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Dieseldiskussion: Statement der DAT zur aktuellen Situation

Die Politik muss klare Signale senden

Dieseldiskussion: Statement der DAT zur aktuellen Situation

Seit Bekanntwerden des Dieselskandals bei Volkswagen Ende 2015 und der damit verbundenen Diskussion um andere Hersteller steht der Diesel als Antriebsform in der Kritik. Analysen des Käuferverhaltens durch die DAT Anfang 2016 haben ergeben, dass die Beeinflussung des Endverbrauchers zum damaligen Zeitpunkt allerdings weniger groß war, als man dies hätte vermuten können. Die DAT hat während des Jahres 2016 im Rahmen ihrer Marktbeobachtung keine signifikanten Einbußen in den Werten der gebrauchten Dieselfahrzeuge im Allgemeinen wahrnehmen können.

Erst mit Beginn 2017 kam die Thematik um etwaige Fahrverbote für Diesel in einigen Städten zur Einhaltung der Luftreinhaltepläne auf. Dies führte zu einer negativen, in Teilen undifferenzierten und emotional geführten Berichterstattung. Die DAT publiziert seit April 2017 ihre monatliche Analyse des Diesel-Marktes im Rahmen ihres DAT Diesel-Barometers, um die Auswirkungen auf Handel, Fuhrparks und Endverbraucher anhand von Fakten und konkreten Zahlen darzustellen.

Ein Faktor, der bei der Analyse des Marktes eine Rolle spielt, sind die hohen Diesel-Neuzulassungen der vergangenen Jahre. Annähernd 50 Prozent aller Neuwagen der vergangenen Jahre waren mit einem Dieselmotor ausgestattet. Dieses hohe Volumen findet sich mit zeitlicher Verzögerung auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt wieder, wo es auf zum Teil stark verunsicherte Endverbraucher trifft.

Ein weiterer Faktor sind die Ende 2017 eingeführten Umweltprämien der Hersteller und Importeure. Mit den damit verbundenen Nachlässen auf Neuwagen und teilweise jungen Gebrauchtwagen setzen diese die Preise speziell für junge Gebrauchtfahrzeuge weiter unter Druck. Dies beeinflusst das Gesamtniveau des Marktes. So hat die Analyse der Fahrzeugwerte im Jahr 2017 ergeben, dass die Benziner auf einem sehr stabilen Niveau verblieben und sogar zum Jahresende leicht angestiegen sind, während die Diesel-Gebrauchtwagen insbesondere seit Sommer/Herbst 2017 stärker an Wert verloren haben.

Basis für diese Wertermittlung sind stets die Transaktionspreise, die der DAT vom Handel beim Verkauf von Gebrauchtwagen übermittelt werden.

Man kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau sagen, welcher Einfluss in welchem Maße welchem Impulsgeber zuzuschreiben ist. Wichtig ist aber, dass ohne klare Signale aus der Politik die Verunsicherung bei Endverbrauchern und Handel anhalten wird. Bleiben diese aus und wird die Verunsicherung durch das Vollziehen von Fahrverboten verstärkt, kann von einem weiteren Absinken der Fahrzeugwerte ausgegangen werden. Unter einem solchen Szenario werden erneut die Automobilbetriebe durch erhöhte Kosten für Standzeiten und die sukzessive Reduzierung ihrer Handelsmargen bis hin zu signifikanten Verlusten leiden. Bekanntermaßen versuchen Hersteller und Importeure ihre Handelsorganisationen durch Restwertabsicherungsvereinbarungen vor Verlusten zu schützen. Dies kann naturgemäß nur ein Element der Existenzsicherung des Handels sein. In Zeiten sich volatil entwickelnder Märkte ist es dennoch wichtig, dass auch Restwertabsicherungsmodelle mit den Veränderungen Schritt halten und in entsprechend kürzeren Abständen angepasst werden müssen.

 

Hinweis für Redaktionen/Journalisten: Bei der Wiedergabe des gesamten Statements oder Auszügen davon nennen Sie bitte als Statementgeber Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer Inland und Sprecher der Geschäftsleitung

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