Aktivieren Sie JavaScript, um diese Anwendung nutzen zu können.
Lesen Sie unter Internet Explorer oder Mozilla Firefox, wie Sie JavaScript aktivieren.

Aktuell

DAT startet „Diesel-Barometer“

Wie wirkt sich die Diskussion um Diesel-Fahrverbote auf Handel und Endverbraucher aus?

DAT startet „Diesel-Barometer“

1. DAT Diesel-Barometer April 2017 als PDF-Download

Diese Pressemeldung als PDF-Download

-       Statistik: Das „Diesel-Barometer“ der DAT ist eine vorübergehend monatlich erscheinende Zusammenstellung von Fakten über den Automobilmarkt zur Versachlichung des öffentlichen Diskurses über die Zukunft von Dieselmotoren als Antriebseinheit

-       Standzeiten: Sowohl beim Handel als auch bei den Endverbrauchern nahmen im ersten Quartal 2017 die Zeiträume (Standzeiten) zur Vermarktung von Diesel-Pkw deutlich zu

-       Wertverläufe: Über den Gesamtmarkt vorläufig keine gravierenden Einbrüche der Gebrauchtfahrzeugwerte von Diesel-Pkw zu beobachten

-       Endverbraucher: Zwei Drittel der Endverbraucher geben sich aktuell noch gelassen, was mögliche Wertverluste oder Fahrverbote zu ihren Diesel-Fahrzeugen betrifft, allerdings glauben auch 60 Prozent, dass die Bedeutung des Diesels zukünftig abnehmen wird

-       Kfz-Handel: Insgesamt positive Marktentwicklung im März 2017; verlängerte Standzeiten bei der Vermarktung von Diesel-Fahrzeugen belasten die Handelsmargen

 

Ostfildern (26. April 2017) – Seit die Landesregierung Baden-Württemberg am 21. Februar 2017 die Fortschreibung des „Luftreinhalteplans Stuttgart“ beschlossen hat, wird verstärkt über die Zukunftsfähigkeit des Dieselmotors debattiert. Angesichts des hohen Anteils an Diesel-Fahrzeugen im Bestand und der zum Teil sehr emotional geführten Diskussion möchte die DAT mit dem „Diesel-Barometer“ einen konstruktiven Beitrag zur Versachlichung der Betrachtungen leisten.

 „Die öffentliche Diskussion zum Thema Diesel ist wichtig und erforderlich. Mit den im Diesel-Barometer enthaltenen Fakten werden wir in den vor uns liegenden Monaten die Entwicklung des Automobilmarktes in Bezug auf den Diesel gesondert darstellen. Wir hoffen, damit einen konstruktiven Beitrag zu Versachlichung der Diskussion und zur Reduzierung der latenten Verunsicherung von Endverbrauchern und Automobilbetrieben leisten zu können. Wenn die zuständigen Politiker daraus die Notwendigkeit erkennen, schnellstmöglich Rechtssicherheit in Bezug auf die Durchsetzung möglicher Fahrverbote zu schaffen, kann das auch nicht schaden. Dieser Hinweis ist zugegebenermaßen nicht ganz uneigennützig, da die Stadt Ostfildern, welche die Unternehmenszentral der DAT beherbergt, unmittelbar an Stuttgart angrenzt“, betont Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer Inland und Sprecher der Geschäftsleitung.

 Mit dem „Diesel-Barometer“ stellt die DAT ab sofort valide Zahlen zum Thema Diesel in gebündelter Form zur Verfügung. Mit diesem monatlichen Informationsdienst, der auf der Webseite der DAT und via Pressemitteilung verbreitet wird, können sich Endverbraucher, Branchenteilnehmer und Medien über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Auf einen Blick sind darin u.a. folgende Informationen zusammengestellt:

a)    Vergleich der Wertentwicklung von Diesel- und Benzinfahrzeugen

b)    Entwicklung der Vermarktungszeiträume von Diesel- und Benzinfahrzeugen

c)     Gesamtmarkt: Besitzumschreibungen und Neuzulassungen nach Diesel und Benzinfahrzeugen

d)    Kaufkriterium Kraftstoffverbrauch und -preise

e)     Repräsentative Befragung von Kaufplanern (Endverbraucher) zu unterschiedlichen Aspekten rund um den geplanten Fahrzeugkauf und die Auswirkungen der aktuellen Diesel-Diskussion

f)     Ergebnisse der Diskussionen im Experten-Arbeitskreis „Diesel-Barometer“ vom 19. April 2017

Zu a) Wertentwicklung: Im ersten Quartal 2017 keine überproportional hohen Wertminderungen bei Dieselfahrzeugen über alle Fabrikate und Modelle erkennbar. Die DAT analysiert für das Diesel-Barometer die Werte der drei Jahre alten Gebrauchtwagen über alle Segmente mit den segmentspezifischen Laufleistungen von 15.000 oder 20.000 Kilometern pro Jahr. Bereits 2016 wurden die Dieselfahrzeuge prozentual etwas niedriger gehandelt als die Benziner. Das lag im Wesentlichen am gestiegenen Anteil der Dieselfahrzeuge, also dem höheren Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Im ersten Quartal 2017 zeigen die Diesel-Pkw einen ähnlichen Wertverlauf wie im Vorjahreszeitraum. Im Trend sind die Werte sogar geringfügig höher als vor einem Jahr.

Zu b) Standtage: Gebrauchte Diesel-Pkw stehen länger als Benziner. Die Standzeiten der Fahrzeuge geben Auskunft darüber, wie schnell Fahrzeuge beim Handel verkauft werden, was letztendlich auch die Attraktivität der Gebrauchtwagen (Angebot, Preis, Art der Präsentation etc.) widerspiegelt. Die von der DAT ermittelten Standtage beziehen sich auf den Zeitpunkt von der Inzahlungnahme/Ankauf des Fahrzeugs beim Handel bis zum Verkauf an einen Endverbraucher. Seit Mitte 2016 ist zu erkennen, dass die Dieselfahrzeuge länger stehen als vergleichbare Benziner. Dies setzt sich Anfang 2017 fort. Der wesentliche Grund für diese Entwicklung ist einerseits die Kaufzurückhaltung beim Endverbraucher und andererseits auch das höhere Angebot an Diesel-Pkw insgesamt auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Eine Erhöhung der Standtage geht mit einer erheblichen zusätzlichen Belastung der Händler einher, da in der Regel jedes stehende Fahrzeug finanziert ist und zusätzlich laufend beworben werden muss.

Zu c) Pkw-Markt in Deutschland: Diesel-Gebrauchtwagen leicht im Plus, Diesel-Neuwagen im Minus: Die Pkw-Zahlen des KBA zeigen bei den Neuzulassungen im ersten Quartal 2017 einen Rückgang der Dieselfahrzeuge um knapp 4 % (-3,77 %). Die Neuzulassungen bei den Benzinern wuchsen dagegen um 14 %. Der Gebrauchtwagenmarkt wächst im ersten Quartal 2017 bei Diesel und Benzinern im niedrigen einstelligen Bereich (Diesel +1,8 %; Benzin +2,4 %). Damit zeigt sich der Pkw-Markt in Deutschland erneut robust. Wie viel Prozent der Gebrauchtwagen über den Handel an den Endverbraucher verkauft wurden, lässt sich derzeit noch nicht ermitteln. Wenn allerdings Händler, beispielsweise aus dem Stuttgarter Raum, aufgrund des drohenden Fahrverbots Fahrzeuge in andere Teile Deutschlands verkauft haben, fehlen ihnen die Kunden dann später in der Werkstatt.

Zu d) Kraftstoffpreise: Diesel im März auf Tiefstand seit Jahresbeginn: Die Kraftstoffpreise sind nach wie vor ein Einflussfaktor beim Automobilkauf. Aus dem aktuellen DAT-Report 2017 (S. 22 und 36) geht hervor, dass Kraftstoffverbrauch unter den 19 Kaufkriterien auf dem 4. Platz liegt. Der Wiederverkaufswert/Restwert liegt dagegen beim Gebrauchtwagenkäufer auf Rang 15, beim Neuwagenkäufer auf Rang 16. Die für März 2017 ermittelten Durchschnittspreise liegen bei Super E10 bei 134,2 Cent pro Liter, der Diesel kommt auf 116,5 Cent pro Liter und rangiert damit auf dem tiefsten Stand seit Jahresbeginn.

Zu e) Aussagen der Endverbraucher: Die repräsentative Umfrage von 1.019 Endverbrauchern durch die GfK zeigt, welche Auswirkung die aktuelle Diskussion um Feinstaub, Fahrverbote und Diesel auf den geplanten Autokauf hat.

-       25 Prozent zögern den Kauf hinaus: 25 Prozent der Endverbraucher bestätigten, sie würden ihren anstehenden Autokauf hinauszögern, um die weitere Entwicklung beim Diesel abzuwarten. 24 Prozent würden die weitere Entwicklung bei den Fahrverboten in Großstädten abwarten. Wer aktuell einen Diesel fährt und nun vor dem Kauf steht, der zögert zu 40 Prozent beim Kauf, um die Entwicklung beim Diesel abzuwarten. 33 Prozent zögern wegen der Feinstaub- und Fahrverbotsdebatte. Gut zwei Drittel all derjenigen, die einen Autokauf planen, zeigen sich dagegen vollkommen unbeirrt von der aktuellen Diskussion.

-       22 bzw. 21 Prozent haben Angst vor Wertverlust oder Fahrverbot: Wenn es um den Verkauf des eigenen Dieselfahrzeugs geht, da möglicher Wertverlust oder Fahrverbot in einer Großstadt drohen, so hat die aktuelle Diskussion auf ebenfalls gut zwei Drittel (67 Prozent) aller Endverbraucher derzeit keine Auswirkung.
Nur 22 respektive 21 Prozent bestätigten, sie möchten sich so schnell wie möglich von ihrem derzeitigen Dieselfahrzeug aus den genannten Gründen trennen. Wer in einer Großstadt mit 100.000 Einwohnern oder mehr wohnt, hat zu 28 Prozent Angst vor Wertverlust oder Fahrverboten und möchte daher sein Dieselfahrzeug so schnell wie möglich verkaufen.

-       57 Prozent sehen in Zukunft eine abnehmende Bedeutung des Diesels: „Knapp die Hälfte der in Deutschland neu zugelassenen Fahrzeuge hat einen Dieselmotor. Ich glaube, dass die Bedeutung des Dieselmotors im Vergleich zum Benzinmotor in Zukunft abnehmen wird.“ Diese Aussage bestätigten 57 Prozent aller Befragten, 28 Prozent verneinen dies, 15 Prozent sind sich unschlüssig. In die gleiche Richtung geht die Frage, ob Endverbraucher in ihrem privaten Umfeld festgestellt haben, dass sich zunehmend Personen gegen einen Dieselmotor entscheiden (würden). Dem stimmen 42 Prozent zu. 39 Prozent verneinen dies und 19 Prozent wollten oder konnten keine Angabe dazu machen.

-       34 Prozent sehen keine Verbesserung der Luftqualität bei Fahrverboten: „Glauben Sie, dass ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge (Abgaseinstufung EURO 5 und darunter) zu einer Verbesserung der Luftqualität in Großstädten/Innenstädten führen wird?“ Darauf antworteten 20 Prozent, dass sich die Luftqualität wesentlich verbessern würde, 42 Prozent meinten, die Luftqualität würde sich etwas verbessern. 34 Prozent dagegen verneinten dies und gaben an, dass ein Fahrverbot nahezu keinen Einfluss darauf hätte. Die verbleibenden vier Prozent wussten es nicht oder interessierten sich nicht dafür.

-       20 Prozent würden einen Hybrid/Plug-in-Hybrid kaufen: Vor die Entscheidung gestellt, welche Motorart die wahrscheinlichste beim geplanten Autokauf wäre, würden 16 Prozent einen Diesel nehmen, 58 Prozent einen Benziner. 20 Prozent würden sich für einen Hybrid/Plug-in-Hybrid, 3 Prozent für ein Elektrofahrzeug entscheiden.

Zu f) Aussagen des 1. Experten-Arbeitskreises „Diesel-Barometer“: Der Handel spürt die Verunsicherung der Verbraucher anhand der gestiegenen Standtage und der leicht nachlassenden Preise. Der Konsens der Händler, die beim ersten Experten-Meeting „Diesel-Barometer“ am 19. April 2017 bei der DAT zusammenkamen war, dass sich der Markt erfreulicherweise wieder stabilisiert hat – im Wesentlichen aufgrund der gewerblichen Kunden. Weitere tatsächliche oder vermeintliche Hiobsbotschaften im Zusammenhang mit dem Diesel in den Medien und die damit einhergehende Verunsicherung der Verbraucher werden allerdings mit Sorge betrachtet. Einigkeit bestand zudem darin, dass bei sachlicher Betrachtung die Vorteile des Diesels die in jüngster Zeit überpropagierten Nachteile überwiegen würden. Die weiteren Ergebnisse der Händlerbefragung werden im kommenden Dieselbarometer (Ende Mai 2017) publiziert.

Die laufenden Ergebnisse der Auswertungen und Befragungen werden graphisch aufbereitet und regelmäßig auf der Seite www.dat.de/diesel-barometer publiziert.

---

Informationen für die Redaktionen

Zur Erhebung der Zahlen

Die Standzeiten und Wertverläufe ermittelt die DAT aufgrund der Transaktionspreise und Informationen, die vom Automobilhandel an die DAT übermittelt werden. Es handelt sich hierbei nicht um Angebotspreise in Internet-Fahrzeugbörsen, sondern um tatsächliche Gebrauchtwagen-Verkaufspreise vom Handel an Endverbraucher.

Für die Befragung der Endverbraucher wurde eine repräsentative Stichprobe von 1.019 Endverbrauchern (Kaufplaner) über die GfK ermittelt und via CAWI (Computer Aided Web Interviews = Online-Befragung) im April 2017 befragt. Die Gewichtung der Daten erfolgte nach KBA-Fahrzeugbestand: Pkw-Marke und Motorart aktuell in Besitz. Alter und Geschlecht entsprechen repräsentativ dem Bestand.

Die Befragung beim Handel erfolgte im März 2017 in Kooperation mit TeleResearch ebenfalls via CAWI unter DAT-Kunden.

Die durchschnittlichen Kraftstoffpreise basieren auf monatlichen Veröffentlichungen des ADAC, die unter https://www.adac.de/infotestrat/tanken-kraftstoffe-und-antrieb/kraftstoffpreise/kraftstoff-durchschnittspreise/ abgerufen werden können.

Die Marktzahlen zu Neuzulassungen und Besitzumschreibungen übernimmt die DAT vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg, die monatlich publiziert werden. (www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/fahrzeuge_node.html)

Das DAT Diesel-Barometer wird monatlich aktualisiert. Die Befragung bei Endverbrauchern und Handel erfolgt im zweimonatlichen Turnus, sodass immer abwechselnd der Fokus auf den Endverbrauchern und auf dem Handel liegt.

Weitere Informationen

Zurück

Aktuell

Gebrauchtwagenmarkt im November Entgegen der landläufig herrschenden Meinung, es würden kaum noch Autos bzw. kaum noch Diesel verkauft, sehen die „nackten“ Zahlen ganz anders aus.