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Aktuell

DAT Diesel-Barometer Dezember 2017

Mit harten Fakten zum Automobilmarkt und Schwerpunkt Fuhrparks

DAT Diesel-Barometer Dezember 2017

  •  Hoher Pkw-Diesel-Anteil (89 %) in gewerblichen Fuhrparks
  • Bestellungen von neuen Diesel-Pkw kaum reduziert
  • 60 % der Fuhrparkleiter planen mittelfristig auch alternative Antriebe
  • Automarkt: 12,3% weniger Diesel-Neuzulassungen, 2,3% weniger Diesel-Gebrauchtwagenverkäufe seit Anfang 2017
  • Werte gebrauchter Diesel-Pkw geben weiter nach
  • Standzeit gebrauchter Diesel beim Handel aktuell bei 110 Tagen

Ostfildern (20. Dezember 2017) – Mit dem Diesel-Barometer für den Monat Dezember untersuchte die DAT zum zweiten Mal gemeinsam mit dem Bundesverband Fuhrparkmanagement die Stimmung bei den Flottenbetreibern und reichert die Faktensammlung mit Zahlen des KBA und Fahrzeugwerten sowie Standtagen aus den Datenbanken der DAT an. Die Ergebnisse lauten wie folgt:

 

1.)         Diesel dominiert Flotten: Die Vorteile des Dieselmotors für Vielfahrer sind unbestritten. Er dominiert den Flottenmarkt mit 89 %. Dabei bestehen die Flotten mit deutlicher Mehrheit – 66 % des Gesamtfahrzeugvolumens – aus modernen Euro-6-Fahrzeugen. Die Fahrzeuge werden im Vergleich zum Privatmarkt schneller ersetzt, und Euro-5-Diesel nehmen am gesamten Flottenaufkommen nur noch 23 % ein. Benziner folgen mit 7 %, alternative Antriebe wie Gas und Hybrid/Elektro sind zu jeweils 2 % vertreten. 

2.)         Neubestellungen von Diesel-Pkw kaum reduziert: Auch Flottenkunden lässt die Dieseldiskussion nicht unberührt. Zugleich sehen sie überwiegend zumindest kurzfristig keine Alternative zum Selbstzünder. In der Grundtendenz gibt es nur kleine Unterschiede zur Juli-Befragung. Generell verneinen Fuhrparkverantwortliche wie bei der letzten Befragung zu 87 % die Aussage „Haben die Bestellung von Diesel-Pkw generell reduziert“. Lediglich 11 % haben weniger Diesel bestellt (Juli 2017: 10 %). Im Fall der User-Chooser, das sind diejenigen, die ihren Dienstwagen selbst wählen dürfen, nannten Fuhrparkverantwortliche einen Anteil von 14 % an weniger bestellten Dieselfahrzeugen. Das stellt eine leichte Erhöhung seit Juli (12 %) dar. 77 % gaben an, die Diesel-Bestellungen von User-Choosern hätten nicht nachgelassen (Juli 2017: 67 %). 

3.)         Fuhrparkleiter planen auch alternative Antriebe ein: Leicht erhöht hat sich im November der Anteil der Fuhrparkverantwortlichen, die mittelfristig vermehrt alternative Antriebe in der Pkw-Flotte einplanen. 60 % stimmten dieser Aussage zu. Im Juli lag der Wert noch bei 55 %. Das generelle Verhältnis von klassischen Verbrennungsmotoren zu alternativen Antrieben zeigt das KBA: Aktuell wurden im Monat November insgesamt in Deutschland 102.972 Diesel- und 186.772 Benzin-Pkw neu zugelassen. 3.031 neue Pkw hatten einen Elektro-, 8.662 einen Hybridantrieb.  

4.)         Diesel-Einkaufskonditionen etwas verbessert: Bei der Frage „Haben sich die Einkaufskonditionen für Diesel-Pkw verändert?“ gaben 15 % „verbessert“ an (Juli 2017: 9 %), für die große Mehrheit sind die Konditionen gleichgeblieben (76 %). 

5.)         Etwa ein Fünftel der Flotten wäre von Fahrverboten betroffen: 23 % der Diesel-Pkw in den Fuhrparks sind mit Euro-5-Motoren oder niedriger ausgestattet. Bei einem Fahrverbot wären diese Fahrzeuge betroffen. Von allen befragten Fuhrparkleitern gaben 71 % an, dass bis zu 20 % ihres Bestandes betroffen wäre. Da in den Fuhrparks durch die Neubestellungen Diesel-Motoren der neuesten Generation eingesetzt werden und sie damit einer raschen Erneuerungsbewegung unterliegen, wird der Anteil der Fahrzeuge mit Euro-5-Motoren weiter sinken. 

6.)         Diesel-Neu- und Gebrauchtwagenmarkt im Überblick: Dass die Beliebtheit des Dieselmotors bei Neufahrzeugen abgenommen hat, konnte über die letzten Monate bereits festgestellt werden. Von Januar bis November 2017 wurden auf Basis der KBA-Zahlen 12,3 % weniger neue Diesel zum Verkehr zugelassen als im gleichen Zeitraum 2016. 99,7 % der neuen Fahrzeuge erfüllten die Euro-6-Norm. Auch die gebrauchten Diesel haben von Januar bis November 2017 Einbußen zu verzeichnen, allerdings in viel geringerem Maße: Es wurden 2,3 % weniger Diesel-Gebrauchtwagenverkäufe beim KBA registriert als im gleichen Zeitraum 2016. Auffällig: Seit September 2017 steigen die absoluten Zahlen verkaufter gebrauchter Dieselautos wieder an und erreichten mit 211.169 den höchsten Wert seit März (237.737 Einheiten). Die DAT geht davon aus, dass sich auch das leicht gesunkene Preisniveau von Dieselfahrzeugen auf deren Nachfrage auswirkt. 

7.)         Diesel-Gebrauchtwagenwerte weiter leicht sinkend: Bei der Beobachtung der Werte von dreijährigen Diesel-Gebrauchtwagen stellt die DAT weiter ein sinkendes Niveau gegenüber dem Vorjahr fest. Im November 2016 erzielte ein solcher Diesel im Schnitt noch 54,2 % des ehemaligen Listenneupreises. Im November 2017 liegt der Wert bei 53,4 % und damit um 0,8 Prozentpunkte niedriger. Die Benziner verharren wie im Oktober auf höherem Niveau (56,4 %; Oktober 56,5 %), 2016 waren es 55,0 %. Die Schere zwischen Diesel und Benziner geht damit weiter auseinander. 

8.)         Durchschnittliche Standtage für Diesel im Handel auf Allzeithoch: Nachdem sich die Standtagesituation nach einem vorläufigen Hoch im August von 101 Tagen – zugleich erstmals über der 100-Tage-Schwelle – im September leicht entspannt hatte, stieg die Zahl seit Oktober wieder an. Im November ist der Verkauf von Dieselfahrzeugen beim Handel nochmals schwerer geworden. Durchschnittlich 110 Standtage betrug der bisherige Höchstwert. Dies hat auch mit einer saisonalen Schwankung zu tun, denn im selben Zeitraum stiegen die Standtage von Benzinern auf 85. Die Standtagedifferenz zwischen den beiden Motorarten war mit 25 Tagen jedoch nie höher. 

„Forderungen, die Dieselsubvention zu kippen, drohende Fahrverbote und fallende Restwerte verunsichern auch weiterhin Fuhrparkbetreiber“, sagt Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement e.V. Gleichzeitig sieht der Fuhrparkverband darin eine Chance, dass die Hersteller sich intensiver um die - auch umweltbewusste - Weiterentwicklung von alternativen Antriebstechnologien kümmern. „Immerhin sind derzeit noch etwas mehr als 20 % der Fuhrparkfahrzeuge Euro-5-Diesel und damit von möglichen Fahrverboten betroffen“, so Schäfer. Zum Diesel existiert nach wie vor noch keine ernstzunehmende Alternative, wenn es um die Mobilitätsbedürfnisse der Fuhrparkbetreiber geht. Das manifestiert sich in den Zahlen, denn nur 2 % der befragten Fuhrparkleiter haben die Dieselbestellungen reduziert, 87 % machen so weiter wie bisher. 

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Informationen für die Redaktionen

1)    Experten-Arbeitskreis Diesel: Die DAT hat im April 2017 anlässlich des Diesel-Barometers einen Experten-Arbeitskreis Diesel ins Leben gerufen. Dieser trifft sich im zweimonatlichen Turnus, um die Ergebnisse der Befragungen zu analysieren. Er setzt sich zusammen aus Vertretern von Kfz-Händlern, aus Repräsentanten freier Automobilbanken und Prüforganisationen, aus DAT-Fachvertretern der Abteilungen Marktbeobachtung, Sachverständigenwesen, Unternehmenskommunikation sowie der Geschäftsleitung der DAT. 

2)    Zur Erhebung der Zahlen: Die Standzeiten und Wertverläufe ermittelt die DAT aufgrund der Transaktionspreise und Informationen, die vom Automobilhandel an die DAT übermittelt werden. Es handelt sich hierbei nicht um Angebotspreise in Internet-Fahrzeugbörsen, sondern um tatsächliche Gebrauchtwagen-Verkaufspreise vom Handel an Endverbraucher.

Die für das DAT Diesel-Barometer in Kooperation mit dem Bundesverband Fuhrparkmanagement e.V. befragten Fuhrparkleiter gehören zu Betrieben aus Industrie, Gewerbe, Handel und öffentlichem Dienst und müssen mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllen: 1.) zuständig für das Fuhrparkmanagement, 2.) beteiligt oder zuständig bei der Auswahl und Steuerung etwaiger Fuhrparkmanagement-Dienstleister, 3.) beteiligt an der Frage der Pkw-Finanzierung. Die Online-Umfrage umfasst 90 Interviews. Da keine amtlichen Daten zur Anzahl und Struktur der Betriebe mit Fuhrparks vorliegen, handelt es sich um eine Trendstudie. Deren Aussagen dürften für ähnlich aufgestellte Betriebe mit Pkw-Flotten, wie sie im Bundesverband Fuhrparkmanagement organisiert sind, gelten. Feldzeit: 10. bis 20. November 2017.

Die Marktzahlen zu Neuzulassungen und Besitzumschreibungen übernimmt die DAT vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg, die monatlich publiziert werden. (www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/fahrzeuge_node.html)

Das DAT Diesel-Barometer wird monatlich aktualisiert und online auf https://dieselbarometer.dat.de publiziert.

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