DAT Diesel-Barometer® August 2018

DAT Diesel Barometer zeigt weitere Entspannung des Marktes

  • Steigende Nachfrage nach gebrauchten Diesel-Pkw: Besonders durch Euro-6-Diesel wurden Besitzumschreibungen beflügelt
  • 20-Jahres-Horizont: Diesel-Anteile zwischen 18% und 48% bei Neuzulassungen. Aktuell auf dem Niveau des Jahres 2000
  • Lichtblick für Händler: Standzeiten bei Diesel- und Benzin-Gebrauchtwagen jeweils um 9 Tage gesunken
  • Schatten für Händler: Gebrauchtfahrzeugwerte von dreijährigen Diesel-Pkw im Durchschnitt 2,2 Prozentpunkte unter Vorjahr
  • Analyse des KBA-Fahrzeugbestands: In Hamburg sind anteilig die meisten Euro-6-Diesel zugelassen
  • Kraftstoffpreise: Starker Anstieg vor und während der Urlaubszeit

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat für ihr aktuelles DAT Diesel-Barometer eine umfangreiche Analyse der Bestandszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) vorgenommen. Zudem sind die monatlichen Ergebnisse der DAT-Marktbeobachtung zu den Gebrauchtfahrzeugwerten und Standtagen beim Handel in das Barometer eingeflossen.

  1. Nachfrage nach gebrauchten Diesel-Pkw im Juli weiter gestiegen: Endverbraucher haben wieder mehr Lust auf Diesel-Pkw. Die Ergebnisse der KBA-Analyse zeigen, dass die Nachfrage nach gebrauchten Diesel-Pkw im Juli mit 205.438 Einheiten einen Jahreshöchstwert erreicht hat. Auch junge gebrauchte Diesel-Pkw liegen im Trend, denn die Nachfrage nach modernen Euro-6-Diesel-Gebrauchtwagen hat mit 86.985 Einheiten den zweithöchsten Wert seit Jahresbeginn erreicht. Günstige Diesel-Pkw der Emissionsklassen 4 oder niedriger bilden weiterhin die größte Gruppe der Besitzumschreibungen.
  2. 20-Jahre-Horizont der Dieselanteile reicht von 18% bis 48%: Die Analyse der Zahlen des KBA macht deutlich, wie stark die Nachfrage nach neuen Diesel-Pkw über die letzten Jahre gewachsen ist. Mit dem Siegeszug der direkteinspritzenden Turbodiesel wurde der Dieselmotor für Effizienz und Fahrspaß bekannt. Die Steigerung seit 1998 zeigt das deutlich. Damals lag der Diesel-Anteil bei Neuwagen noch bei niedrigen 18%. Der Höchstwert von 48% wurde 2007 und nach der Finanzkrise in vier aufeinander folgenden Jahren (2012-2015) erreicht. 2017 wurden 39% aller Neuwagen mit einem Dieselmotor zugelassen. Seit der in der Geschichte des Automobils einzigartigen Kritik am Dieselmotor sank dessen Anteil bei den Neuzulassungen. Er erreicht aktuell 32% und liegt damit in etwa auf dem Wert des Jahres 2000.
  3. Lichtblick für den Handel bei den Standtagen: Der Rückgang von 9 Tagen gegenüber dem Vormonat bedeutet, dass gebrauchte Diesel-Pkw beim Handel 98 Tage stehen, bevor sie verkauft werden. Das ist im Bundesdurchschnitt immer noch ein hoher Wert und bedeutet, dass beim Verkauf von Diesel-Gebrauchtwagen weiter kaum Erlöse zu erzielen sind. Vergleichbare Benziner werden dagegen bereits nach 75 Tagen verkauft. Dies ist der niedrigste Wert seit der Publikation des DAT Diesel-Barometers im April 2016.
  4. Schatten für den Handel wegen niedriger Gebrauchtfahrzeugwerte: Die Entwicklung der dreijährigen Gebrauchtfahrzeugwerte für Diesel-Pkw bleiben im Schnitt 2,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Allerdings entwickeln sich seit Jahresbeginn die Werte linear und parallel zu den Benzin-Gebrauchtfahrzeugwerten. Das bedeutet: Aktuell werden für drei Jahre alte gebrauchte Diesel noch 52,7% des ehemaligen Listenneupreises erzielt. Vergleichbare Benziner erzielen 57,5% des ehemaligen Listenneupreises. Regional hohe Abweichungen sind je nach Fabrikat und Modell weiter möglich.
  5. KBA-Bestand zeigt, in Hamburg fahren anteilig die meisten modernen Diesel: Das Kraftfahrt-Bundesamt hat zum Stichtag 1.1.2018 insgesamt rund 15 Mio. Diesel-Pkw in Deutschland gezählt.Davon sind rund 37% mit der Euro-Norm 1-4 unterwegs, 37% mit der Euro-5-Norm und 25% mit der modernen Euro-6-Norm. In der Betrachtung nach den Bundesländern werden Unterschiede deutlich: In Hamburg sind anteilig die meisten Euro-6-Diesel-Pkw angemeldet. Von allen in Sachsen-Anhalt gemeldeten Pkw machen Euro-5-Diesel mit 41% den höchsten Anteil aus, in Schleswig-Holstein sind es die Diesel-Pkw mit Euro-4-Norm oder niedriger, die mit 43% den größten Anteil am Pkw-Bestand dieses Bundeslandes haben. Durch die jährlich stattfindende Verschrottung und den Export von Diesel-Pkw sowie durch die Neuzulassungen findet eine sukzessive Verjüngung des Bestandes statt.
  6. Diesel-Kraftstoffpreise vor und während der Urlaubszeit deutlich gestiegen: Einer Analyse der vom ADAC bereitgestellten Kraftstoffpreise zufolge sind insbesondere vor den Urlaubsmonaten die Kosten für Diesel-Kraftstoff stark angestiegen. Dennoch liegt Diesel aktuell im Mittel 16,4 Cent unter Normalbenzin. Im März 2018 war mit 118,3 Cent der niedrigste, im Juni mit 128,7 Cent der höchste Durchschnittspreis zu verzeichnen. Aktuell kostet ein Liter Diesel-Kraftstoff 128,1 Cent, Benzin (Super-95) 144,5 Cent.

Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer: „Über 300.000 Personen haben sich im Juli für einen Diesel-Pkw entschieden – im Verhältnis 2/3 gebraucht, 1/3 neu. Zudem verjüngt sich der Pkw-Bestand sukzessive durch Verschrottung oder Export alter und Neuzulassung moderner Pkw. Dies wird durch den Sondereffekt der Hersteller-Absatzprogramme noch beflügelt. In den kommenden Monaten werden wir allerdings deutlich schwächere Neuzulassungszahlen erleben, weil die neuen WLTP-Messungen zeitintensiv und aufwändig sind. Dies wird voraussichtlich die Standzeiten der Gebrauchtfahrzeuge weiter reduzieren, die Fahrzeugwerte weiter stabilisieren und den Händlern vielleicht die lang ersehnte Entlastung bringen.“

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Über das DAT Diesel-Barometer

Das DAT Diesel-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Daten des Automarkts. Die Wertverläufe und Standzeiten ermittelt die DAT aufgrund der Transaktionspreise und weiterer Informationen, die vom Automobilhandel an die DAT übermittelt werden. Es handelt sich hierbei nicht um Angebotspreise in Internet-Fahrzeugbörsen, sondern um tatsächliche Gebrauchtwagen-Verkaufspreise vom Handel an Endverbraucher. Die Daten werden den DAT-Kunden in den sog. SilverDAT-Systemen zur Verfügung gestellt.

Für die Endverbraucherbefragung (Feldzeit: 07. bis 13. Juni 2018) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.009 Online-Interviews (CAWI) über die GfK durchgeführt. Datengewichtung erfolgte nach Fahrzeugbestand (Marke u. Motorart). Zeitversetzt erfolgt eine repräsentative Befragung von Pkw-Händlern.

Die Marktzahlen zu Neuzulassungen und Besitzumschreibungen stammen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg, die monatlich der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. (www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/fahrzeuge_node.html)

Das DAT Diesel-Barometer wird seit April 2017 auf https://dieselbarometer.dat.de publiziert.

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