DAT-Barometer zeigt Automobilmarkt aus Käufersicht

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat ihr neues DAT-Barometer veröffentlicht.

  • Gebrauchtwagen zum Jahresbeginn stark nachgefragt
  • „Lust auf neuen Pkw“, „wirtschaftlicherer“ und „zuverlässigerer“ Pkw waren die Top3-Kaufgründe für einen Neuwagen
  • Einfluss des PkwEnergielabels nur für ein Drittel der Käufer maßgeblich
  • Elektrofahrzeuge konnten im Vergleich zum Vorjahresmonat zulegen
  • Gebrauchtfahrzeugwerte haben sich zum Jahresende stabilisiert
  • Gebrauchte DieselPkw verkauften sich im Januar schneller als Benziner
     

Das DAT-Barometer ist eine konsequente Fortführung des bisherigen monatlichen DAT Diesel-Barometers, allerdings werden alle Antriebsarten in den Fokus genommen und aus unterschiedlichen Richtungen beleuchtet. Zusätzlich werden weitere Branchenthemen auf Basis valider Daten vorgestellt. Der Diesel als Antriebsart wird im neuen Barometer weiterhin eine Rolle spielen.

Hier die Ergebnisse im Überblick:

  1. Gebrauchtwagen stark nachgefragt: Der Automobilmarkt war zu Beginn des Jahres 2020 vor allem durch eine starke Nachfrage nach Gebrauchtwagen geprägt. Mit 419.321 Benzin- und 198.217 Diesel-Pkw wurden die Ergebnisse des Vorjahresmonats deutlich übertroffen (+5,3%). Der Neuwagenmarkt lag dagegen für beide Antriebsarten (126.806 Benziner, 80.257 Diesel) 7,3% unter den Zahlen des Vorjahresmonats.
  2. Elektrofahrzeuge konnten zulegen: Mit insgesamt 7.492 (+61,2%) neu zugelassenen und 1.257 (+57,5%) gebrauchten Elektrofahrzeugen im Januar 2020 stieg die Nachfrage nach dieser Antriebsart deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat. Auf Basis der letzten vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlichten Zahlen lag der Anteil der privaten neu zugelassenen Elektrofahrzeuge bei 38,5% (aktuellster Stand ist das Autojahr 2018; FZ 14).
  3. „Lust auf neues Auto“ war Kaufgrund bei 33% aller Neuwagenkäufer: Auf Basis der repräsentativen Erhebungen für den DAT-Report wurden die Gründe für den Autokauf abgefragt und die Unterschiede zwischen Neu- und Gebrauchtwagenkäufer ermittelt. Die Top-3-Gründe für private Neuwagenkäufer waren: „Lust auf neues Auto“, „wirtschaftlicherer Pkw“ und „zuverlässigerer Pkw“. Bei den Gebrauchtwagenkäufer waren es diese Gründe in anderer Reihenfolge: Zuverlässigerer Pkw stand an Platz 1, gefolgt von der Lust auf einen neuen Pkw. Platz 3 war der wirtschaftlichere Pkw. Beide Käufergruppen hatten zu etwa gleichen Teilen auch den „Spontankauf“ und eine neue familiäre Situation als Kaufgrund angegeben.
  4. Weiter hoher Anteil an Fahrzeugersatz-Kauf: 75% aller Gebrauchtwagenkäufer und 85% aller privaten Neuwagenkäufer haben durch den aktuellen Autokauf ein bestehendes Fahrzeug ersetzt. Beim Autokauf selbst nutzten 83% aller Autokäufer das Internet zur Recherche, 17% kauften das Fahrzeug ohne Zuhilfenahme des Internets.
  5. Markentreue und Haushaltsnettoeinkommen sind deutliche Unterschiede bei Gebraucht- und Neuwagenkäufern: In ihrer Selbsteinschätzung bestätigten 33% aller Gebraucht- und 20% aller privaten Neuwagenkäufer, sie seien generell keiner Automobilmarke fest verbunden. Absolut markentreu und damit nur einer einzigen Marke verbunden, das bestätigten nur 20% der Gebraucht- und immerhin 29% der Neuwagenkäufer. Der Rest wechselt zwischen zwei bis drei Marken. Beim Haushaltsnettoeinkommen lagen die Gebrauchtwagenkäufer mit monatlich 3.275 Euro deutlich unter den Neuwagenkäuferhaushalten, die über monatlich 4.491 Euro verfügten.
  6. Pkw-Energieeffizienzlabel hat nur geringen Einfluss auf die Kaufentscheidung: Die für den Neuwagen verpflichtende Auszeichnung mit dem sog. Pkw-Label, das eine Skala mit farbigen Pfeilen zeigt, die für die CO2-Effizienzklassen stehen, hatte nur für 33% aller privaten Neuwagenkäufer einen maßgeblichen Einfluss auf den Autokauf. 38% meinten, es hätte gar keinen Einfluss gehabt, für 29% immerhin noch einen geringfügigen.
  7. Wertentwicklung von gebrauchten Diesel- und Benzin-Pkw stabilisiert sich zum Jahresende: Mit jeweils 56,5% vom ehemaligen Listenneupreis hat sich in den Monaten November und Dezember des letzten Jahres der Wert von dreijährigen Benzin-Pkw stabilisiert. Bei den vergleichbaren Diesel-Gebrauchtwagen blieb dieser im gleichen Zeitraum bei 51,8%. Der gesamte Jahresverlauf war von parallel verlaufenden Wertentwicklungen geprägt.
  8. Standzeiten von gebrauchten Diesel-Pkw erstmals leicht unter denen von Benzinern: Mit 89 Tagen verkauften sich gebrauchte Diesel-Pkw beim Handel erstmals etwas schneller als Benziner, die eine durchschnittliche Standzeit von 90 Tagen im Januar aufwiesen. Zuletzt war eine solche Entwicklung im Mai 2016 zu beobachten.

Dr. Martin Endlein, Leiter DAT-Unternehmenskommunikation und verantwortlich für das DAT-Barometer: „Um über den Automobilmarkt Auskunft geben zu können, braucht man belastbare Fakten. Diese stehen in unserem jährlichen DAT-Report und unserem monatlichen DAT-Barometer. Speziell bei Letzterem haben wir uns zum Ziel gesetzt, unterschiedliche Antriebsarten und Akteure zu beleuchten, und dabei weiterhin auch die Entwicklung beim Diesel im Auge zu behalten. Daher haben wir den Namen auf ‚DAT-Barometer geändert‘. Zum Diesel ist zu beobachten: Im Gesamtjahresvergleich von 2018 auf 2019 haben Diesel-Gebrauchtwagen erstmals wieder ein leichtes Plus von 0,5% verzeichnen können. Und: Die Diesel-Standtage beim Handel liegen erstmals seit Mai 2016 (!) leicht unter denen der Benziner.

Bei der Nachfrage nach alternativen Antrieben gilt für neue wie gebrauchte Fahrzeuge: Es sind im Januar 2020 zwar Steigerungen im Vergleich zum Vorjahresmonat spürbar, aber es handelt sich insgesamt noch um kleine Stückzahlen im Vergleich zum Rest des Marktes. Und: Bei den Hybriden gilt es klar zu differenzieren, um welchen Hybrid es sich handelt. So zählt z.B. ein aktueller Pkw der oberen Mittelklasse mit 3,0-Liter-Dieselaggregat wegen der darin verbauten Mild-Hybrid-Technologie statistisch gar nicht mehr zu Verbrennungsmotoren, sondern zu Hybridfahrzeugen, obwohl er keinen Meter rein elektrisch fahren kann. Die Themen bleiben also komplex, daher ist es umso wichtiger, über valide Daten zu verfügen.“

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Über die DAT

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) ist ein international tätiges Unternehmen der Automobilwirtschaft, das umfassende Kraftfahrzeugdaten erhebt, ergänzt, erstellt, aufbereitet, strukturiert und dem Markt dann flächendeckend über unterschiedlichste Medien und Softwarelösungen zur Verfügung stellt.

Die DAT versteht sich als neutrales Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen der Automobilbranche und wird seit knapp 90 Jahren von ihren Gesellschaftern VDA, VDIK und ZDK getragen. Ein aus verschiedenen Verbraucherverbänden gebildeter Beirat überwacht unter der Leitung des ADAC die Aktivitäten und insbesondere die Wahrung der uneingeschränkten Neutralität der DAT im Sinne der privaten und gewerblichen Verbraucher.

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Über das aktuelle DAT Barometer

Das DAT-Barometer ist eine Momentaufnahme aus primar- und sekundarspezifischen Daten des Automarkts. Für die Themen aus dem DAT-Report 2020 wurde eine repräsentative Befragung durch die GfK von insgesamt 4.032 Privatpersonen zum Autokauf und zum Werkstattverhalten durchgeführt. Für die hier aufgeführten Grafiken wurden 2.599 Personen befragt (Bedingung: Der Pkw-Kauf musste im Zeitraum Marz bis Juni 2019 stattgefunden haben). Der Befragungszeitraum war von Juli bis Oktober 2019 (face-to-face). Weitere Informationen auf report.dat.de und barometer.dat.de.

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