DAT-Barometer im August analysiert Emissionsklassen

Marktlage, Entwicklungen, Situation beim Handel - alle Infos kompakt im aktuellen DAT-Barometer.

  • Nachfrage auf dem Automarkt steigt, Rekord-Monat bei Gebrauchtwagen
  • Anteil an Diesel-GW stabil: ältere Gebrauchte und hochwertige junge Pkw gefragt
  • Moderne Motoren setzen sich im Pkw-Bestand immer weiter durch
  • Pkw mit Emissionsklasse 4 und kleiner finden sich vor allem bei Benzinern
  • Alternative Antriebe im Pkw-Gesamtbestand bei 2%
  • Gebrauchte Benziner und Diesel verkaufen sich wieder schneller
  • Gebrauchtfahrzeugwerte bleiben stabil

 

Ostfildern (25.08.2020) – Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat für das monatlich erscheinende DAT-Barometer im August eine Analyse diverser Datenbanken, darunter auch die des Pkw-Bestandes, durchgeführt.

 

Alle Grafiken und Texte finden Sie auf unserer Sonderseite barometer.dat.de

 

Hier die Ergebnisse im Überblick:

  • Nachfrage von Neu- und Gebrauchtwagen steigt weiter: 314.938 Neuzulassungen und 747.831 Besitzumschreibungen im Juli 2020 zeigen den dritten Monat in Folge eine gestiegene Nachfrage auf dem Automarkt. In der Summe fehlen dem Neuwagenmarkt immer noch 30,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Januar bis Juli), dem Gebrauchtwagenmarkt im gleichen Zeitraum 7,6%. Auffällig hierbei ist das Rekordergebnis des letzten Monats: Es gab in den letzten zehn Jahren keinen einzigen Juli, in dem mehr als 700.000 Gebrauchtwagen gekauft wurden.
  • Diesel-Gebrauchtwagen „neu“ wie „alt“ gefragt: Ein Drittel aller im Juli 2020 gehandelten Gebrauchtwagen waren mit einem Dieselmotor ausgestattet. Betrachtet man diese Pkw nach Emissionsklassen, fällt auf, dass zwischenzeitlich gut die Hälfte mit der Euro-6-Norm ausgestattet ist. Aber auch ältere Pkw der Euro-Normen 1-4 erfreuten sich immer noch reger Nachfrage (Anteil 29%), während Euro 5-Diesel zunehmend weniger vertreten sind (Anteil 22%).
  • Zwei Drittel aller Pkw in Deutschland sind Benziner: Eine Analyse der rund 47 Mio. Pkw, die zum Stichtag 1.1.2020 in Deutschland registriert waren, zeigt eine ähnliche Verteilung wie in den vergangenen Jahren. Rund 2/3 sind Benziner, knapp 1/3 Diesel. Sämtliche alternativen Antriebe (Gas, batterieelektrische Fahrzeuge, Mildhybride, Hybride, Plug-In-Hybride, Wasserstoff-Pkw) ergeben 2,4%.
  • Euro-6-Norm im Bestand setzt sich weiter durch: Im Jahr 2014 waren 74% aller Pkw (Diesel, Benziner etc.) mit Motoren der Euro-Norm 4 und kleiner ausgestattet. Aktuell sind dies nur noch 42%. Seit Einführung der Euro-6-Norm ist deren Anteil stark gestiegen und macht zwischenzeitlich etwa ein Drittel des gesamten Bestandes aus. Diese Entwicklung ist sehr auffällig, wenn man sich vergegenwärtigt, wie groß der Pkw-Bestand in Deutschland ist (aktuell 47,716 Mio. Pkw). Gewachsen ist der Bestand seit 2014 um 3,865 Mio. Pkw. Bekanntlich dauert es immer einige Zeit, bis sich Entwicklungen aus dem Neuwagenmarkt im Bestand durchsetzen.
  • Alt sind vor allem die Benziner: In der Analyse, wie sich die Emissionsklassen auf die jeweiligen Antriebsarten (Diesel, Benziner etc.) bei allen 47 Mio. Pkw verteilen, wird deutlich, dass insbesondere die Benziner sehr häufig noch mit Motoren der Emissionsart 1-4 ausgestattet sind (über 14 Mio. Pkw, Diesel dieser Emissionsklassen belaufen sich auf 4,3 Mio. Einheiten). Bei der Einzelbetrachtung aller Hybrid- und Elektro-Pkw dominiert die Euro-6-Norm. In dieser Emissionsklasse sind drei Viertel aller Hybride und Mildhybride anzutreffen. Dagegen werden beim Kraftfahrt-Bundesamt die rein batteriebetrieben Pkw (Elektrofahrzeuge) in die Emissionsklasse „Sonstige“ verortet.
  • Autohandel verkauft Gebrauchtwagen wieder schneller: Nach durchschnittlich 95 Tagen werden Benzin- und Dieselgebrauchtwagen vom Handel verkauft. Dies sind deutlich weniger Tage als kurz nach dem Lockdown (im Schnitt 103 Tage) aber immer noch deutlich mehr als im letzten Quartal des Vorjahres (zwischen 85 und 90 Tagen).
  • Fahrzeugwerte stabil: Die DAT betrachtet für das DAT-Barometer bei den Gebrauchtfahrzeugwerten die Nettoverkaufspreise dreijähriger Fahrzeuge und setzt diese in Bezug zum ehemaligen Nettolistenneupreis. Benziner erreichen aktuell 56,3%, Diesel 52,2%. Die Steigerung zum Vormonat ist eine Auswirkung der Mehrwertsteuersenkung von 19% auf 16%. Dadurch steigen die Nettowerte an, da die Händler in vielen Fällen die Fahrzeuge zum bisherigen Bruttoverkaufswert verkaufen konnten. Der Sprung zwischen Dezember und Januar ist dadurch begründet, dass während eines Kalenderjahres immer drei Jahre alte Fahrzeuge betrachtet werden. Im neuen Kalenderjahr werden ‚neue‘ dreijährige Pkw analysiert. Fahrzeuge, die nicht mehr als dreijährige Gebrauchte erhältlich sind, fallen aus der Betrachtung heraus.
  • Kraftstoffpreise weiterhin niedrig: Der Kraftstoffverbrauch zählt beim Autokauf zu den Top-10-Kriterien. Die Analyse der Kraftstoffpreise auf Basis der ADAC-Datenbanken zeigt: Die Monate des Lockdowns verzeichneten Rekordtiefstände bei Diesel (Mai: 105,0 Cent) und Benzin (Mai: 117,0 Cent). Seitdem stiegen die Preise wieder, liegen aber aktuell mit 125,6 Cent für Benzin und 109,0 Cent für Diesel weiterhin unter den Werten des Vorjahres.

 

Kommentar Dr. Martin Endlein, Leiter DAT-Unternehmenskommunikation: „Während des Lockdowns war unklar, wie sich der Automarkt im weiteren Jahresverlauf entwickeln würde. Nun sieht man, dass besonders die Nachfrage nach Gebrauchtwagen sehr stark gestiegen ist – und dies sowohl bei den jungen, als auch und bei den eher älteren Fahrzeugen. Der Neuwagenmarkt kommt dagegen langsamer in Fahrt, profitiert aber von Prämien, Nachlässen und niedrigen Leasingraten. Der Bedarf, aber auch der Wunsch nach individueller Mobilität scheint insgesamt sehr stark vorhanden zu sein. Unterstützt wird dies auch durch die weiterhin niedrigen Kraftstoffpreise. Der Handel spürt die Nachfrage und kann besonders seine Gebrauchtwagen wieder deutlich schneller und auch zu stabilen Preisen verkaufen.“

Weiterempfehlen auf