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DAT Diesel-Barometer für Juni zeigt Sicht der Endverbraucher

Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe ist die im Zweimonatsrhythmus durchgeführte Befragung von Endverbrauchern, die kurz vor einem Autokauf stehen.

DAT Diesel-Barometer für Juni zeigt Sicht der Endverbraucher

  • Verunsicherung bei Verbrauchern über die Zukunft des Diesels wächst
  • Informationsgehalt zum Thema Diesel in Verbrauchermedien verbesserungswürdig
  • Durchschnittliche Gebrauchtfahrzeugpreise von Diesel-Pkw trotzen der allgemeinen Stimmungslage

Ostfildern (30. Juni 2017) – Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) hat ihr aktuelles DAT Diesel-Barometer publiziert. Es kann unter https://dieselbarometer.dat.de abgerufen werden.

Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe ist die im Zweimonatsrhythmus durchgeführte Befragung von Endverbrauchern, die kurz vor einem Autokauf stehen.

Die Ergebnisse sind u.a.:

Die allgemeine Situation auf dem Automobilmarkt ist weiterhin stabil. Die Neuzulassungen und Besitzumschreibungen sind nach Auswertungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gegenüber dem Vormonat leicht steigend. Das betrifft auch die separate Betrachtung von Diesel- und Benzin-Pkw. Die Analyse der Diesel-Gebrauchtwagen nach Euro-6-Motoren ergab, dass deren Anteil seit Jahresbeginn gestiegen ist und im Mai 26 % betrug. 

Erstmals im DAT Diesel-Barometer wurde der Informationsfluss zu Fahrverboten aufgenommen. Die repräsentativ durch die GfK im Auftrag der DAT befragten Kaufplaner gaben zu 50 % an, sie fühlten sich durch die Verbrauchermedien zum Thema Fahrverbote nicht gut informiert. Lediglich 8 % fühlten sich „sehr gut“ informiert und damit zwei Prozentpunkte weniger als im April.

Die aktuelle Diskussion um Fahrverbote, die durch die Entwicklung in München neue mediale Aufmerksamkeit erhielt, hat eine deutliche Auswirkung auf die Kaufentscheidung. Jeder Vierte zögert seinen Kauf hinaus, um die weitere Entwicklung bei Fahrverboten und der Diesel-Diskussion abzuwarten.

Gefragt nach der wahrscheinlichsten Antriebsart, die beim nächsten Pkw-Kauf infrage kommt, sprachen sich 60 % für einen Benziner, 19 % für einen Hybrid, 16 % für einen Diesel, 3 % für ein Elektrofahrzeug und 2 % für einen gasbetriebenen Pkw aus. 

Die Unterschiede bei den Kraftstoffpreisen liegen nach Auswertungen des ADAC bei 20 Cent zwischen Diesel und Benzin. Vielfahrer, die mehr als 30.000 km pro Jahr fahren, würden sich auf Basis der aktuellen Befragung für das DAT Diesel-Barometer zu 37 % für einen Diesel entscheiden. Wer weniger als 10.000 km pro Jahr fährt, würde zu 73 % einen Benziner wählen und nur zu 9 % einen Diesel.

Die Analyse der Fahrzeugwerte ergab, dass sich die der Diesel-Gebrauchtwagen im Durchschnitt weiterhin stabil verhalten. Die dreijährigen Gebrauchtwagen liegen mit 55,2 % des ehemaligen Listenneupreises 1,1 Prozentpunkte unter den vergleichbaren Benzinern. Entgegen der publizierten Stimmung im Markt ist hier noch kein dramatischer Wertverlust zu beobachten. Immer problematischer für den Handel stellen sich die weiter gestiegenen Standzeiten dar und die damit verbundenen Kosten von durchschnittlich 24 Euro pro Pkw und Tag. Jeder Diesel-Pkw steht im Schnitt 99 Tage beim Händler, bevor er verkauft wird. Das sind fünf Tage mehr als im Vormonat April und 15 Tage mehr als vergleichbare Benziner.

Auffällig ist, dass mehr Dieselfahrer als vor zwei Monaten ihren aktuellen Diesel-Pkw möglichst schnell loswerden möchten, da sie entweder mit drohenden Fahrverboten oder mit fallenden Werten rechnen. 25 % fürchten sinkende Verkaufspreise, 26 % drohende Fahrverbote.

Bei der Frage nach der Zukunft des Diesels gaben 64 % der befragten Endverbraucher zu Protokoll, dass die Bedeutung des Diesels im Vergleich zum Benziner abnehmen werde. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung im April.

„Die Verunsicherung der Endverbraucher über die Zukunft des Diesels erreicht besorgniserregende Dimensionen. Angesichts der zum Teil sehr emotional sowie einseitig geführten, nicht alle Fakten zur Entwicklung von Emissionen berücksichtigenden und auch in der Regel ergebnisoffenen Diskussionen in den Medien wundert mich diese Entwicklung nicht wirklich“, erklärt Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer Inland und Sprecher der Geschäftsleitung.

„Dies wird uns von den Teilnehmern unseres Experten-Arbeitskreises Diesel, den wir im März ins Leben gerufen haben, auch so bestätigt. Die darin mitwirkenden Vertreter von Automobilbetrieben aus ganz Deutschland wünschen sich ein  Ende der den Diesel generell verteufelnden Berichterstattung in den Medien. Um die außerordentlich wichtige Bedeutung des Diesels für das Erreichen der Klimaziele zu betonen, wäre eine Kommunikationsoffensive der Hersteller und Importeure wünschenswert. Zum Beispiel spielen aus Sicht des Experten-Arbeitskreises die beachtlichen Maßnahmen, die seitens der Industrie in den letzten Jahren zur Reduzierung der Emissionen bereits ergriffen wurden und zu einer deutlichen Reduktion der Emissionen geführt haben, in der öffentlichen Diskussion leider nahezu keine Rolle. Immerhin hat das Umweltbundesamt festgestellt, dass der Ausstoß von NOx durch den Verkehr zwischen 1995 und 2014 um über 60 % reduziert werden konnte. Zahlen für 2016 liegen offenbar dort noch nicht vor, aber es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Hier wird das positive Zusammenwirken von gesetzlichen Vorgaben und Leistungen der Automobilindustrie unverfälscht sichtbar. Die Geschwindigkeit der Reduzierungen dürfte sich vor dem Hintergrund der aktuell verschärften Grenzwerte und Messmethoden zukünftig positiv entwickeln.“

Diskutiert wurde vom Arbeitskreis auch die Situation in Hamburg und München. Kurt Kröger, Geschäftsführer DELLO, Hamburg: „Die Situation in Hamburg hat sich aufgrund der Messungen von Emissionen der Fracht- und Kreuzfahrtschiffe leicht entschärft. Diejenigen, die für ein Fahrverbot in Hamburg gestimmt haben, mussten erkennen, dass der Schadstoffausstoß von Schiffen um ein Vielfaches höher ist als aus dem Fahrzeugverkehr. Im Handel spüren wir allerdings eine gewisse Zurückhaltung der Kunden und wir müssen sehr genau auf unsere weitere Geschäftsentwicklung schauen.“

Peter Müller, Geschäftsführer HÄUSLER Gruppe, München: „In München hat die Ankündigung von Fahrverboten für große Verunsicherung gesorgt. Zudem war nicht klar, ob es nur Euro-5- oder auch Euro-6-Diesel-Pkw betreffen würde. In den Gesprächen mit unseren Kunden müssen wir seitdem ständig versuchen, die Panik herauszunehmen, die sich in deren Köpfen breit macht. Wir im Handel sind sprachlos, dass einzelne Interessensgruppen in einer Zeit, in der es uns wirtschaftlich so gut geht, eine Krise herbeireden. Wir hoffen nun, dass die Politik ihre Entscheidungen besonnen trifft und dass die Industrie eine Nachrüstlösung entwickeln kann, mit der wir im Handel und unseren Werkstätten weiterkommen. Es wird dringend Zeit, die gesamte Diskussion nicht weiter anzuheizen, sondern zu versachlichen.“

 

Das gesamte DAT Diesel-Barometer kann (auch als PDF) unter https://dieselbarometer.dat.de abgerufen werden.

 

Die Teilnehmer des Experten-Arbeitskreises Diesel bei der DAT (v.l.): Marcus Stein, Auto Staiger, Andreas John, AH von der Weppen, Frank Hammelrath, BDK Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Marett von der Weppen, AH von der Weppen, Hansjörg Russ, AH Karl Russ, Jens Nietzschmann, DAT, Alexander Göttke, Santander Consumer Bank, Werner Entenmann, AH Entenmann, Frank Münzenmayer, Hahn Gruppe, Johannes Pienau, GTÜ, Jörg Kramarczyk, Martin Weiss, Dr. Martin Endlein, alle DAT. Nicht im Bild: Kurt Kröger, AH Dello, Peter Müller, Häusler Gruppe.

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