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DAT Diesel-Barometer Oktober

Diesel-Fahrer würden sich an technischer Nachrüstung finanziell beteiligen

DAT Diesel-Barometer Oktober

 

  • Diesel-Besitzumschreibungen im Minus, Benzin-Neuzulassungen im Plus
  • Anteil der Endverbraucher, die ihren Autokauf aufschieben, leicht gestiegen
  • Hohe Bereitschaft, einen Diesel zu kaufen, wenn es keine Fahrverbote gäbe
  • Anteil der Dieselfahrer, die ihren eigenen Pkw loswerden möchten, unverändert
  • Knapp 50 % der Dieselfahrer würde sich finanziell an einer Umrüstung beteiligen
  • Diesel-Fahrzeugwerte sinken leicht, Werte gebrauchter Benziner gehen nach oben
  • Standzeiten bei gebrauchten Benzinern und Diesel-Pkw leicht gefallen
  • Weiterhin hohe Skepsis über die Zukunft des Dieselmotors

Ostfildern (26. Oktober 2017) – Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat ihr aktuelles DAT Diesel-Barometer veröffentlicht. Darin enthalten sind u.a. die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung der Endverbraucher. In diesem Zusammenhang wurde erstmals auch gefragt, ob sich die Halter finanziell an einer Umrüstung beteiligen würden und ob sie bereit wären, einen Diesel zu kaufen, wenn es keine Fahrverbote gäbe.

Hier die Ergebnisse im Überblick, die dazu gehörenden Grafiken finden Sie wie gewohnt auf dieselbarometer.dat.de:

Benziner begehrt: Eine Analyse der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hat ergeben, dass von Januar bis September 2017 knapp 179 Tsd. mehr neue Benziner und 159 Tsd. weniger neue Diesel zugelassen wurden als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Gebrauchtwagenmarkt zeigt 16 Tsd. weniger Benziner und 68 Tsd. weniger Diesel-Pkw. Insgesamt wurden 2017 bislang 2,6 Mio. Pkw neu zugelassen, die Besitzumschreibungen liegen bei 5,5 Mio. Einheiten.

Kaufzurückhaltung etwas gestiegen: Auf die Frage, ob der geplante Autokauf aufgrund der aktuellen Diesel-Entwicklung oder der drohenden Fahrverbote verschoben wird, bestätigte dies weiterhin knapp ein Drittel der Autokaufplaner. Knapp zwei Drittel der Befragten sehen das nicht so. Im Vergleich zur Befragung im August stieg der Anteil derer, die wegen möglicher Fahrverbote ihren Kauf verzögern, von 26 auf 30 %. Der Anteil der Befragten, die wegen der weiteren Diesel-Entwicklung ihren Kauf verschieben, sank minimal von 28 auf 27 %.

Hohes Interesse an Benzinern: Nicht nur die steigenden KBA-Zahlen, sondern auch die Absichtserklärungen hinsichtlich der Motorart zeigt, dass die Endverbraucher derzeit vor allem an Benzinern interessiert sind. Unverändert zur Befragung im August würden sich im Oktober 59 Prozent für einen Benziner entscheiden. Die Bereitschaft, sich einen Hybrid-Pkw anzuschaffen, stieg von 21 auf 22 %. Die anderen alternativen Antriebsarten bewegen sich weiterhin im niedrigen einstelligen Bereich.

Bereitschaft zum Diesel-Kauf könnte sich mehr als verdoppeln: Erstmals für das DAT Diesel-Barometer wurde gefragt, ob ein Diesel-Pkw beim nächsten Autokauf infrage käme, falls eine klare Entscheidung gegen Fahrverbote getroffen wird und auch ansonsten keine Benachteiligung von Diesel-Fahrern droht. Das Ergebnis: Statt aktuell 14 % würden sich insgesamt 33 % der befragten Endverbraucher beim nächsten Autokauf für einen Diesel-Pkw entscheiden.

Trennung vom eigenen Diesel weiterhin ein Thema: Ähnlich wie in der Befragung im August möchten sich aufgrund der aktuellen Situation 29 % der Befragten von ihrem Diesel-Pkw trennen, weil sie sinkende Verkaufspreise befürchten. 26 %  möchten sich schnellstmöglich von ihrem Diesel wegen der Angst vor Fahrverboten trennen.

Bereitschaft zur eigenen finanziellen Beteiligung an der Nachrüstung vorhanden: Ebenfalls erstmals für das DAT Diesel-Barometer wurde nach der Bereitschaft gefragt, sich finanziell an der Umrüstung des eigenen Diesel-Pkw zu beteiligen. Das Ergebnis: 46 %  der befragten Dieselfahrer würde sich an einer Nachrüstung des eigenen Diesel-Pkw beteiligen. Von drei möglichen Gründen stand die Vermeidung von Fahrverboten mit 71 % ganz oben, gefolgt von der Möglichkeit, sich nicht vom „liebgewonnenen Auto“ trennen zu müssen (70 % bestätigten dies). An dritter Position mit 63 % stand der mit der Nachrüstung verbundene Werterhalt des Fahrzeugs. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.

Diesel-Werte leicht fallend, Benziner leicht steigend: Die Analyse der Fahrzeugwerte in der DAT-Datenbank zeigt, dass die Schere zwischen Diesel- und Benzinfahrzeugen im Monat September weiter auseinandergeht. Die dreijährigen Diesel sind um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat gefallen und verharren mit 54,1 % des ehemaligen Listenneupreises weiter unter dem Vorjahreswert von 54,4. Die vergleichbaren Benzin-Gebrauchtwagen sind dagegen um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat gestiegen und liegen mit 56,3 % deutlich über dem Vorjahreswert von 55,2 % des ehemaligen Listenneupreises. 

Standzeiten etwas gesunken: Gebrauchte Diesel-Pkw verkaufen sich im Schnitt nach 96 Tagen, Benziner nach 77 Tagen. In beiden Fällen bedeutet dies einen Rückgang zum Vormonat – bei den Dieseln um 5, bei den Benzinern um 3 Tage. Die Diesel liegen damit etwas über dem Vorjahr (September 2016: 92 Tage), die Benziner deutlich darunter (September 2016: 86 Tage). 

Skepsis gegenüber Diesel-Antrieb weiterhin hoch: Auch im Oktober waren zwei Drittel der Befragten unsicher, wie es mit dem Diesel als Antriebsform in Zukunft weitergeht. 21 % gaben dagegen an, sie sehen keine abnehmende Bedeutung. 13 % konnten oder wollten sich zum Zeitpunkt der Befragung nicht auf eine Antwort festlegen.

Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer: „Von den aktuellen Koalitionsverhandlungen werden klare Signale für den Automarkt erwartet. Sollten diese ausbleiben und tatsächlich Fahrverbote kommen, wird das die Fahrzeugwerte noch deutlicher unter Druck setzen und die Verunsicherung im Markt weiter verstärken. Bemerkenswert am aktuellen Diesel-Barometer ist, dass knapp die Hälfte der privaten Diesel-Fahrer bereit wäre, sich an einer technischen Nachrüstung finanziell zu beteiligen.“

Informationen für die Redaktionen

1) Experten-Arbeitskreis Diesel: Die DAT hat im April 2017 anlässlich des Diesel-Barometers einen Experten-Arbeitskreis Diesel ins Leben gerufen. Dieser trifft sich im zweimonatlichen Turnus, um die Ergebnisse der Befragungen zu analysieren. Er setzt sich zusammen aus Vertretern von Kfz-Händlern, aus Repräsentanten freier Automobilbanken und Prüforganisationen, aus DAT-Fachvertretern der Abteilungen Marktbeobachtung, Sachverständigenwesen, Unternehmenskommunikation sowie der Geschäftsleitung der DAT.  

2) Zur Erhebung der Zahlen: Die Standzeiten und Wertverläufe ermittelt die DAT aufgrund der Transaktionspreise und weiterer Informationen, die vom Automobilhandel an die DAT übermittelt werden. Es handelt sich hierbei nicht um Angebotspreise in Internet-Fahrzeugbörsen, sondern um tatsächliche Gebrauchtwagen-Verkaufspreise vom Handel an Endverbraucher.  

Für die Befragung der Endverbraucher / Autokaufplaner (Oktober 2017) wurde im Auftrag der DAT eine repräsentative Stichprobe von 1.019 Online-Interviews (CAWI: Computer Aided Web Interviews = Online-Befragung) über die GfK ausgewählt und ausgewertet (Feldzeit: 05.10.2017 bis 10.10.2017). Die Gewichtung der Daten erfolgte nach Pkw-Marke und Motorart des hauptsächlich genutzten Pkw. Basis der Gewichtung sind die KBA-Bestandszahlen 2016 (Marke) und 2017 (Motorart). Alter und Geschlecht entsprechen repräsentativ dem Bestand. Monatlich zeitversetzt erfolgt, ebenfalls im Auftrag der DAT, eine repräsentative Befragung des Handels (Markenhandel und freier Handel) über TeleResearch via CAWI. Die Gewichtung der Daten erfolgt nach Innungsmitgliedschaft, Händlertyp und Marke. 

Die Marktzahlen zu Neuzulassungen und Besitzumschreibungen stammen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg, die monatlich der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden werden. (www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/fahrzeuge_node.html)  

Das DAT Diesel-Barometer wird monatlich aktualisiert und online auf https://dieselbarometer.dat.de publiziert.

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