DAT Diesel-Barometer August 2017 - Im Fokus: Die Sicht der Endverbraucher

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat ihr aktuelles monatliches „DAT Diesel-Barometer“ publiziert. Schwerpunkt dieser Ausgabe ist eine repräsentative Umfrage von Endverbrauchern, die kurz vor dem Autokauf stehen.

Hier die Ergebnisse im Überblick. Die dazu gehörenden Grafiken und bisherigen Diesel-Barometer finden Sie auf https://dieselbarometer.dat.de :

Automobilmarkt verhält sich insgesamt saisonüblich: Nach KBA-Informationen ist der Neu- und Gebrauchtwagenmarkt wie in den vergangenen Jahren um diese Zeit rückläufig. Bezogen auf den Dieselmarkt sind die Neuzulassungen 13 % unter dem Vorjahresmonat, die Diesel-Besitzumschreibungen sind nur geringfügig zurückgegangen (- 1 Prozentpunkt).

Anteil der Euro-6-Diesel im Gebrauchtwagenmarkt stabil: Für den Berichtsmonat Juli hat das KBA mitgeteilt, dass die Anzahl der Euro-6-Diesel-Gebrauchtwagen weiterhin konstant bei 26 % liegt. Das bedeutet, dass nach wie vor der Großteil (74 %) an Diesel-Gebrauchtwagen mit Schadstoffklasse Euro 5 und niedriger gehandelt wird und auch bezogen auf die Anzahl damit auf nahezu unverändert hohem Niveau liegt.

Knapp 2/3 der Endverbraucher glaubt an Luftverbesserung bei Fahrverboten: Auf die Frage, ob sie glauben, dass Fahrverbote für Diesel-Pkw der Abgaseinstufung Euro 5 und niedriger zu einer Verbesserung der Luftqualität führen würden, sehen 35 % keine Verbesserung. 42 % glauben an leichte, 19 % an wesentliche Verbesserungen.

Zwei Drittel zögert Kauf nicht hinaus: 66 % der Befragten bleiben bei ihrem geplanten Kauf und zeigen sich unbeeindruckt von drohenden Fahrverboten oder Wertverlusten. Die Anzahl derer, die derzeit ihren Autokauf hinauszögern, um die Entwicklung bei Diesel (28 %) und Fahrverboten (26 %) abzuwarten, ist im Vergleich zur letzten Befragung (Juni 2017) leicht angestiegen.

Elektro und Gas (noch) keine Alternativen zum Diesel: Gefragt nach der präferierten Antriebsart beim nächsten Autokauf, bekundeten Käufer nur im niedrigen einstelligen Bereich ihre Sympathie zu Elektro und Gas. Mit 59 % stehen Benziner, mit 21 % die Hybridfahrzeuge in der Gunst der Käufer.

Deutsche Hersteller beim Diesel vorn: Endverbraucher, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen Diesel entscheiden, wählen zu 70 % ein Fahrzeug eines deutschen Herstellers. Fragt man unabhängig von der präferierten Antriebsart alle Kaufplaner, so würden sich 61 % für eine deutsche Marke entscheiden.

Werte der Diesel-Pkw noch leicht über Vorjahr: Die Schere zwischen den Fahrzeugwerten bei Diesel- und Benzin-Pkw geht weiter auseinander. Während dreijährige Benziner von 56,4 auf durchschnittlich 56,2 % des ehemaligen Listenneupreises sanken, fielen die vergleichbaren Diesel-Pkw gegenüber dem Vormonat von 55,2 auf 54,9 %. Sie liegen damit 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Standtage um einen Tag gefallen: Die Standtage der gebrauchten Pkw auf den Ausstellungsflächen der Händler sind bei Diesel und Benzinern um je einen Tag gefallen. Gebrauchte Diesel verkaufen sich nach 94, gebrauchte Benziner nach 78 Tagen. Der Höchstwert in diesem Jahr lag im Februar und Mai bei 99 Tagen

Mehr Dieselfahrer planen Verkauf des eigenen Fahrzeugs: Im August haben 29 % der Dieselfahrer angegeben, sie möchten sich möglichst schnell von ihrem Diesel-Pkw trennen, um Fahrverbote oder drohende Wertverluste zu vermeiden. 71 %, und damit die große Mehrheit, sehen keinen Grund zur Panik.

Zukunft des Diesels aus Verbrauchersicht weiter kritisch: Während Fuhrparkleiter (siehe DAT Diesel-Barometer vom Juli 2017) weiterhin zu fast 90 % auf Diesel-Pkw setzen, ist die Sicht der privaten Autokäufer weiterhin eher kritisch zu beurteilen. Knapp zwei Drittel (65 %) denken, dass die Bedeutung des Diesels im Vergleich zum Benziner abnehmen wird. Im Vergleich zum Juni ist das nur eine marginale Steigerung, während die Anzahl der Unschlüssigen von 12 auf 14 % gestiegen ist.

 

Informationen für Redaktionen

1)    Experten-Arbeitskreis Diesel: Die DAT hat im April 2017 anlässlich des Diesel-Barometers einen Experten-Arbeitskreis Diesel ins Leben gerufen. Dieser trifft sich im zweimonatlichen Turnus, um die Ergebnisse der Befragungen zu analysieren. Er setzt sich zusammen aus Vertretern von Kfz-Händlern, aus Repräsentanten freier Automobilbanken und Prüforganisationen, aus DAT-Fachvertretern der Abteilungen Marktbeobachtung, Sachverständigenwesen, Unternehmenskommunikation sowie der Geschäftsleitung der DAT.
 

2)    Zur Erhebung der Zahlen: Die Standzeiten und Wertverläufe ermittelt die DAT aufgrund der Transaktionspreise und Informationen, die vom Automobilhandel an die DAT übermittelt werden. Es handelt sich hierbei nicht um Angebotspreise in Internet-Fahrzeugbörsen, sondern um tatsächliche Gebrauchtwagen-Verkaufspreise vom Handel an Endverbraucher.

Für die Befragung der Endverbraucher / Autokaufplaner (August 2017) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.042 Online-Interviews (CAWI: Computer Aided Web Interviews = Online-Befragung) über die GfK ausgewählt und ausgewertet (Feldzeit: 04.08.2017 bis 09.08.2017). Die Gewichtung der Daten erfolgte nach Pkw-Marke und Motorart des hauptsächlich genutzten Pkw. Basis der Gewichtung sind die KBA-Bestandszahlen 2016 (Marke) / 2017 (Motorart). Alter und Geschlecht entsprechen repräsentativ dem Bestand. Monatlich zeitversetzt erfolgt, ebenfalls im Auftrag der DAT, eine repräsentative Befragung des Handels (Markenhandel und freier Handel) über TeleResearch via CAWI. Die Gewichtung der Daten erfolgt nach Innungsmitgliedschaft, Händlertyp und Marke..

Die Marktzahlen zu Neuzulassungen, Besitzumschreibungen und zum Anteil der Euro-5-Dieselmotoren bei den Besitzumschreibungen übernimmt die DAT vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg, die monatlich publiziert werden. (http://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/fahrzeuge_node.html)

Das DAT Diesel-Barometer wird monatlich aktualisiert und online auf https://dieselbarometer.dat.de publiziert.

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