundesländern über dem Durchschnitt, in zwei Bundesländern exakt auf dem Durchschnittswert. Die größte Abweichung ist Berlin mit 26 Prozent Dieselanteil bei den Besitzumschreibungen. Betrachtet man die Neuzulassungen, so liegen fünf Bundesländer über dem bundeweiten Diesel-Durchschnitt, die restlichen 11 Bundesländer darunter. Die größte Abweichung gibt es in Brandenburg, wo nur 25 Prozent aller Neuzulassungen einen Dieselmotor haben. Bei all diesen Zahlen muss beachtet werden, dass das KBA Diesel-Pkw mit 48-Volt-Bordnetz und Mildhybride zu den Hybridfahrzeugen und nicht zu Diesel- Pkw zählt. Dieses führt zu Verschiebungen der Marktanteile.

Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer: „Im 33. Monat der Diesel-Diskussion ist der Selbstzünder-Markt zwar deutlich geschwächt, aber keineswegs tot. Dies zeigen die KBA-Zahlen der Diesel-Besitzumschreibungen (202.104) und Diesel-Neuzulassungen (106.618) im Juni mehr als deutlich. Die Anzahl an Verkaufstransaktionen liegt auf dem aktuellen Niveau bereits seit 18 Monaten stabil. Auch die Abwärtsspirale der Gebrauchtfahrzeugpreise, insbesondere bei jüngeren Diesel-Fahrzeugen, scheint bereits seit dem Spätherbst zum Stillstand gekommen zu sein, was aber nicht bedeutet, dass für viele Händler regional, fabrikatsbezogen und vor allem bei älteren Fahrzeugen die Diesel-Welt bereits wieder in Ordnung wäre. Impulse bei jungen Gebrauchten könnte die derzeit eingeschränkte Verfügbarkeit von Neufahrzeugen bringen, welche aufgrund von Verzögerungen bei der ab September 2018 verpflichtend vorgeschriebenen WLTP-Messungen derzeit deutlich spürbar ist. Dies gilt aber selbstverständlich nicht nur für gebrauchte Dieselfahrzeuge. Interessant sind in diesem Zusammenhang Feststellungen zahlreicher Händler, deren Kunden sich nach dem Kauf eines Benziners vor einem oder zwei Jahren aktuell wieder ihren Diesel zurückwünschen. Da das Emissionsproblem als technisch gelöst eingestuft werden kann und auch hinsichtlich der Effizienz noch keine wirkliche Alternative zum Diesel in Sicht ist, sind wir davon überzeugt, dass der Selbstzünder noch auf längere Sicht eine wichtige Antriebsart bleiben wird.“

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Über das DAT Diesel-Barometer

Das DAT Diesel-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Die Wertverläufe und Standzeiten ermittelt die DAT aufgrund der Transaktionspreise und weiterer Informationen, die vom Automobilhandel an die DAT übermittelt werden. Es handelt sich hierbei nicht um Angebotspreise in Internet-Fahrzeugbörsen, sondern um tatsächliche Gebrauchtwagen-Verkaufspreise vom Handel an Endverbraucher. Die Daten werden den DAT-Kunden in den sog. SilverDAT-Systemen zur Verfügung gestellt.

Für die Endverbraucherbefragung (Feldzeit: 07. bis 13. Juni 2018) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.009 Online-Interviews (CAWI) über die GfK durchgeführt. Datengewichtung erfolgte nach Fahrzeugbestand (Marke u. Motorart). Zeitversetzt erfolgt eine repräsentative Befragung von Pkw-Händlern.

Die Marktzahlen zu Neuzulassungen und Besitzumschreibungen stammen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg, die monatlich der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. (www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/fahrzeuge_node.html)

Das DAT Diesel-Barometer wird seit April 2017 auf https://dieselbarometer.dat.de publiziert.

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Über die DAT

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) ist ein international tätiges Unternehmen der Automobilwirtschaft, das umfassende Kraftfahrzeugdaten erhebt, ergänzt, erstellt, aufbereitet, strukturiert und dem Markt dann flächendeckend über unterschiedlichste Medien und Softwarelösungen zur Verfügung stellt. Die DAT versteht sich als neutrales Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen der Automobilbranche und wird seit über 87 Jahren von ihren Gesellschaftern VDA, VDIK und ZDK getragen. Ein aus verschiedenen Verbraucherverbänden gebildeter Beirat überwacht unter der Leitung des ADAC die Aktivitäten und insbesondere die Wahrung der uneingeschränkten Neutralität der DAT im Sinne der privaten und gewerblichen Verbraucher.

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